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Legasthenie in der Schule

Mädchen mit LegasthenieImmer mehr Kinder haben Probleme, den Anforderungen des Bildungssystems Schule gerecht zu werden. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die mit Teilleistungsschwächen, AD(H)S, Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsproblemen und Wahrnehmungsstörungen im Unterricht sitzen, steigt stetig. Kürzung von Unterricht, große Klassen, Lehrermangel, Reduzierung von Förderangeboten, Stress, Prüfungsangst und wachsender Leistungsdruck vergrößern das Problem. Gezielte, individuelle Förderung, die Defizite ausgleichen kann, ist hier oft nicht mehr möglich. Legasthenie in der Schule betrifft ungefähr 5% aller Kinder. Die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Schulklasse ein betroffenes Kind sitzt, ist groß.

Reicht bei Legasthenie in der Schule die Förderung aus?

Obwohl viele Lehrerinnen und Lehrer über die Teilleistungsstörung Legasthenie informiert sind, fehlt es oft an Zeit und Material, die Kinder entsprechend zu fördern. Leider haben nicht alle Schulen Förderstunden eingerichtet oder kümmern sich gezielt differenziert um die legasthenen Kinder im Unterricht. Und es passiert auch immer noch, dass legasthene Kinder nicht erkannt werden, sodass eine frühzeitige Förderung bei Legasthenie in der Schule nicht einsetzt und die seelische Belastung und der Druck auf die gesamte Familie des betroffenen Kindes zunehmen.
Das muss nicht sein! Die Fortbildungseinrichtungen der einzelnen Bundesländer bieten kompakte Seminare zu dem Thema Legasthenie in der Schule an. Hier finden Lehrkräfte kompetente, praxiserprobte Pädagoginnen und Pädagogen, die ihr Wissen zum Wohle der betroffenen Kinder  engagiert vermitteln.

Legasthenie setzt ein Kind in der Schule unter Druck

Legasthenie in der SchuleEine Lese-Rechtschreibschwäche oder Legasthenie setzt ein Kind mit der Zeit stark unter Druck. Da es regelmäßig lernt, ebenso wie seine Mitschüler, erwartet es auch ähnliche Erfolge bei Legasthenie in der Schule. Diese stellen sich aber nicht ein. Die ersten Misserfolge lassen sich noch verkraften, aber nach einer Weile beginnt ein Kind an sich zu zweifeln.

Da auch die Eltern häufig nicht wissen warum ihr Kind die geforderten Leistungen nicht erbringt, kommt familiärer Druck fast automatisch zu den schulischen Misserfolgen hinzu. Das lese-rechtschreibschwache Kind weiß nicjht mehr weiter, wenn ihm niemand hilft, und beginnt sich auffällig zu verhalten.

Mögliche Reaktionen auf Legasthenie in der Schule können sein:

  • Es verliert seine Motivation und hat keine Lust mehr, zu lernen.
  • Es versucht die Aufmerksamkeit der Mitschüler durch Clownereien auf sich zu ziehen.
  • Es zieht sich völlig zurück und verweigert die Mitarbeit.
  • Es konzentriert sich nicht mehr im Unterricht und verpasst wichtigen Schulstoff.
  • Es verweigert die Hausaufgaben.
  • Es entwickelt eine starke Abneigung zu Büchern.
  • Es somatisiert, fühlt sich krank, elend und klagt über unterschiedliche Schmerzen.

Kann Legasthenie in der Schule durch interne Förderung behoben werden?

Leichte Formen von Lese- Rechtschreibschwäche (LRS) können durch schulische Förderangebote durchaus verbessert oder sogar ganz behoben werden. Dies gelingt in Förderkursen oder durch differenzierte Förderung im Unterricht. In der Regel sind schulische Förderkursebei Legasthenie in der Schule nicht speziell für Legastheniker konzipiert, sondern für Kinder, die aufgrund von Lernschwächen oder Versäumnissen den aktuellen Schulstoff nicht vollständig verstanden haben. In relativ großen Gruppen (6 bis 10 Kinder) werden Rechtschreibregeln wiederholt und der Aufbau der Sprache vermittelt. Spezielle Förderung der auditiven oder visuellen Wahrnehmung findet in den schulischen Förderkursen nur sehr selten statt.

Tieferliegende Probleme, mit denen schwere Legastheniker immer zu kämpfen haben, benötigen eine individuelle und langfristige Therapie durch ausgebildete Lerntherapeuten. Dabei werden die Kosten häufig vom Jugendamt übernommen. Auch mit viel Engagement können Lehrerinnen und Lehrer die betroffenen Kinder also meistens nicht genügend unterstützen.

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Wie kann die Schule trotzdem helfen?

Auch wenn die konkrete therapeutische Förderung bei Legasthenie in der Schule im Rahmen des schulischen Angebotes kaum möglich ist, ist die schulische Unterstützung trotzdem von großer Wichtigkeit. Schließlich verbringen die betroffenen Kinder ihren Lernalltag dort und müssen mit ihrem Handicap die geforderten Leistungen erbringen. Das kann nur klappen, wenn ein positives Lernklima gepaart mit der Akzeptanz der Problematik zusammen treffen.

Die Lehrkräfte und die Schulleitung sollten also bei Legasthenie in der Schule:

  • stets gesprächsbereit sein
  • aufkommende Schwierigkeiten immer sofort ansprechen
  • die betroffenen Kinder nicht ausgliedern, sondern sinnvoll in den Deutschunterricht und die Klassengemeinschaft einbinden
  • Fördermaßnahmen und den Förderplan mit den Eltern abstimmen
  • die betroffenen Kinder motivieren statt ihre Angst vor der Schriftsprache zu vergrößern
  • Anstrengungen der betroffenen Kinder im Fach Deutsch stets anerkennen
  • Unterricht und individuelle Förderung mit außerschulischen Therapeuten (die Eltern oft viel Geld kosten) abstimmen
  • die für das jeweilige Bundesland gültigen Erlasse und Verordnungen ausschöpfen

Ziehen Sie die Lehrkräfte mit ins Boot!

Gute und engagierte Pädagogen wollen aus ihrer Schulklasse das Beste herausholen. Sie fördern jedes einzelne Kind gemäß seinen Voraussetzungen und sind stolz über jeden Erfolg. Zeigt eines „ihrer Kinder“ trotz Engagement und Förderung keinen Lernzuwachs, wie es bei Legasthenie häufig der Fall ist, sind auch die Lehrer oft hilflos und frustriert. Das kann sich dann negativ in der Lehrer-Eltern Kommunikation auswirken. Bleiben Sie positiv und regen Sie einen Legasthenie Test an, um eventuell eine außerschulische Förderung mit Ihrem Kind zu starten. Leistungsverbesserungen verbessern auch die Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern.

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