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Kopfrechnen lernen – so geht´s!

„Die Jugendlichen können ja nichts mehr im Kopf ausrechnen, die müssen wieder Kopfrechnen lernen!“ beschweren sich immer mehr Erwachsene und verweisen auf den schlechten Matheunterricht. Tatsächlich fällt es auf, dass selbst einfache Rechnungen mit Prozenten nicht gelingen, beispielsweise beim Preisnachlass im Schlussverkauf. Und auch bei Klassenarbeiten und Tests scheitern viele Jugendliche an einfachen Gegenrechnungen. Schade, denn mit den folgenden Tipps kann jeder seine Fähigkeiten im Kopfrechnen verbessern.

Kopfrechnen übenVerkäufer, Bedienungen und Kunden verlassen sich fast immer auf die Elektronik, nachgerechnet wird kaum. Oft zum Nachteil der Käufer, beispielsweise bei Preisnachlässen. Wer nicht schnell im Kopf die 25 % Nachlass ausrechnen kann, zahlt unter Umständen bei falscher Auszeichnung mehr. Da Geld auch bei Jugendlichen immer knapp ist, sollte dieses Beispiel sie motivieren, das Kopfrechnen zu verbessern.

Kopfrechnen lernen wird leider immer mehr vernachlässigt

Das Überprüfen der Rechnungen kostet Zeit und ist mühsam. Das Vermeiden vom Kopfrechnen liegt im Trend, dabei sind Schüler mit einem guten Verständnis vom Rechnen in Mathe im Vorteil. Bei einfachen und komplexen Aufgaben ist es hilfreich, Zwischenschritte schnell im Kopf ausrechnen oder überprüfen zu können. Wer immer den Taschenrechner zu Hilfe nehmen muss oder selbst einfache Einmaleinsaufgaben auf dem Papier löst, verschenkt wertvolle Zeit. Dabei ist Kopfrechnen lernen nicht schwer, nur etwas Geduld ist notwendig.

Beispiel-Aufgabe Klasse 6 - Kopfrechnen lernen

Wie viele Liter Ananassaft passen in eine 5 cm lange, 2,5 cm breite und 8 cm hohe Packung?

Lösung: Um die Menge ausrechnen zu können, muss der Inhalt errechnet werden. Dazu werden die 3 Längen miteinander multipliziert, so erhält man die cm³, diese wird in ml und l umgewandelt. 5 x 2,5 x 8 cm³= 100 cm³ = 100 ml = 0,1 l. Im Kopf ist die Rechnung blitzschnell ausgeführt, wer erst mühsam schriftlich nachrechnen muss, verliert kostbare Zeit.

Vorteil Kopfrechnen: Wer gut im Kopf rechnet spart wertvolle Zeit. Das Kopfrechnen hilft beim Überschlagen des Ergebnisses, gibt Sicherheit beim Lösen der Aufgabe und hilft dabei sich auf das Kernproblem zu konzentrieren.

Ab der 7. Klasse wird kaum noch im Kopf gerechnet

Kopfrechnen übenMöglicherweise liegt das daran, dass nach der Grundschule nur wenig Wert auf das Kopfrechnen gelegt wird. Im Lehrplan reiht sich ein anspruchsvolles Thema an das nächste, besonders in G8, sodass die Grundfertigkeit des Kopfrechnens zu kurz kommt. Geometrie, Darstellungsformen, Textaufgaben und Problemlösestrategien müssen gelernt und geübt werden. Wer da nicht zuhause noch das Kopfrechnen lernt und trainiert, kommt schnell aus der Übung. Genau hier sind Sie als Eltern und Lernbegleiter gefragt. Bauen Sie das Kopfrechnen in den Erziehungsalltag ein. Verpackt in gemeinsame Spiele oder übertragen auf die Shopping-Tour können Sie so auch mürrische Teenager motivieren.

Diese 5 Spiele und Übungen helfen beim Kopfrechnen lernen

1. Kopfrechnen lernen: Mathe-Fußball im Kopf macht als Wettbewerb Lust aufs Rechnen

mathe-fussballBeim Mathe – Fußball wird mit einem Spielfeld „gearbeitet“, das Sie schnell selber aufzeichnen können. Entweder übernehmen Sie die Zahlen auf dieser Vorlage oder Sie stellen sich ein Bild mit anderen Zahlen zusammen.

Spielregeln: Jeder Spieler bekommt ein Tor und die entsprechende Summe zugeteilt. Es wird abwechselnd gewürfelt und gezogen. Mit der gewürfelten Zahl und einer der Zahlen in den Kreisen muss nun eine Rechenaufgabe erstellt werden. Mit dem Ergebnis „arbeitet“ der nächste Spieler weiter. Ziel ist es, die Summe im eigenen Tor durch eine Rechnung zu erhalten.

Möglicher Spielweg:

Spieler A. würfelt eine 5. Er rechnet 5 x 15 = 75

Spieler B. rechnet 75 – 10 = 65

Spieler A rechnet 65 + 23 = 88 und hat damit gewonnen.

2. Kopfrechnen lernen: Mit Brettspielen für Teenager ganz nebenbei rechnen

Kopfrechnen übenBeim gemeinsamen Spielen werden viele Fähigkeiten trainiert, je nach Spiel auch das Kopfrechnen. Die üblichen Kinderspiele sind für Jugendliche allerdings nicht mehr interessant. Sowohl das Spielziel als auch der Look müssen cooler und angesagter sein, damit sich Teenager zusammen an einen Spieltisch setzen. Diese Anforderungen erfüllt das Spiel „Puzzle Strike (Pegasus Spiele)“. In 30 bis 60 Minuten müssen die Spieler aktiv einen anderen Spieler zum “Game Over” bringen und den eigenen Juwelenstapel verteidigen. Mit einer App lässt sich das spannende, kooperative Spiel XCOM in kleinen Gruppen spielen. Hier muss jeder Entscheidungen treffen, die der Gemeinschaft und dem eigenen Spielbereich nutzen. Aber auch alte Klassiker wie Monopoly sind wieder im Kommen. Das Kaufen und Verkaufen von Straßen und Bahnhöfen aktiviert dabei das Kopfrechnen.

3. Kopfrechnen lernen: Klassische Kartenspiele fordern schnelles Rechnen

Wer in seiner Jugend Skat oder Doppelkopf gespielt hat weiß, wie gut das Zusammenrechnen der Punkte das Kopfrechnen schult. Darüber hinaus ist eine gute Konzentration bei diesen Spielen von großem Vorteil. Wer sich die gelegten Karten merken kann, blickt schneller durch.

Kopfrechnen lernen einfach mal ansehen

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4. Kopfrechnen lernen: Die Mathe-App immer dabei – so kann Kopfrechnen auch trainiert werden

Natürlich gibt es zum Üben des Kopfrechnens auch die ein oder andere App. Dabei wird aber nicht nebenbei gelernt, sondern ganz offensichtlich. In langweiligen Wartesituationen können die Kopfrechen-Apps eine sinnvolle und effektive Beschäftigung sein. Zur Auswahl stehen verschiedene.

Von apple gibt es die inzwischen kostenlose App: „Kopfrechnen – Fitness für den Kopf“. Neben den Grundrechenarten werden hier auch Prozentaufgaben oder das kleine Einmaleins abgefragt. Alle Aufgaben sind mit einem kleinen Bilderrätsel verknüpft. Mit jeder richtigen Lösung wird ein neues Teil des Bildes freigeschaltet. In den Einstellungen lassen sich sogar verschiedene Motive zum Thema Tiere, Technik oder Blumen auswählen. Das motiviert, so macht Kopfrechnen lernen Spaß.

Für Android-Nutzer gibt es die kostenfreie App “Kopfrechnen DE”. Bei der Rechen-App kann je nach Tagesform und Lust zwischen verschiedenen Schwierigkeitsstufen und Rechenarten ausgewählt werden. Dabei reicht die Auswahl von den Grundrechenarten, über Primzahlen, bis hin zur Quadratwurzel.

5. Kopfrechnen lernen: Live Training beim Einkaufen

Kopfrechnen lernenWelcher Teenager geht nicht gerne shoppen? Nutzen Sie das gemeinsame Einkaufen dazu, wo immer es möglich ist, Rechenaufgaben zu lösen. Lassen Sie Ihr Kind Packungsgrößen und Preise vergleichen, um das günstigste Angebot zu finden. Bestimmen Sie ein Etat, das Ihr Kind verwalten darf. Stellen Sie Fragen wie: „Wenn wir die Großpackung kaufen, wie viel Geld sparen wir dann?“ Das geht auch im Alltag: „Was kostet uns eine Kaffeekapsel und was sparen wir, wenn wir den Kaffee selber malen?“ Es hilft sicher auch, wenn Jugendliche beim Einkauf mit ihren Eltern mal überschlagen, was der Inhalt des Einkaufswagens kostet.

Studien belegen, Schulabgänger können heute schlechter rechnen als vor zehn Jahren

Immer wieder testen Forscher, wie sich die mathematischen Fähigkeiten von Schulabgängern entwickeln. In den Prüfungen müssen Jugendliche innerhalb von 10 Minuten einen Block von 20 Aufgaben lösen. Zunächst geht es um leichte Rechenaufgaben, bei denen subtrahiert und addiert wird. Mit jeder Aufgabe steigt dann der Schwierigkeitsgrad. Dabei werden die Kenntnisse in den Grundrechenarten, aber auch Dreisatz und Prozent rechnen überprüft. Die Hauptarbeit findet im Kopf statt, Zettel und Stift sind allerdings auch erlaubt.

Gute Kopfrechner müssen keine Wunderkinder sein

Mathematische Fähigkeiten kann man ebenso trainieren wie die Muskeln oder das Spielen eines Musikinstruments. Lassen Sie Ihr Kind Kopfrechnen üben. Selbst die Teilnehmer der Rechenmeisterschaften sind keine Wunderkinder, sondern Talente, die durch Training viel erreicht haben. Und wie beim Sport gilt auch in der Mathematik: Ein gewisses Level kann jeder erreichen. Das bestätigt auch Michael Kleine von der Universität Bielefeld: „Hinter den beeindruckenden Leistungen der Meisterrechner stecken aber oft ganz normale mathematische Algorithmen und Regeln wie die Binomischen Formeln, die jeder in der Schule lernt.”

Kopfrechnen ist im Alltag weniger gefragt als früher

Kopfrechnen übenIm Jahr 2015 wurde festgestellt, dass die Jugendlichen 8 % weniger Aufgaben richtig lösen als zehn Jahre vorher. Die Forscher vermuten, dass ein Grund in der steigenden Technisierung des Alltags liegen könnte. Die Notwendigkeit, heute im Alltag schnell im Kopf zu rechnen müssen, ist gering. Und braucht man doch mal ein Ergebnis, übernehmen Taschenrechner und Handys nicht nur schwierigere Operationen.

Auch die abnehmende Konzentrationsfähigkeit ist schuld

Das Kopfrechnen üben ist untrennbar verbunden mit einer guten Konzentration. Nicht nur die Grundlagen des Einmaleins müssen beherrscht werden, sondern auch Zwischenschritte sollten bei einem komplexeren Rechenvorgang gemerkt werden. Die Konzentrationsfähigkeit nimmt generell ab, was mit großer Wahrscheinlichkeit durch die schnell wechselnden Inhalte und Bilder der Bildschirmmedien verursacht wird.

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