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Entspannung - von Mandalas bis Meditation

Von Uta Reimann-Höhn

Nicht nur Erwachsene sondern auch Kinder leiden immer öfter unter Anspannung und Stress. Besonders mit Beginn der Schulzeit werden sie mit Leistungsanforderungen konfrontiert, die einen hohen Druck ausüben können. Aber auch die Freizeit vieler Kinder ist mit Terminen gepflastert, so dass wenig Platz für Ruhe und Erholung ist. Innere Unruhe, Unkonzentriertheit und geringe Ausdauer können die Folge sein.
Mit gezielten Entspannungsübungen können Kinder schon sehr früh lernen, sich innerlich zu sammeln und eine Pause vom hektischen Alltag einzulegen. Dabei sollten Eltern oder Lehrer jedoch immer beachten, dass die Umgebung der Übung angepasst sein muss. Ein ruhiges Umfeld, ein fester Zeitrahmen und möglichst keine Störfaktoren gehören zur Entspannung dazu.
Es ist wichtig zu beachten, dass Entspannungsübungen nur wirken, wenn die Kinder Spaß daran haben und sie über einen längeren Zeitraum einüben. Als einmalige Intervention bei Chaos im Klassenraum oder Unkonzentriertheit bei den Hausaufgaben sind sie meist wirkungslos. Die beruhigende und entspannende Wirkung stellt sich umso schneller ein, wenn die Kinder die Übungen regelmäßig ausführen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Mandalas sind kreisrunde Bilder, in denen sich verschiedene Motive und geometrische Formen nach einem bestimmten Muster wiederholen. Bei Kindern sind Mandalas sehr beliebt. Sie entscheiden selber, welches Bild sie wählen und wie sie es gestalten wollen. Innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens im Unterricht, oder auch ohne zeitliche Begrenzung zuhause - das Ausmalen von Mandalas ist eine Möglichkeit, sehr konzentriert und fast schon meditativ zu arbeiten. Mandalas gibt es mit den verschiedensten Motiven, so dass für jeden Geschmack und jede Schwierigkeitsstufe etwas zu finden ist.

Fantasiereisen, die es mit oder ohne Musik in den unterschiedlichsten Facetten gibt, sind eine Möglichkeit die Vorstellungskraft der Kinder zu aktivieren, während ihre Körper ganz ruhig und entspannt sind. Dabei liegen die Teilnehmer auf dem Boden oder nehmen eine ganz entspannte Haltung auf einem Stuhl ein, während sie der Geschichte von einer CD oder aus dem Munde eines Erwachsnen lauschen. Für eher unruhige Kinder gibt es Entspannungsgeschichten mit einem kleinen Spannungsbogen, der es ihnen leichter macht konzentriert zuzuhören. Durch die Aktivierung der Vorstellungskraft der Kinder wird meist schnell eine generell bessere Konzentrationsfähigkeit erreicht.

Die aktive Entspannung arbeitet mit Bewegungen, durch die Anspannungen und Angst abgebaut werden. So werden beispielsweise bei der progressiven Muskelentspannung verschiedene Muskeln erst angespannt und dann bewusst entspannt. Die bewusste Anspannung eines Muskels verdeutlicht den Spannungszustand, das Lockerlassen führt sofort zu einer beruhigenden Entspannung, die von den Kindern auch bewusst wahrgenommen werden kann. Besonders für sehr aktive, unruhige Kinder bietet sich die aktive Entspannung an.

Yoga kommt ursprünglich aus Indien und bezeichnet die Schulung der Konzentration durch die Wiederherstellung der Körpersymmetrie. Viele verschiedene körperliche Übungen und Figuren unterschiedlicher Schweregrade, auch ganz spezielle Programme für Kinder und Jugendliche, helfen dabei sich selbst zu beobachten und seine Empfindungen zu akzeptieren.

Weitere Entspannungstechniken sind das Autogene Training oder auch Atemtechniken, die von erfahrenen Fachleuten vermittelt werden sollten. Alle Entspannungstechniken sollen Spaß machen und einen angenehmen Zustand vermitteln. Dabei ist es sehr wichtig, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen, da sie sich sonst nicht auf die Übungen einlassen werden.

veröffentlicht in www.schule-online.de 2002