Wenn Kinder nicht richtig hören
pDie auditive Wahrnehmung ist ein zentraler Bereich beim
Schriftspracherwerb. Nur wer Töne genau hört und erkennen
kann, wird in die Lage versetzt richtig zu schreiben. Kann
ein Kind dem Laut o nicht auch den Buchstaben o zuordnen,
so kann es nicht korrekt schreiben lernen, es entwickelt
möglicherweise eine Legasthenie. Das Wort Angst zum Beispiel
wird anfangs von den Kindern gerne als "Ankst" verschriftet
- für die erste oder zweite Klasse eine gute Leistung, denn
das harte "k" hört man deutlich heraus. In der Folge können
dann Rechtschreibregeln erlernt werden, um die Ausnahmen
von der phonologischen Schreibung Stück für Stück zu erlernen.
Bei der auditiven Wahrnehmung geht es nicht um das Hören
von laut und leise, wie es beim Ohrenarzt getestet wird.
Trotz des Hörens der korrekten Lautstärke kann ein Kind
eine auditiveAuditive WahrnehmungWahrnehmungsstörung haben
oder entwickeln. Es geht dabei um das differenzierte Hören.
Viele Kinder mit einer Legasthenie haben dabei große Probleme.
Sie können harte von weichen Lauten nicht unterscheiden,
verwerchseln o und u oder sind nicht in der Lage, einen
kurzen oder einem langen Vokal als solchen zu erkennen.
Diktat
Bei einem Diktat in der Schulklasse zeigt sich die gesamte
Problematik recht schnell. Die Kinder schreiben ihren Text
sehr langsam, weil sie sich sehr genau auf das Hinhören
konzentrieren müssen. Da ihnen diese Konzentration auch
nicht weiter hilft, beginnen sie zu raten oder beim Nachbarn
abzuschauen. Schnell verlieren sie den Anschluss und lassen
aus diesem Grund einzelne Worte oder ganze Satzteile aus.
Ein sehr große Fehlerzahl ist die Folge.
Kinder mit auditiven Wahrnehmungsschwächen haben keine Möglichkeit
durch eigene Anstrengungen ihre schulischen Leistungen in
den auditiven Bereichen zu verbessern. Im normalen Unterricht
wird auf die genaue Lautdiskriminierung nicht allzu lange
geachtet. Schnell geht der Lehrer davon aus, dass die Kinder
dies beherrschen. Bei vielen Kindern ist dies ja auch der
fall, doch die anderen benötigen unbedingt längeres Üben
in diesem Bereich, um eine gesicherte Basis für den korrekten
Schriftspracherwerb zu erhalten. Doch dafür ist leider selten
Zeit. Das genaue Hören und Unterscheiden von Lauten wird
schnell als gekonnt vorausgesetzt.
Nur gezieltes Üben hilft ihnen. Doch dazu müssen Fachleute
her. Fördergruppen oder differenzierter Unterricht für diese
Kinder ist absolut notwendig, möglicherweise muss eine zusätzliche
außerschulische Förderung einsetzten, um die Defizite zu
verringern und den Anschluss an das Leistungsniveau der
Klasse zu ermöglichen.
Sinnvolle Spiele
* Was höre ich? (Spiel Le pic)
* Familiar Sounds (Spiel Nathan)
* Spukefix (CD-ROM Hölder-Pichler-Verlag)
* mit geschl. Augen Töne orten und ihnen folgen
* Vorlesen und dann Fragen beantworten
* Koffer packen (jeweils ein Teil mehr)
* Fernsehsendung erklären lassen
* Wortketten bilden (mit den jeweiligen Endbuchstaben)
* best. Wörter in einer Geschichte registrieren
* blind Tönen, Wörtern o. Zahlen folgen
* Ratz-Fatz (Hama)







