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Hausaufgaben >> Wieviel Hilfe ist erlaubt?

Hilfe bei den Hausaufgaben: Wieviel ist erlaubt?

Es gibt nur wenige Kinder, die ihre Hausaufgaben für die Schule von Anfang an alleine bewältigen und dies über die gesamte Schulzeit beibehalten. Vielmehr ist es Alltag in deutschen Familien, dass ein mehr oder weniger großer Teil der Nachmittag der Vorbereitung für den Unterricht vorbehalten ist. Doch das ist nicht für jedes Kind sinnvoll. Lesen Sie in diesem Beitrag, wieviel Unterstützung in Ordnung ist und wo die kritische Grenze beginnt.

"Bin ich eine Rabenmutter oder "klammere" ich vielleicht zu viel?" Vor dieser Frage stehen Mütter im Erziehungsalltag immer wieder, auch und besonders dann, wenn es um die Unterstützung in der Schule geht. Ganz besonders umstritten ist die Hilfe bei den täglichen Hausaufgaben. Wieviel ist erlaubt und ab wann schadet die Hilfe mehr als sie nutzt?

Eine allgemein gültige Antwort auf diese brisante Frage gibt es allerdings nicht. Daher hinkt auch jeder Vergleich mit anderen Familien, dem Nachbarkind oder den Freunden. Kein Kind ist gleich - daher kann es auch keine "Erziehungsrezepte " für alle geben. Vielmehr ist hier die Erfahrung und Sensibilität der Eltern gefragt, die meistens am besten wissen, was ihrem Kind gut tut.

Vertrauen Sie Ihrem Gefühl
Da Sie Ihr Kind nicht erst seit der Einschulung kennen, sondern es bereits über viele Jahre in seiner Entwicklung begleitet haben, können Sie seinen Hilfebedarf wahrscheinlich ganz gut einschätzen . Sie selber wissen, wie gut Ihr Kind mit der Umstellung vom Kindergarten auf die Schule umgeht, wie schnell es die Veränderungen verkraftet und wieviel Begleitung es in diesen ersten Jahren benötigt. Natürlich ist es wichtig, ein Kind seine eigenen Erfahrungen machern zu lassen. Aber niemandem nutzt es, wenn ein verzweifeltes und verunsichertes Schulkind den halben Nachmittag vor seinen Heften sitzt, weil es mit den Hausaufgaben alleine nicht weiterkommt. Selbstständig arbeiten ja, aber doch nicht immer und um jeden Preis!

Seien Sie ehrlich zu sich selbst
Es ist für viele Eltern gar nicht so einfach, sein Kind alleine arbeiten zu lassen. Beobachten Sie daher mal Ihr eigenes Verhalten und überprüfen Sie, ob Ihr Kind genügend Spielraum zum Fehlermachen hat. Oder können Sie es vielleicht gar nicht aushalten, wenn in den Hausaufgaben Fehler sind oder die Arbeitshefte nicht ordentlich genug aussehen? Fragen Sie sich:

  • Muss ich jeden Tag die Hausaufgaben meines Kindes kontrollieren?
  • Muss mein Kind auch kleine Fehler in den Hausaufgaben korrigieren, wenn ich sie finde?
  • Muss mein Kind seine Hausaufgaben neu schreiben, wenn sie nicht sehr ordentlich sind?
  • Überprüfe ich jeden Tag, ob mein Kind alle seine Hausaufgaben gemacht hat?
  • Sitze ich bei den Hausaufgaben immer neben meinem Kind?
  • Macht mein Kind wesentlich länger als eine Stunde Hausaufgaben?
  • Erwarte ich, dass mein Kind nach den Hausaufgaben noch etwas mit mir übt?

Überprüfen Sie Ihre Ansprüche an Ihr Kind
Natürlich ist der Leistungsdruck schon in den Grundschulen hoch, weil das Selektionsprinzip am Ende der 4. Klasse Eltern und Kindern Angst macht. Trotzdem ist eine zu starke Kontrolle der Hausaufgaben nicht gut, denn sie verhindert auf Dauer das selbstständige Arbeiten . Ihr Kind lernt durch das aktive Tun - nicht durch das intensive Helfen oder sogar "Abnehmen" der Anforderungen.

Sinn der Hausaufgaben ist ja neber der Wiederholung des Lernstoffes auch das schrittweise Heranführen an selbstverantwortliches Arbeiten, an Fehlerkontrolle oder -aufarbeitung, am Problemlösen und -erkennen . Da sind Fehler nicht nur normal, sondern auch wichtig. Sie helfen den Lehrer/-innen Ihr Kind besser einzuschätzen und seine Lernstärken und -schwächen zu erkennen. Das wiederum ist wichtig, damit der individuelle Lernplan auf Ihr Kind abgestimmt werden kann.

Kein Kind ist wie das andere
Schon diese beiden Beispiele zeigen, dass eine einheitliche Vorgehensweise bei den Hausaufgaben nicht sinnvoll sein kann. Durch zuviel Kontrolle oder Hilfe werden selbstständige Kinder gebremst, durch zuwenig Unterstützung finden unstrukturierte Kinder keinen Weg, die Hausaufgabensituation langfristig zu verbessern. Je nach Temperament, Leistungsfähigkeit, Selbstbewusstsein oder Selbstständigkeit brauchen Kinder mehr oder weniger Hilfe. Auch die einsetzende Pubertät erfordert wieder besondere Vorgehensweisen von den Eltern, um das Arbeitsverhalten ihrer Kinder zu fördern.

Hausaufgaben sind Kindersache
Das sollten Eltern ihren Kindern immer wieder vermitteln. Kleine Hilfen sind erlaubt, aber im Großen und Ganzen sind Hausaufgaben aber der Job der Schülerinnen und Schüler . Eltern haben damit nur am Rande zu tun - so ist es eigentlich gedacht. Dass Leistungsdruck und Zukunftsangst heutzutage immer stärker dazu führen, dass Eltern die Verantwortung für die Hausaufgaben übernehmen, sie teilweise sogar dem Kind abnehmen, ist eine bedenkliche Entwicklung. [weiter]