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Legasthenie in den Klassen 1 - 10

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Unser Tipp:

Spielend lesen und schreiben
Ziel dieses spielerischen Trainingsprogramms ist die Verfestigung von häufig auftretenden einsilbigen Klangeinheiten,die mit einem Vokal beginnen und mehr als zwei Buchstaben umfassen. Diese sogenannten Signalgruppen bilden für legasthene Schüler und SchülerInnen eine solide Basis zur Strukturierung und Orientierung beim Lesen- und Schreibenlernen der deutschen Sprache. [weiter]

 
 
     

Was ist ein Legastheniker?
Als Legastheniker bezeichnet man heutzutage allgemein Menschen, die überdurchschnittliche Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und/oder der Schriftsprache haben, obwohl sie über eine "normale" Intelligenz verfügen. In den meisten Fällen haben die betroffenen Kinder nicht nur mit dem Schreiben große Probleme, sondern entwickeln auch gegen das Lesen eine Abneigung, da es ihnen sehr schwer fällt. Im Laufe der Schulzeit wirkt sich die Legasthenie auf fast alle Schulfächer aus, da das Lesen und Schreiben zentraler Bestandteil aller Fächer ist.

Und was ist Legasthenie?
Legasthenie ist eine resistente Störung (Sprachentwicklungsstörung), deren Hauptmerkmal eine ausgeprägte Beeinträchtigung der Entwicklung der Lese- und Rechtschreibfähigkeit ist. Mit einer präzisen Diagnostik, einer klaren Lernstrategie und einem einfühlsamen Unterrichtsstil können Legastheniker ihre Schwierigkeiten Schritt für Schritt überwinden.

Wann wird Legasthenie festgestellt?
Legasthenie wird in der Regel während der Schulzeit festgestellt. Es gibt einen Test, der schon im Vorschulalter auf eine Legasthenie Hinweise gibt - das Bielefelder Screening. Ab der ersten Klasse erzielt man zur Zeit mit der Hamburger Schreibprobe gute Einsichten in den Schriftsprach - Entwicklungsstand der Grundschüler. Besonders förderbedürftige Kinder werden hiermit gut erkannt. Die Schulen, bzw. die Lehrkräfte sind gehalten, den besonderen Förderbedarf der Kinder per Klassenkonferenz festzustellen und ihnen Förderunterricht zu erteilen. Dieser Förderunterricht muss dokumentiert werden, und nach Absprache mit den Eltern wird die Rechtschreibnote vorerst ausgesetzt. Jedes Bundesland hat eigene Bestimmungen zum Umgang mit der Lese- Rechtschreibschwäche. In vielen Ländern haben die Betroffenen ein Recht auf Nachteilsausgleich in Form von z.B. Notenschutz oder Zeitzugaben. Leider passiert es immer wieder, dass Legastheniker zu spät oder gar nicht erkannt werden.

Kosten einer Förderung?
Ist eine legasthene Störung sehr ausgeprägt, so dass eine eine drohende seelische Behinderung befürchtet werden muss, wird eine außerschulische, individuelle Förderung und Therapie notwendig. Mit einer fachärztlichen Diagnose und einer differenzierten Stellungnahme des/derzuständigen Lehrers/Lehrerin können die Erziehungsberechtigten versuchen, die Kosten für eine Legasthenietherapie beim örtlichen Jugendamt nach den Richtlinien des KJHG (Kinder- und Jugendhilfegesetz) über den § 35a erstattet zu bekommen. Es bestehen jedoch gezielte Bestrebungen, die Möglichkeit zu streichen, da die Kommunen dadurch finanziell hoch belastet sind. Ein neues Urteil in Hessen lässt die Jugendämter jedoch nicht aus der Verantwortung. Ein Kostenerstattung durch die Krankenkassen ist in der Regel nicht möglich.

Legasthenietherapie
Eine Legasthenietherapie stellt das legasthene Kind in den Mittelpunkt der Förderung und arbeitet mit dessen positiven Ressourcen. Die Therapie erstreckt über einen längeren Zeitraum und bezieht Lehrer/innen und Eltern regelmäßig in die Entwicklung ein. In unserem Konzept (AG Päd. Lernförderung e.V.) wird anfangs einzeln gearbeitet, später auch in kleinen Gruppen von bis zu drei Kindern, im Durchschnitt mit zwei Stunden pro Woche. Das verwendete Fördermaterial richtet sich nach den Bedürfnissen der Kinder. Auf eine Stärkung von Selbstbewusstsein und Motivation der Schüler wird sehr viel Wert gelegt. Rund 70% der Legastheniker überhaupt, und auch in unserer Einrichtung, sind Jungen.
[Legasthenie in der Schule]