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Wie lernt ein Kind eigentlich schreiben?

Vorschulische Phase
Bevor ein Kind in die Schule kommt, hat es schon grundlegende Erfahrungen gemacht, die ihm nützlich sind. Es kann Zeichen oder Logos einem Sinn zuordnen, zum Beispiel das Mac Donalds Logo dem Schnellimbiss. Und es hat mit großer Wahrscheinlichkeit schon Buchstaben abgemalt, um damit zum Beispiel seinen Namen zu "schreiben". Auch in Lesebüchern fahren Kinder gerne mit dem Finger die Buchstaben nach, um so zu tun, als würden sie die Geschichte selber lesen. Dabei schauen sie sich jedoch nur die Bilder an oder erzählen die Geschichte aus dem Gedächtnis nach.
Das Kind kann aber noch nicht einem Phonem (Laut) ein Graphem (eins oder mehrere Zeichen) selber zuordnen. Das lernt es erst in der Schule, zum Beispiel, dass das Phonem "sch" aus drei Buchstaben besteht.
Übungsmaterial: Sicher im Buchstabenwald!

Alphabetische Stufe
Der Erwerb der Schriftsprache funktioniert nach neusten Erkenntnissen stufenweise. Auf der ersten, für die Lese- und Schreibanfänger wichtigen alphabetischen Stufe, steht die phonologische Bewusstheit. Das bedeutet, dass das Kind in der Lage ist, die gehörten Phoneme lautgetreu aufschreiben zu können. Lautgetreue Wörter wie beispielsweise „Walde“, „oben“ oder „Datum“ werden Laut für Laut gehört und verschriftet.
Übungsmaterial: Sicher im Buchstabenwald!

Orthografische Stufe
In der nächsten Stufe, der orthografischen, werde einfach Rechtschreibregeln integriert. Das Kind muss sich hier Elemente merken, die von der eigenen Artikulation (Aussprache) abweichen. Mutter wird mit zwei „t“geschrieben, Koffer mit zwei „f“ oder Vater mit „V“. Dopplungen, Dehnungen und tz gehören auch in diesen Bereich. Um diese Leistung erbringen zu können, ist es notwendig, dass das Kind die lautgetreue Schreibung sicher beherrscht.
Übungsmaterial: Spielend schreiben und lesen!

Morphematische Stufe
Dann wiederum folgt die morphematische Stufe, die die Fähigkeit beschreibt, bei der Schreibung der Wörter deren Struktur zu beachten. Dazu gehört die Erschließung des Wortstammes (Räuber kommt von Raub und wird deshalb mit „äu“ geschrieben, und die Fähigkeit zur Zergliederung der Wörter in ihre Wortteile (Staubsauger von Staub und saugen).
Übungsmaterial: Wortbaustein erkannt - Fehler gebannt!

Wortübergreifende Strategie
Zuletzt kommt die wortübergreifende Strategie, die weiterführende sprachliche Aspekte wie Grammatik, Semantik oder wörtliche Rede umfasst.

Mit der Hamburger Schreibprobe, einem neueren diagnostischen Verfahren, kann man die Entwicklung des jeweiligen Kindes gut erfassen. Sie ist sowohl mit Einzelpersonen als auch in der Gruppe (Schulklasse) gut durchführbar.
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