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Kai hat Legasthenie

Wenn die Schule Angst macht...
Kai ist acht Jahre alt und geht in die dritte Klasse. Oft klagt er schon morgens über Bauchschmerzen, besonders wenn ein Diktat geschrieben werden soll oder ein Test ansteht. Seit einiger Zeit hat er Angst und einfach keine Lust mehr in die Schule zu gehen. In der ersten Klasse war er noch motiviert, hat seine Hausaufgaben gerne gemacht und sich auf die Freunde in der Schule gefreut. Doch dann wurden die Anforderungen für Kai schnell zuviel.

Gerade im Lesen gelang es ihm nur mühsam, gelernte Buchstaben zu behalten und sie zu Wörtern zusammenzuziehen. Mit viel Übung und intensiver Hilfe seiner Eltern, konnte er den Anschluss an das Lernziel im Lesen und Schreiben der Klasse bis zum Ende des zweiten Schuljahres behalten. Kai lernte die Diktate einfach auswendig, und auch in seiner Fibel konnte er die Geschichten auswendig erzählen, so dass es gar nicht auffiel, dass er sie nicht wirklich vorgelesen hat. Seine Schrift wurde jedoch nicht besser, und auch im Rechnen hatte er nun bei Textaufgaben manchmal Probleme, weil er die Aufgabenstellung nicht schnell genug erlesen konnte.

Es wird immer schlimmer
Richtig schlimm wurde es aber in der dritten Klasse, denn nun musste Kai so viele neue Wörter kennen, dass er selbst mit seinem trainierten Gedächtnis nicht mehr alles auswendig lernen konnte. Und es gab jetzt Noten. Kai machte in seinen schriftlichen Hausaufgaben, in Diktaten und freien Texten sehr viele Fehler. So sehr er auch übte und sich anstrengte, die Fehler wurden nicht weniger. Kai konnte sich einfach nicht merken, wie man denn die Wörter nun richtig schreibt. Zuhause wurde die Luft immer dicker. Kai´s Mutter verlor bei den Hausaufgaben öfter die Geduld, Kai wurde bockig, und beide schrien sich häufig an. Der Familienfrieden war eigentlich nur in den Ferien herstellbar, der Leistungsdruck war in der Unterrichtszeit einfach zu groß.
Kai war rundherum unglücklich, er verfluchte die Schule, begann wieder einzunässen und verlor immer mehr sein Selbstbewusstseins. Aus dem glücklichen Jungen war innerhalb von 2 ½ Jahren ein Häuflein Elend geworden. Und das, obwohl Kai ein sehr intelligentes Kind war. Nur beim Lesen und beim Schreiben versagte er eben.


Mit Montessori Legasthenie behandelnSchluss mit dem Teufelskreis
Als die Lehrerin Kais Eltern auf dessen Probleme ansprach, kam endlich Bewegung in die eingefahrene Situation. Kai machte einen Legasthenietest bei einer Beratungsstelle, der positiv ausfiel.Nun waren seine Probleme endlich benannt und es konnte eine gezielte Förderung einsetzen. Zusätzlich wurde Kais Rechtschreibnote ausgesetzt, so dass er nur nach seinen inhaltlichen Beiträgen bewertet wurde und wieder Erfolgserlebnisse in der Schule hatte. Der Teufelskreis "Lernstörung" wurde unterbrochen und Kai hat nun eine gute Chance, trotz seiner Legasthenie seine Schullaufbahn erfolgreich zu absolvieren. [weiter]