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Schule | Einschulung >> Linkshändigkeit
Linkshändigkeit ist die Bezeichnung für die Bevorzugung der linken Hand beim Verrichten von komplexen Arbeiten sowie bei verschiedenen Kulturtechniken wie z.B. Schreiben, Essen, Winken usw. Sie kommt bei etwa 10% aller Menschen vor und tritt beim männlichen Geschlecht häufiger auf als beim weiblichen.

Linkshändigkeit ist hirnorganisch bedingt, d.h. dass bei diesen Personen die rechte Großhirnhälfte stärker ausdifferenziert ist als die linke. Ob Linkshändigkeit angeboren ist, konnte noch nicht ausreichend geklärt werden. Zwischen der Geburt und dem 4. Lebensjahr schwankt die Seitigkeit mehrmals, d.h. von Linkshändigkeit zur Rechtshändigkeit und umgekehrt. Mit ca. acht Jahren ist die Links- bzw. Rechtshändigkeit festgelegt.

Wird von einem linkshändigen Kind verlangt, z.B. mit der rechten Hand zu schreiben, besteht die Gefahr seelischer Fehlentwicklungen, die sich z.B. in Sprachstörungen, Legasthenie, Bettnässen äußern können. Diese Störungen lassen sich aber nach Rückkehr zur natürlichen Seitigkeit und individueller Förderung wieder beheben.

Auch heute noch kann Linkshändigkeit Fragen besonders in der Kinderbetreuung, der medizinischen Vorsorge, der allgemeinen Erziehung und der Berufsausbildung aufwerfen. Das beginnt oft bereits im Alter von 10 bis 15 Monaten mit der Diagnose der Händigkeit, in dem viele Kinder schon eindeutig die linke oder rechte Hand bevorzugen.

In diesem Zusammenhang ist dann die Auswahl der richtigen Gebrauchsgegenstände für Linkshänder wichtig, angefangen bei Scheren, Spitzern und Füllern bis zu Haushaltsartikeln.

In der Schule wird häufig zu wenig Beachtung auf die richtige Schreibhaltung gelegt und im Beruf oft nicht berücksichtigt, dass auch hier bestimmte Tätigkeitsabläufe vom Linkshänder „andersherum" gemacht werden und es wird versäumt, dem Linkshänder optimale Leistungsmöglichkeiten zu gewähren.

Und leider wird auch heute noch meist sehr früh, verbunden mit dem natürlichen Modell- und Nachahmungsverhalten der Kinder, versucht, Linkshänder auf den Gebrauch der rechten Hand umzuschulen.

Die Umstellung der angeborenen Händigkeit ist aber ein massiver Eingriffe in das menschliche Gehirn: Durch den bevorzugten Gebrauch der nicht dominanten Hand, besonders zum Schreiben, kann es im Gehirn zu Störungen und Irritationen kommen, die den Menschen individuell meist sehr belasten und Auswirkungen für sein ganzes Leben haben können. Dr. Johanna Barbara Sattler


Tipps zum Schreibenlernen
In der Schulklasse sollte ein Linkshänder stets auf dem linken Sitzplatz sitzen bzw. zwei Linkshänder nebeneinander.
Spezielle Linkshänderfüller sollten benutzt werden.
Licht sollte von vorne oder von rechts auf den Arbeitsplatz fallen.
Die Schreibbewegung läuft von links her zum Körper hin, dadurch bleibt die Bewegung flüssig und Verkrampfungen wird entgegengewirkt.
Die Lage des Schreibheftes soll rechtsschräg sein, d.h. das Heft muss um einen Winkel von mindestens
30° gedreht werden. Durch die Schräglage wird erreicht, dass das Geschriebene nicht verschmiert und die Schrift nicht nach links umfällt.
Links zu Linkshändigkeit
Ein Händigkeitstest
Die deutsche Linkshänderseite
Ein Cursor für Linkshänder
Interview mit Dr. Sattler über Linkshändigkeit in der Schule von LeaNet.de
Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e. V. (DGAUM)