Dein Kind soll ein Lesetagebuch erstellen und weiß nicht, was da eigentlich hineingehört?
Dann ist die Aufgabe zunächst viel größer, als sie sein muss. Ein Lesetagebuch ist nämlich kein langer Aufsatz über ein Buch. Es begleitet dein Kind beim Lesen.
Darin sammelt es Informationen über das Buch, beschäftigt sich mit Figuren und Handlung, zeichnet, schreibt und hält vor allem seine eigenen Gedanken fest.
Was ist ein Lesetagebuch?
Ein Lesetagebuch begleitet die Lektüre eines Buches. Dein Kind sammelt darin Informationen, Beobachtungen, Fragen und persönliche Eindrücke.
Genauer lesen
Figuren, wichtige Ereignisse und Zusammenhänge werden bewusster wahrgenommen.
Texte verstehen
Dein Kind muss auswählen, zusammenfassen und über das Gelesene nachdenken.
Kreativ werden
Zeichnungen, Comics, Briefe oder Steckbriefe können Teil des Tagebuchs sein.
Eigene Meinung bilden
Was gefällt? Was überrascht? Welche Figur würde dein Kind gerne treffen?
Das Buch muss zu deinem Kind passen
Wenn dein Kind sein Buch selbst auswählen darf, sollte es nicht danach entscheiden, welches Buch besonders beeindruckend aussieht. Viel wichtiger ist: Es sollte das Buch gerne lesen und bewältigen können.
Das Thema interessiert dein Kind.
Schrift und Textmenge sind gut zu bewältigen.
Der Wortschatz ist nicht unnötig schwierig.
Die Länge passt zur verfügbaren Zeit.
Dein Kind versteht grundsätzlich, was es liest.
So erstellt dein Kind ein Lesetagebuch
Mit einer einfachen Struktur wird aus der großen Schulaufgabe ein überschaubares Projekt.
Aufgabe genau lesen
Zuerst klären: Was verlangt die Lehrkraft? Welche Aufgaben sind Pflicht und welche dürfen ausgewählt werden?
Heft oder Mappe auswählen
Ein eigenes Heft, ein Ordner oder eine Mappe sorgt dafür, dass alle Seiten an einem Ort bleiben.
Deckblatt gestalten
Buchtitel, AutorIn, Name des Kindes und ein Bild geben dem Tagebuch einen persönlichen Anfang.
Buchsteckbrief anlegen
Titel, AutorIn, Verlag und weitere verlangte Buchdaten kommen übersichtlich auf eine eigene Seite.
Beim Lesen Einträge machen
Nicht alles bis zum Schluss aufschieben. Nach Kapiteln oder wichtigen Szenen kurze Einträge ergänzen.
Am Ende zurückblicken
Was hat gefallen? Was nicht? Welche Figur war besonders interessant? Würde dein Kind das Buch empfehlen?
12 Ideen für dein Lesetagebuch
Nicht jedes Tagebuch braucht alle Aufgaben. Oft ist eine Mischung aus Pflichtaufgaben und freien Ideen am schönsten.
1. Buchsteckbrief
Titel, AutorIn, Verlag und wichtige Buchdaten sammeln.
2. Figurensteckbrief
Eine wichtige Figur beschreiben und vielleicht zeichnen.
3. Kapitel zusammenfassen
In wenigen eigenen Sätzen festhalten, was passiert ist.
4. Lieblingsstelle
Eine wichtige oder besonders schöne Stelle auswählen und begründen.
5. Brief schreiben
Einer Figur aus dem Buch einen persönlichen Brief schreiben.
6. Interview führen
Fragen an eine Figur erfinden und passende Antworten formulieren.
7. Comic zeichnen
Eine wichtige Szene als kleine Bildergeschichte darstellen.
8. Neues Ende
Wie könnte die Geschichte auch ausgehen?
9. Schauplatz zeichnen
Einen wichtigen Ort aus dem Buch bildlich darstellen.
10. Neue Wörter
Unbekannte oder interessante Wörter sammeln und erklären.
11. Spannungsmomente
Festhalten, wann es besonders spannend wurde – und warum.
12. Buch bewerten
Eine persönliche Empfehlung mit Begründung schreiben.
Ein Lesetagebuch darf kreativ sein
Schreiben gehört dazu – aber dein Kind darf genauso zeichnen, gestalten, Fragen stellen und seine eigene Sicht auf das Buch zeigen. Im Video kannst du das noch einmal anschaulich aufgreifen.
So könnte eine Seite im Lesetagebuch aussehen
Gerade am Anfang helfen einfache Fragen. Dein Kind muss nicht jedes Mal eine ganze Seite schreiben.
Nach einem Kapitel
In 2–4 eigenen Sätzen zusammenfassen.
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Meine persönliche Seite
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Es muss nicht immer geschrieben werden
Ein Lesetagebuch darf abwechslungsreich sein. Zeichnungen, Comics, kleine Übersichten und andere kreative Formen helfen deinem Kind, sich auf unterschiedliche Weise mit dem Buch zu beschäftigen.
Eine Szene zeichnen
Wie stellt sich dein Kind einen wichtigen Moment der Geschichte vor?
Comic gestalten
Eine Szene in drei bis sechs Bildern erzählen – mit kurzen Sprechblasen.
Figurenkarte anlegen
Name, Eigenschaften und Beziehungen der wichtigsten Personen darstellen.
Zeitstrahl erstellen
Wichtige Ereignisse in ihrer Reihenfolge sichtbar machen.
Schauplatz entwerfen
Ein Zimmer, eine Stadt oder einen Fantasieort aus dem Buch zeichnen.
Brief oder Nachricht schreiben
Was würde dein Kind einer Figur gerne sagen oder fragen?
Die eigene Meinung gehört unbedingt dazu
Ein Lesetagebuch soll nicht nur zeigen, dass dein Kind den Inhalt wiedergeben kann. Interessant wird es dort, wo es selbst Stellung bezieht.
Hier gibt es kein vorgegebenes „richtig“. Wichtig ist, dass dein Kind seine Meinung nachvollziehbar begründet.
Wie viel dürfen Eltern helfen?
Unterstützung ist sinnvoll. Das Lesetagebuch sollte am Ende aber erkennbar das Projekt des Kindes bleiben.
Das kannst du gut unterstützen
gemeinsam die Aufgabenstellung lesen
Materialien und Heft besorgen
bei der Zeiteinteilung helfen
über Figuren und Handlung sprechen
bei unbekannten Wörtern helfen
Interesse am fertigen Eintrag zeigen
Das sollte dein Kind selbst machen
eigene Antworten formulieren
Lieblingsstellen auswählen
eigene Meinung äußern
Zeichnungen und Gestaltung übernehmen
Aufgaben möglichst selbst bearbeiten
das fertige Projekt präsentieren
Lesetagebuch-Vorlagen für dein Kind
Dein Kind möchte nicht bei einer leeren Seite anfangen? Dann können meine fertigen Lesetagebuch-Vorlagen helfen. Sie geben Struktur und lassen trotzdem Platz für eigene Gedanken, Zeichnungen und Ideen.
Im Lernfoerderung.de-Shop findest du weitere Materialien zum Lesenlernen, Leseverständnis und für kreative Leseprojekte.
Ein gutes Lesetagebuch erzählt auch etwas über dein Kind
Natürlich gehören Informationen über Buch, Figuren und Handlung hinein. Aber besonders interessant wird das Tagebuch durch die persönlichen Seiten: Was hat dein Kind überrascht? Welche Figur mochte es? Was hätte es selbst anders gemacht?
Genau dadurch wird aus einer Schulaufgabe eine eigene Auseinandersetzung mit einem Buch.
Buch auswählen → lesen → festhalten → gestalten → eigene Meinung entwickeln



