„Mein Kind kann sich einfach nicht konzentrieren.“
Dieser Satz beschäftigt viele Eltern. Doch Konzentrationsprobleme bedeuten nicht automatisch ADHS. Müdigkeit, Stress, Überforderung, Ablenkung, fehlende Motivation oder ungünstige Lernbedingungen können ebenfalls eine Rolle spielen. Entscheidend ist deshalb zunächst: Wann klappt Konzentration – und wann nicht?

Was möchtest du über ADHS und Konzentration wissen?

Von „unkonzentriert“ bis ADHS: Nicht vorschnell urteilen

👀
Beobachten
🔎
Situationen vergleichen
🧩
Ursachen unterscheiden
💬
Schule einbeziehen
🩺
Bei Bedarf abklären

Ein Kind kann bei den Hausaufgaben nach fünf Minuten abschweifen und sich gleichzeitig lange mit einem spannenden Spiel oder Hobby beschäftigen. Das allein beweist weder eine Konzentrationsstörung noch ADHS.

Hilfreicher ist es, über einen längeren Zeitraum zu beobachten: Tritt die Schwierigkeit nur beim Lernen auf? Auch beim Spielen? Zu bestimmten Tageszeiten? Vor allem unter Zeitdruck? In der Schule ebenso wie zu Hause?

Situationsabhängige Konzentrationsprobleme

  • vor allem bei langweiligen oder schwierigen Aufgaben
  • bei Müdigkeit oder Stress stärker
  • durch Ablenkungen verstärkt
  • unter günstigeren Bedingungen deutlich besser

Genauer hinschauen

  • Probleme treten dauerhaft und deutlich auf
  • mehrere Lebensbereiche sind betroffen
  • Schule und Familienalltag leiden spürbar
  • zusätzlich fallen beispielsweise starke Unruhe oder Impulsivität auf
Wichtig: Eine Checkliste oder ein Online-Test kann Beobachtungen sortieren, aber keine ADHS-Diagnose stellen. Wenn Schwierigkeiten dauerhaft ausgeprägt sind und dein Kind deutlich beeinträchtigen, ist eine fachliche Abklärung sinnvoll.

Bei ADHS geht es um mehr als Konzentration

Aufmerksamkeit ist ein wichtiger Teil von ADHS – aber nicht der einzige. Kinder können sich sehr unterschiedlich zeigen. Manche fallen durch starke körperliche Unruhe auf, andere wirken eher langsam, vergesslich oder verträumt.

🎯

Aufmerksamkeit

Arbeitsaufträge gehen verloren, Ablenkungen gewinnen schnell die Oberhand oder Aufgaben werden nicht zu Ende geführt.
⚡

Impulsivität

Handlungen oder Antworten erfolgen manchmal sehr schnell, bevor genügend Zeit zum Nachdenken geblieben ist.
🏃

Aktivität & Unruhe

Manche Kinder zeigen einen starken Bewegungsdrang. Andere fallen dagegen kaum durch äußere Unruhe auf.

Der Begriff ADS wird im Alltag weiterhin häufig für Kinder verwendet, bei denen vor allem Unaufmerksamkeit und Verträumtheit auffallen. Deshalb verwenden wir ihn auf lernfoerderung.de weiterhin als verständlichen Such- und Alltagsbegriff und erklären gleichzeitig die fachliche Einordnung.

ADHS sieht nicht bei jedem Kind gleich aus

Manche Kinder mit ADHS fallen durch starke Unruhe und impulsives Verhalten auf. Andere wirken eher still, verträumt und unauffällig. Wieder andere haben vor allem Schwierigkeiten mit Konzentration, Organisation oder Selbststeuerung. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick darauf, wo dein Kind im Alltag Unterstützung braucht.

☁️ eher still und verträumt Unaufmerksamkeit steht im Vordergrund
↔
⚡ eher unruhig und impulsiv das Verhalten fällt schneller auf
💡 Wichtig: ADHS lässt sich nicht an einem einzelnen Verhalten erkennen. Entscheidend ist, wie dauerhaft und ausgeprägt Schwierigkeiten auftreten und wie stark sie Schule, Familie und Alltag des Kindes beeinträchtigen.
Uta Reimann-Höhn
Expertin für Lernen & Konzentration

Uta Reimann-Höhn über Konzentration und ADHS

Ich bin Diplom-Pädagogin, Lerntherapeutin und Autorin und beschäftige mich seit vielen Jahren mit Kindern, denen Lernen, Konzentration oder die Steuerung ihrer Aufmerksamkeit schwerfällt. Mir ist besonders wichtig, nicht nur auf Schwierigkeiten zu schauen, sondern herauszufinden, unter welchen Bedingungen ein Kind gut lernen und seine Stärken zeigen kann.

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