Nicht die längste Frage ist der beste Prompt

Du kannst dir Lernstoff erklären lassen, einen Lernplan erstellen, Vokabeln üben, dich abfragen lassen oder Feedback zu einem eigenen Text bekommen.

Entscheidend ist aber, wie du deine Aufgabe formulierst. Je besser das System weiß, was du bereits kannst und wobei du Hilfe brauchst, desto nützlicher wird die Antwort.

Die einfache Formel für einen guten Lern-Prompt

Du brauchst keine komplizierte Prompt-Sprache. Vier Informationen reichen für viele Lernaufgaben bereits aus:

1 Klasse Wie alt bist du bzw. in welcher Klasse?
2 Thema Was möchtest du lernen?
3 Problem Was verstehst du noch nicht?
4 Ziel Erklären, üben, prüfen oder verbessern?

So macht ein genauer Prompt einen Unterschied

ZU ALLGEMEIN
„Erklär mir Bruchrechnung.“
BESSER
„Ich bin in der 6. Klasse und verstehe noch nicht, warum man beim Addieren von Brüchen einen gemeinsamen Nenner braucht. Erkläre es mir zuerst mit einem einfachen Beispiel und gib mir danach eine Aufgabe zum Selberlösen.“

8 Prompts, die dir beim Lernen wirklich helfen

1. Ein Thema verstehen
„Ich bin in der [Klasse]. Erkläre mir [Thema] in einfachen Worten. Beginne mit einem Beispiel aus dem Alltag und frage mich danach, ob ich es verstanden habe.“
2. Nicht sofort die Lösung bekommen
„Hilf mir bei dieser Aufgabe, aber verrate mir die Lösung nicht sofort. Gib mir zunächst einen Hinweis und lass mich den nächsten Schritt selbst versuchen.“
3. Für einen Test üben
„Ich schreibe einen Test über [Thema]. Stelle mir 10 Fragen einzeln nacheinander. Warte jeweils auf meine Antwort und erkläre mir meine Fehler.“
4. Lernplan erstellen
„Ich habe in [Zahl] Tagen einen Test über [Thema] und täglich ungefähr [Zeit] Minuten zum Lernen. Erstelle mir einen realistischen Lernplan.“
5. Mathe verstehen
„Ich verstehe bei dieser Aufgabe den Lösungsweg nicht. Erkläre mir nur den ersten Schritt. Danach möchte ich selbst weitermachen.“
6. Einen eigenen Text verbessern
„Ich bin in der [Klasse]. Lies meinen Text und zeige mir Rechtschreib-, Grammatik- und Ausdrucksfehler. Schreibe ihn nicht komplett neu, sondern erkläre mir, was ich selbst verbessern kann.“
7. Vokabeln üben
„Frage mich diese Vokabeln einzeln ab. Merke dir, welche ich falsch beantworte, und wiederhole diese am Ende noch einmal.“
8. Wissenslücken finden
„Stelle mir fünf Fragen zu [Thema]. Werte danach aus, welche Bereiche ich schon gut kann und was ich noch wiederholen sollte.“
Der wichtigste Trick: Bitte nicht nur um eine fertige Lösung. Lass dir Hinweise geben, beantworte Fragen und versuche einzelne Schritte selbst. So wird aus einer schnellen Antwort tatsächlich Lernen.
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Nutze den Lernmodus

Wenn du nicht einfach eine fertige Antwort möchtest, sondern ein Thema wirklich verstehen willst, kannst du den Lernmodus verwenden. Dabei wirst du Schritt für Schritt durch ein Thema geführt, bekommst Fragen gestellt und kannst dein Wissen überprüfen.

Prompts für verschiedene Schulfächer

Deutsch
„Ich schreibe eine Erörterung zum Thema [Thema]. Stelle mir Fragen, mit denen ich selbst drei gute Pro- und Contra-Argumente entwickeln kann.“
Mathematik
„Ich bin in der [Klasse] und übe [Thema]. Gib mir eine leichte Aufgabe. Warte auf meine Lösung und erhöhe die Schwierigkeit erst, wenn ich sie verstanden habe.“
Englisch
„Führe mit mir ein kurzes Gespräch auf Englisch über [Thema]. Verbessere meine wichtigsten Fehler anschließend und erkläre sie auf Deutsch.“
Geschichte
„Erkläre mir [historisches Ereignis] in fünf Schritten. Frage mich danach nach Ursache, Verlauf und Folgen.“
Biologie
„Erkläre mir [Thema] zunächst so, dass es ein Kind verstehen könnte. Danach erkläre es noch einmal mit den Fachbegriffen, die ich für die Schule kennen muss.“
Referat
„Mein Referat handelt von [Thema]. Hilf mir, fünf sinnvolle Unterfragen für meine Recherche zu entwickeln. Nenne mir noch keine fertigen Inhalte.“

Antworten können überzeugend klingen und trotzdem falsch sein

Ein Sprachmodell formuliert Antworten oft sehr sicher und verständlich. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jede Zahl, Quelle, Person oder Erklärung stimmt.

1 Verstehen Kannst du die Antwort anschließend selbst erklären?
2 Prüfen Stimmen wichtige Fakten mit zuverlässigen Quellen überein?
3 Selbst schreiben Formuliere das Gelernte anschließend in deinen eigenen Worten.
Auch wichtig: Gib keine Passwörter oder unnötige persönliche Daten ein. Bei Schulaufgaben solltest du außerdem wissen, welche Regeln deine Schule oder Lehrkraft für die Nutzung solcher Werkzeuge vorgibt.

Der beste Prompt macht dich nicht überflüssig

Es ist verlockend, einen kompletten Aufsatz, eine fertige Hausaufgabe oder einfach das Ergebnis einer Rechenaufgabe erzeugen zu lassen. Für das Lernen bringt das allerdings wenig.

Interessanter wird es, wenn du die Rollen umdrehst: Lass dich abfragen, bitte um Hinweise, suche Fehler in einer Erklärung oder versuche zunächst selbst eine Lösung.

Nutze das Werkzeug wie einen Lernpartner

Gute Prompts liefern nicht nur bessere Antworten. Sie können dafür sorgen, dass du aktiver lernst.

Bitte um Erklärungen statt nur um Ergebnisse, lass dich testen und überprüfe wichtige Informationen. Dann hilft dir das Werkzeug beim Denken – statt dir das Denken abzunehmen.

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