Wenn Lesen oder Rechtschreiben für dein Kind dauerhaft schwierig bleibt, kann eine gezielte Förderung viel bewirken. Wichtig ist jedoch: Eine gute Legasthenie-Therapie besteht nicht einfach aus mehr Üben. Sie setzt dort an, wo dein Kind tatsächlich Schwierigkeiten hat.
Eine Legasthenie lässt sich nicht mit einem schnellen Trainingsprogramm „wegtherapieren“. Kinder können aber wirksame Strategien lernen, ihre Lese- und Rechtschreibfähigkeiten verbessern und wieder mehr Sicherheit beim Lernen entwickeln.
So sollte eine Legasthenie-Therapie beginnen
Bevor gezielt gefördert wird, sollte möglichst genau geklärt sein, was deinem Kind schwerfällt. Manche Kinder lesen sehr langsam, andere machen vor allem viele Rechtschreibfehler – und bei manchen treten beide Schwierigkeiten gemeinsam auf.
Wenn du noch nicht sicher bist, wie die Schwierigkeiten deines Kindes einzuordnen sind, findest du auf unserer Seite zum Legasthenie-Check und zur Diagnose eine erste Orientierung.
Lesen und Rechtschreiben brauchen unterschiedliche Schwerpunkte
📖 Wenn das Lesen schwerfällt
Die Förderung kann beispielsweise beim sicheren Erkennen von Buchstaben und Silben beginnen und schrittweise zu Wörtern und Texten führen. Lesegenauigkeit und Leseflüssigkeit werden systematisch aufgebaut.
✏️ Wenn die Rechtschreibung schwerfällt
Hier geht es darum, Schreibweisen nicht nur auswendig zu lernen, sondern Strukturen und Strategien zu verstehen – zum Beispiel Silben, Wortbausteine, Ableitungen und Rechtschreibregeln.
Woran erkennst du eine gute Förderung?
- am tatsächlichen Leistungsstand deines Kindes ansetzen,
- Lesen und Rechtschreiben gezielt und systematisch trainieren,
- in kleinen, verständlichen Schritten vorgehen,
- regelmäßig wiederholen, ohne dein Kind zu überfordern,
- Fortschritte sichtbar machen und die Förderung entsprechend anpassen,
- Motivation und Selbstvertrauen deines Kindes im Blick behalten.
Wie läuft eine Legasthenie-Therapie ab?
Es gibt keinen Ablauf, der für jedes Kind identisch ist. Gute Förderung orientiert sich daran, welche Fähigkeiten bereits sicher sind und wo die nächsten sinnvollen Lernschritte liegen.
Passende Ziele
Es werden erreichbare Lernziele festgelegt, statt alle Schwierigkeiten gleichzeitig anzugehen.
Systematisch üben
Neue Strategien werden erklärt, ausprobiert, wiederholt und zunehmend sicher angewendet.
Fortschritte prüfen
Regelmäßige Überprüfungen zeigen, was schon besser gelingt und wo weitergearbeitet werden sollte.
Wie lange dauert eine Legasthenie-Therapie?
Darauf gibt es keine seriöse pauschale Antwort. Ausgangslage, Alter, Ausprägung der Schwierigkeiten, Förderhäufigkeit und individuelle Lernentwicklung unterscheiden sich von Kind zu Kind.
Angebote, die eine Legasthenie innerhalb weniger Wochen beseitigen oder gar eine sichere „Heilung“ versprechen, solltest du kritisch betrachten. Lesen und Rechtschreiben sind komplexe Fähigkeiten, die schrittweise aufgebaut werden.
Was können Eltern zu Hause tun?
Zu Hause muss keine zweite Therapiestunde stattfinden. Kurze, passende Übungen sind meist sinnvoller als lange zusätzliche Lernzeiten. Wichtig sind außerdem Geduld, Ermutigung und Erfolgserlebnisse.
Beim Lesen können beispielsweise kurze regelmäßige Lesezeiten helfen. Beim Rechtschreiben sind wenige Wörter oder eine einzelne Strategie oft sinnvoller als seitenlange Diktate.
Passend weiterarbeiten
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