Dyskalkulie-Check: Hat mein Kind eine Rechenschwäche?

 

Schritt 1: Machen Sie den Schnell-Check

Wenn Kinder sehr lange an den Rechenhausaufgaben sitzen, den Zehnersprung nicht verstehen oder ständig schlechte Noten in Mathematik bekommen, liegt die Vermutung auf ein Vorliegen einer Rechenschwäche oder Dyskalkulie nah.

Hat mein Kind eine Dyskalkulie

 

Diagnostizieren kann eine Dyskalkulie nur ein Experte, der die notwendigen Testverfahren durchführt und auswertet. Eine erste Einschätzung können Eltern aber auch selber durchführen. Anschließend können Sie Experten ins Boot holen, wenn es notwendig erscheint. Testen mit unserem Dyskalkulie-Check auf Rechenschwäche-Anzeichen und machen Sie anschließend den zweiten Schritt.

 

 

Dyskalkulie-Check, ein erster Schritt

Wenn von der folgenden Checkliste viele Punkte auf Ihr Kind zutreffen, sollten Sie unbedingt Rücksprache mit dem Fachlehrer halten und einen Dyskalkulietest bei einer Beratungsstelle oder einem Lerntherapeuten vereinbaren.

Dyskalkulie-Check

  • Verwechslung der Operationssymbole (+, -, x,:)
  • kann komplexe Aufgaben nicht lösen
  • Probleme beim Kopfrechnen
  • Probleme mit oben, unten, hinten, vorne
  • kann schlecht einschätzen, wie lange etwas dauert
  • hört nicht genau, oft auch geringe Verwechslungen beim Hören
  • sieht nicht genau, oft auch geringe Verwechslungen beim Sehen
  • falsches Schreiben von Zahlen (z.B. 43 statt 34)
  • falsches Lesen von Zahlen (z.B. 13 statt 31)
  • Verwechslung von Maß,- Zeit-oder Längeneinheiten
  • kein Verständnis vom dekadischen System (10ersystem)
  • häufiges Verzählen um 1

Sechs Prozent haben eine Dyskalkulie

Nach Angaben der Wissenschaftler leiden etwa sechs Prozent der Kinder in Deutschland an einer Rechenstörung (Dyskalkulie). Sie können Mengen nicht unterscheiden, große und kleine Zahlen nicht einordnen und Rechenoperationen oft nur zählend ausführen.

Bemerkbar machen sich die Defizite schon im Kita-Alter, in der Schule wird dann der Mathe-Unterricht zur Qual. Betroffenenverbände kämpfen seit Jahren um Fördermaßnahmen in den Schulen.

 

Dyskalkulie Verordnung in den Bundesländern

Dyskalkulie Test

Die Bildungsverwaltung hat eine Ausführungsvorschrift für die Grundschulen entwickelt, die dem besonderen Bedarf dieser Schüler gerecht werden soll. Für die Lese- und Rechtschreibschwäche gibt es eine ähnliche Verordnung schon seit 2006.

Mit der Vorschrift für Rechenstörung gehört Berlin bundesweit zu den Vorreitern. Ähnliche Bestimmungen für Schulen gibt es bereits in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz.

 

S3-Leitlinie zur Rechenstörung | Dyskalkulie: Handlungsempfehlungen

Mit der im März 2018 veröffentlichten S3-Leitlinie zur Rechenstörung liegen erstmals klare und fächerübergreifende Handlungsempfehlungen zur Diagnostik und Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Rechenstörung vor. Die Leitlinie wurde von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. (DGKJP) initiiert und von 20 wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Berufsverbänden aus den Bereichen Psychologie, Pädagogik, Medizin, Didaktik und Lerntherapie konsentiert.

 

 

Der Leitlinie wird erstmals am 16.03.2018 auf der Tagung „Dyskalkulie – von der Wissenschaft in die Praxis“ der Öffentlichkeit von 10:00 bis 17:00 Uhr vorgestellt (Großer Hörsaal der Physiologie (Pettenkoferstr. 14, 80336 München). Informationen zum Programm, zur Anmeldung sowie den Tagungspreisen unter www.bvl-legasthenie.de/tagung-bayern.html

 

Die Leitlinie steht kostenlos zum Download auf den Websites der AWMF http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/028-046.html, der DGKJP (www.dgkjp.de), des BVL (www.bvl-legasthenie.de) sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LMU München (www.kjp.med.uni-muenchen.de) zur Verfügung. Weitere Informationen zum Thema Dyskalkulie sind im Internet unter http://www.bvl-legasthenie.de  abrufbar.

 

Nachteilsausgleich bei Dyskalkulie

Die Schüler mit einer festgestellten Rechenstörung können in der dritten und vierten Klasse für ein Schuljahr von der Benotung im Fach Mathematik befreit werden. Zudem können sie als sogenannten Nachteilsausgleich bei Klassenarbeiten bis zu 25 Prozent mehr Zeit erhalten und besondere methodische Hilfsmittel einsetzen.

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