Lernplan erstellen: Mit klaren Zielen leichter lernen
„Ich muss noch für Mathe lernen!“ Dieser Satz klingt nach einer Aufgabe, sagt aber noch nicht, was dein Kind eigentlich tun soll. Welche Themen kommen in der Klassenarbeit vor? Was kann es bereits? Und wann soll es was üben? Ein Lernplan beantwortet genau diese Fragen und macht aus einem großen Vorhaben kleine, überschaubare Schritte.
Ein guter Lernplan muss weder kompliziert noch besonders schön sein. Er soll deinem Kind helfen, den Überblick zu behalten, rechtzeitig anzufangen und Lernstoff sinnvoll über mehrere Tage zu verteilen.
Warum hilft ein Lernplan?
Dein Kind weiß, was es am Ende einer Lerneinheit können möchte.
Der Lernstoff wird frühzeitig auf mehrere Tage verteilt.
Erledigte Aufgaben lassen sich abhaken und Fortschritte erkennen.
In vier Schritten zum eigenen Lernplan
Was möchte ich am Ende können?
Welche kleinen Schritte führen zum Ziel?
Wann erledige ich welche Aufgabe?
Was klappt schon und was muss ich wiederholen?
Beispiel: Marie erstellt einen Lernplan für Mathematik
👧 Marie hat fünf Tage bis zur Klassenarbeit
Marie besucht die vierte Klasse. In Mathematik steht eine Klassenarbeit zum Thema Rechnen mit Größen und Maßeinheiten an. Dazu gehören Geld, Längen, Gewichte, Hohlmaße und Zeit.
Marie könnte versuchen, am letzten Nachmittag alle Themen noch einmal durchzuarbeiten. Sinnvoller ist es jedoch, den Stoff in einzelne Lernpakete aufzuteilen.
Maries Lernziel: „Ich möchte Maßeinheiten erkennen, umrechnen und mit ihnen rechnen können. Außerdem möchte ich Sachaufgaben mit Größen selbstständig lösen.“
Gemeinsam mit ihrer Mutter schaut Marie, welche Aufgaben im Unterricht behandelt wurden. Anschließend verteilt sie die Themen auf fünf Tage. Dabei bleibt auch Zeit für Wiederholung.
So sieht Maries Fünf-Tage-Lernplan aus
Geld, Längen und Gewichte wiederholen.
Hohlmaße und Zeit üben.
Aufgaben ohne Umwandlung lösen.
Aufgaben mit Umwandlungen bearbeiten.
Gemischte Aufgaben lösen und Unsicherheiten klären.
Dieser Plan orientiert sich an den Lernzielen und Teilschritten aus unserem bisherigen Beitrag. Wie viel Zeit Marie täglich benötigt, hängt davon ab, welche Themen sie bereits beherrscht.
Ein Lernziel sollte möglichst konkret sein
„Ich will besser in Mathe werden.“
„Bis Donnerstag kann ich Längenmaße umrechnen und fünf passende Sachaufgaben selbstständig lösen.“
Ein konkretes Lernziel hilft deinem Kind dabei, selbst zu erkennen, ob es vorangekommen ist. Dabei geht es nicht darum, jeden Tag alles perfekt zu schaffen. Ein Lernplan darf verändert werden, wenn eine Aufgabe mehr Zeit benötigt als erwartet.
💚 Tipp für Eltern: Hilf deinem Kind am Anfang beim Planen, aber übernimm nicht dauerhaft die gesamte Organisation. Lass es möglichst selbst entscheiden, welche Aufgaben es zuerst erledigt und welche Lernmethode es ausprobieren möchte.
Ein guter Lernplan braucht gutes Zeitmanagement
Wann lernen, wann Pause machen und wie bleibt noch genügend Freizeit? Entdecke praktische Tipps, mit denen dein Kind seinen Schulalltag besser organisiert.
Zeitmanagement für Schulkinder →Wochenlernplan erstellen: Ein Beispiel für die Schule
Ein Lernplan funktioniert am besten, wenn er konkrete Aufgaben, passende Lernmethoden und freie Zeit berücksichtigt. Nicht jede Lerneinheit muss gleich lang sein. Entscheidend ist, dass dein Kind weiß, womit es anfangen soll.
So könnte Marie ihren Lernstoff in der Woche vor der Mathearbeit verteilen. Die Zeitangaben sind Beispiele und können an Alter, Konzentration und tatsächlichen Lernbedarf angepasst werden.
| Tag | Lernaufgabe | Methode | Zeit |
|---|---|---|---|
| Montag | Geld, Längen und Gewichte wiederholen | Regeln erklären, Aufgaben lösen | 20 Min. |
| Dienstag | Hohlmaße und Zeit üben | Beispiele aus dem Alltag sammeln | 20 Min. |
| Mittwoch | Mit Größen rechnen | Fünf Übungsaufgaben selbst lösen | 20 Min. |
| Donnerstag | Größen umrechnen | Gemischte Aufgaben und Fehlerkontrolle | 20 Min. |
| Freitag | Alle Themen wiederholen | Kurzer Selbsttest ohne Hilfsmittel | 15 Min. |
Steht die Klassenarbeit bereits am Freitag an, beginnt der Plan entsprechend früher. Die letzte intensive Wiederholung sollte möglichst nicht erst unmittelbar vor der Arbeit stattfinden.
Lernplan-Vorlage zum Selbstausfüllen
Für einen eigenen Lernplan benötigt dein Kind nur ein Blatt Papier. Diese Vorlage könnt ihr direkt abschreiben oder beim Ausdrucken der Seite als Orientierung verwenden.
📅 Mein Lernplan
Vier Regeln für einen Lernplan, der wirklich hilft
Statt „Mathe lernen“ lieber „fünf Aufgaben zur Umrechnung von Längen lösen“.
Freizeit, Sport und Erholung gehören zum Plan. Zu viele Aufgaben machen ihn unbrauchbar.
Bereits geübten Stoff an späteren Tagen noch einmal ohne Hilfe abrufen.
Wenn ein Thema länger dauert, wird der Plan angepasst – nicht einfach mehr Druck gemacht.
Übung: Erstelle deinen ersten Lernplan
Wähle gemeinsam mit deinem Kind ein überschaubares Ziel, beispielsweise zehn Englischvokabeln sicher beherrschen, eine Rechtschreibregel anwenden oder eine Matheaufgabe selbstständig lösen.
✅ Prüft anschließend gemeinsam:
- Ist das Lernziel verständlich und überprüfbar?
- Sind die Aufgaben klein genug?
- Ist für jede Aufgabe ein realistischer Zeitpunkt vorgesehen?
- Gibt es mindestens eine Wiederholung?
- Bleibt genügend Zeit für Freizeit und Erholung?
Am Ende der Woche schaut dein Kind auf seinen Plan zurück. Welche Aufgaben haben funktioniert? Wo war die Zeit zu knapp? Was möchte es beim nächsten Lernplan verändern? So lernt es nicht nur den Schulstoff, sondern auch, das eigene Lernen besser einzuschätzen.
Diese Lerntechniken ergänzen den Lernplan
Ein Lernplan sagt deinem Kind, wann es etwas lernen möchte. Die Salami-Technik zeigt, wie es große Aufgaben zerlegt. Mit Richtig wiederholen wird festgelegt, wann Lernstoff erneut abgerufen werden sollte. Und das Lerntagebuch macht sichtbar, was bereits gelungen ist.
Weitere Lerntechniken entdecken: In unserer Übersicht findest du Methoden zum Verstehen, Merken, spielerischen Üben und Planen.
Mit einem guten Lernplan leichter ans Ziel
Ein Lernplan sorgt für Struktur. Mit passenden Lernmethoden kann dein Kind die geplante Lernzeit sinnvoll nutzen und selbstständiger arbeiten.
Das gute Noten Prinzip
Praktische Anregungen für Kinder und Jugendliche, die ihre Lernaufgaben besser organisieren und mit geeigneten Lerntechniken selbstständiger lernen möchten.
- Lernmethoden kennenlernen
- Lernaufgaben sinnvoll einteilen
- Lernfortschritte bewusster wahrnehmen
Großer Lerntyp-Test
Welche Lernwege bevorzugt dein Kind? Der Test bietet einen Anlass, verschiedene Lernmethoden kennenzulernen und auszuprobieren.
Großen Lerntyp-Test entdecken →



