GRAMMATIK · SATZBILDER

Indirekte Rede erkennen und bilden

Wenn du erzählst, was eine andere Person gesagt hat, gibst du ihre Worte sinngemäß wieder. Dabei ändern sich oft Pronomen und die Verbform.

Direkte Rede oder indirekte Rede?

Bei der direkten Rede werden die gesprochenen Worte wörtlich wiedergegeben. Bei der indirekten Rede berichtet jemand, was gesagt wurde.

Aus „Ich bin krank“ wird „sie sei krank“

Direkte Rede Mia sagt: „Ich bin krank.“

Mias Worte stehen wörtlich in Anführungszeichen.

Indirekte Rede Mia sagt, sie sei krank.

„Ich“ wird zu „sie“, „bin“ wird zu „sei“ und die Anführungszeichen verschwinden.

Wozu braucht man den Konjunktiv I?

Mit einer Form wie „sie sei“ wird sichtbar, dass hier die Aussage einer anderen Person wiedergegeben wird. Wer berichtet, legt sich damit nicht automatisch darauf fest, ob diese Aussage stimmt.

Die indirekte Rede in drei Schritten bilden

1 Wer hat es gesagt?

Beginne zum Beispiel mit „Mia sagt“ oder „Ben berichtet“.

2 Blickwinkel ändern

Aus „ich“ wird beispielsweise „sie“ oder „er“, wenn über die Person gesprochen wird.

3 Verbform prüfen

Setze das Verb nach Möglichkeit in den Konjunktiv I: „bin“ wird zu „sei“.

Noch ein Beispiel

Direkte Rede Ben sagt: „Ich komme später.“
Indirekte Rede Ben sagt, er komme später.

Möglich ist auch: „Ben sagt, dass er später komme.“ Nach „dass“ steht das Verb am Ende.

Konjunktiv I: drei wichtige Formen

sein → sei „Ich bin müde.“
→ Sie sagt, sie sei müde.
haben → habe „Ich habe Zeit.“
→ Er sagt, er habe Zeit.
kommen → komme „Ich komme.“
→ Sie sagt, sie komme.
Merke Erst den Blickwinkel ändern, dann die Verbform prüfen.

Markiere in der direkten Rede zunächst das Pronomen und das Verb. Frage anschließend: Wer berichtet jetzt über wen? So findest du leichter die passende Form.

Fragen indirekt wiedergeben

Auch Fragen können in indirekte Rede umgewandelt werden. Dabei kommt es darauf an, um welche Art von Frage es sich handelt.

Ja-Nein-Frage Direkt: Mia fragt Ben: „Hast du Zeit?“

Indirekt: Mia fragt Ben, ob er Zeit habe.

Frage mit Fragewort Direkt: Mia fragt Ben: „Wo wohnst du?“

Indirekt: Mia fragt Ben, wo er wohne.

Ein einfacher Unterschied

Bei einer Ja-Nein-Frage hilft häufig „ob“. Gibt es bereits ein Fragewort wie wer, wann, wo oder warum, bleibt dieses Fragewort erhalten.

Achte außerdem wieder auf den Blickwinkel. In beiden Beispielen wird Ben angesprochen. Beim Weitererzählen wird deshalb aus „du“ das Pronomen „er“.

Wenn Konjunktiv I und Indikativ gleich aussehen

Bei manchen Verben ist der Konjunktiv I im Plural nicht eindeutig vom Indikativ zu unterscheiden. Dann kann der Konjunktiv II oder eine passende Ersatzform verwendet werden.

Direkte Rede Lena und Mia sagen:
„Wir kommen morgen.“
Indirekte Rede Lena und Mia sagen,
sie kämen morgen.

Die Form „sie kommen“ würde genauso aussehen wie die gewöhnliche Aussageform. Mit „sie kämen“ wird die indirekte Rede dagegen eindeutig erkennbar.

Jetzt selbst ausprobieren

Wandle die Aussagen und Fragen in indirekte Rede um.

1
Tom sagt: „Ich bin heute müde.“
Tom sagt, er   heute müde.
2
Lea sagt: „Ich habe meinen Schlüssel gefunden.“
Lea sagt, sie   ihren Schlüssel gefunden.
3
Mia fragt Tom: „Kommst du morgen?“
Mia fragt Tom,   er morgen  .
4
Lena und Mia sagen: „Wir kommen morgen.“
Lena und Mia sagen, sie   morgen.
Lösungen anzeigen

1. Tom sagt, er sei heute müde.

2. Lea sagt, sie habe ihren Schlüssel gefunden.

3. Mia fragt Tom, ob er morgen komme.

4. Lena und Mia sagen, sie kämen morgen.

Passende Hilfen zur Grammatik

Zum Mitnehmen Eine fremde Aussage sichtbar machen

Markiere in der wörtlichen Rede zuerst das Pronomen und das Verb. Frage dann: Wer berichtet jetzt darüber? So findest du Schritt für Schritt das passende Pronomen und die richtige Verbform.

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