Dein Kind liest auffallend langsam, errät Wörter oder macht trotz Übens immer wieder viele Rechtschreibfehler? Dann liegt die Frage nahe: Könnte eine Legasthenie oder Lese-Rechtschreibstörung dahinterstecken?

Dieser Legasthenie-Check hilft dir, Auffälligkeiten genauer zu beobachten und einzuordnen. Er kann dir zeigen, ob eine weitere Abklärung sinnvoll sein könnte – eine Diagnose kann er nicht ersetzen.
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Check ist nicht gleich Diagnose
Kein Online-Test und keine Checkliste kann zuverlässig feststellen, ob dein Kind eine Lese- und/oder Rechtschreibstörung hat.

12 Anzeichen, bei denen du genauer hinschauen kannst

Keines dieser Merkmale beweist für sich allein eine Legasthenie. Interessant wird das Gesamtbild: Wie viele Schwierigkeiten treten auf, wie stark sind sie und wie lange bestehen sie bereits?

1
Dein Kind liest über längere Zeit auffallend langsam.
2
Beim Lesen stockt es häufig oder verliert die Zeile.
3
Wörter werden teilweise erraten statt vollständig gelesen.
4
Beim Lesen werden Wörter oder Wortteile ausgelassen oder ersetzt.
5
Nach dem Lesen fällt es schwer, den Inhalt wiederzugeben.
6
Lesen kostet dein Kind ungewöhnlich viel Kraft und Konzentration.
7
Beim Schreiben treten auffallend viele Rechtschreibfehler auf.
8
Dasselbe Wort wird innerhalb eines Textes unterschiedlich geschrieben.
9
Gelernte Schreibweisen werden nur schwer dauerhaft gespeichert.
10
Bekannte Rechtschreibstrategien werden nicht sicher angewendet.
11
Trotz regelmäßigem und passendem Üben bleiben Fortschritte gering.
12
Lesen oder Schreiben führen zunehmend zu Frust, Vermeidung oder Angst.

Lesen und Rechtschreiben können unterschiedlich betroffen sein

📖

Vor allem Lesen fällt schwer

  • langsames oder stockendes Lesen
  • häufiges Verlesen
  • ratendes Lesen
  • Probleme mit der Leseflüssigkeit
  • Textverständnis leidet unter dem mühsamen Lesen
✏️

Vor allem Rechtschreiben fällt schwer

  • viele und hartnäckige Fehler
  • unsichere Schreibweisen
  • Probleme beim Anwenden von Strategien
  • Schreibweisen werden schwer gespeichert
  • großer Übungsaufwand bei geringen Fortschritten

Manche Kinder haben Schwierigkeiten in beiden Bereichen, bei anderen ist Lesen oder Rechtschreiben deutlich stärker betroffen.

Was sagt der Check aus?

Der Check ist der Anfang – nicht das Ergebnis.
👀 Auffälligkeiten
beobachten
📝 Schwierigkeiten
festhalten
💬 Mit der Schule
sprechen
🧭 Bei Bedarf
abklären
Wichtig: Einzelne typische Schreibfehler, vertauschte Buchstaben oder eine schlechte Deutschnote reichen nicht aus, um Legasthenie festzustellen. Entscheidend sind Art, Ausmaß und Dauer der Schwierigkeiten sowie eine fachliche Beurteilung.
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Wann ist eine professionelle Abklärung sinnvoll?

Wenn Schwierigkeiten beim Lesen oder Rechtschreiben deutlich ausgeprägt sind, über längere Zeit bestehen und sich trotz passender Unterstützung nur wenig verbessern, kann eine fachliche Abklärung sinnvoll sein.

Auch eine starke Belastung ist ein wichtiger Grund, genauer hinzuschauen: etwa wenn dein Kind Lesen und Schreiben zunehmend vermeidet, sich selbst für „dumm“ hält oder große Angst vor entsprechenden Schulsituationen entwickelt.

Wie läuft eine Legasthenie-Diagnostik ab?

Es gibt keinen einzelnen Test, bei dem am Ende einfach „Legasthenie: ja oder nein“ erscheint. Eine fachliche Diagnostik betrachtet verschiedene Informationen gemeinsam.

Von der Vorgeschichte zum Gesamtbild
💬 Entwicklung
besprechen
📖 Lesen
untersuchen
✏️ Rechtschreiben
untersuchen
🧩 Ergebnisse
einordnen

Was wird untersucht?

📖 Lesen Je nach Fragestellung werden beispielsweise Lesegenauigkeit, Lesegeschwindigkeit und weitere Aspekte der Lesefähigkeit betrachtet.
✏️ Rechtschreiben Standardisierte Verfahren können zeigen, wie die Rechtschreibleistung im Vergleich zu einer passenden Vergleichsgruppe einzuordnen ist.
🗂️ Bisherige Entwicklung Wann sind die Schwierigkeiten aufgefallen? Wie haben sie sich entwickelt? Welche Förderung und Unterstützung gab es bereits?
🧩 Gesamtbild Je nach Fragestellung können weitere Informationen und Untersuchungen notwendig sein, um Schwierigkeiten angemessen einzuordnen.

Was bedeuten die Testergebnisse?

Bei standardisierten Tests können Eltern Begriffe wie Prozentrang, T-Wert oder Standardwert begegnen. Sie helfen dabei, die Leistung eines Kindes mit einer passenden Vergleichsgruppe einzuordnen.

📊 Wie ausgeprägt? Wie deutlich weicht die Lese- oder Rechtschreibleistung von der Vergleichsgruppe ab?
🔎 Wo genau? Betrifft die Schwierigkeit vor allem Lesen, Rechtschreiben oder beide Bereiche?
🌱 Was folgt daraus? Welche Förderung und Unterstützung ist für dieses Kind sinnvoll?
Und der Intelligenztest?
Die Diagnose sollte nicht auf die einfache Formel reduziert werden: „IQ-Wert minus Rechtschreibwert = Legasthenie“. Ein einzelner Differenzwert entscheidet nicht allein über die Diagnose. Entscheidend ist die fachliche Beurteilung des gesamten Befundes.

Was kommt nach der Diagnose?

1

Ergebnis verstehen

Lass dir erklären, welche Schwierigkeiten festgestellt wurden und welche Fähigkeiten dein Kind bereits sicher beherrscht.
2

Förderung auswählen

Gute Förderung orientiert sich an den tatsächlich festgestellten Schwierigkeiten – nicht nur an der Bezeichnung „Legasthenie“.
3

Schule einbeziehen

Besprich die Ergebnisse mit der Schule und kläre, welche Unterstützung im Unterricht und bei Leistungsnachweisen möglich ist.
4

Fortschritte beobachten

Eine Diagnose beschreibt Schwierigkeiten – sie legt nicht fest, was dein Kind später erreichen kann.

Nach dem Check gezielt weiterlesen

Alle Informationen rund um Legasthenie Auf der Hauptseite findest du den gesamten Weg von ersten Anzeichen über Diagnose und Förderung bis zu Schule und Nachteilsausgleich.
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