DYSKALKULIE · DIAGNOSTIK · TESTVERFAHREN

Testverfahren bei Dyskalkulie: Welche gibt es?

Wenn ein Kind trotz Unterstützung große Schwierigkeiten beim Rechnen hat, möchten Eltern wissen, woran das liegt.

Es gibt jedoch nicht den einen Dyskalkulie-Test für alle Kinder. Verschiedene Verfahren untersuchen unterschiedliche mathematische Fähigkeiten und sind für bestimmte Altersgruppen entwickelt worden.

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Wichtig: Ein Rechentest ist nicht automatisch eine vollständige Dyskalkulie-Diagnose. Entscheidend sind die fachgerechte Durchführung, die Auswertung und die Einordnung der Ergebnisse.

Was wird bei einem Dyskalkulie-Test untersucht?

Je nach Testverfahren werden verschiedene Bereiche überprüft. Dabei geht es nicht nur darum, wie viele Aufgaben ein Kind richtig löst, sondern auch um grundlegende mathematische Vorstellungen.

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Mengen erkennen

Kann das Kind kleine Mengen erfassen und vergleichen? Versteht es, dass die Ziffer 5 für fünf Dinge steht?

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Zahlen verstehen

Kann es Zahlen einordnen, vergleichen und in Zehner und Einer zerlegen?

+ −

Rechenfertigkeiten

Wie sicher rechnet das Kind? Welche Strategien nutzt es bei Plus- und Minusaufgaben?

↔

Weitere Fähigkeiten

Je nach Verfahren werden etwa Zahlenstrahl, Textaufgaben oder visuell-räumliche Fähigkeiten untersucht.

Welcher Test passt zu welchem Alter?

Die folgende Übersicht bietet eine erste Orientierung. Die genauen Alters- und Klassenstufenbereiche hängen von der jeweiligen Testversion ab.

Vorschulalter Zum Beispiel MARKO-D oder TEDI-MATH
1. Klasse Zum Beispiel DEMAT 1+, ZAREKI-R oder TEDI-MATH
2. bis 4. Klasse Zum Beispiel RZD 2–8, CODY-M 2–4, ZAREKI-R oder DEMAT
5. bis 8. Klasse Zum Beispiel RZD 2–8 und weitere altersgerechte Mathematiktests

Diese Dyskalkulie-Testverfahren gibt es

Die folgenden Verfahren unterscheiden sich in Aufbau, Zielgruppe und diagnostischem Schwerpunkt. Sie können je nach Fragestellung einzeln oder ergänzend eingesetzt werden.

EINZELTEST

ZAREKI-R

Grundschulalter · Klassen 1–4

Die revidierte neuropsychologische Testbatterie untersucht unterschiedliche Bereiche der Zahlenverarbeitung und des Rechnens.

Besonderheit: Schwerpunkt auf der Erfassung mathematischer Schwierigkeiten im Grundschulalter.
AKTUALISIERT

RZD 2–8

Klassen 2–8 · Einzeltest

Das Verfahren untersucht unter anderem Zahlenverständnis, Mengen, Stellenwerte, Kopfrechnen, schriftliches Rechnen und Textaufgaben.

Besonderheit: Die überarbeitete Fassung wurde gegenüber RZD 2–6 erweitert und neu normiert.
TESTFAMILIE

DEMAT

Verschiedene Klassenstufen

Die Deutschen Mathematiktests überprüfen mathematische Leistungen passend zur jeweiligen Klassenstufe.

Besonderheit: Sie helfen, auffällige Rechenleistungen und Förderbedarf zu erkennen.
DIGITAL

CODY-M 2–4

Klassen 2–4 · Computergestützt

Das Screening erfasst unter anderem basale und komplexe Zahlenverarbeitung, Rechenfertigkeiten sowie visuell-räumliches Arbeitsgedächtnis.

Besonderheit: Computergestützte Durchführung mit Schwerpunkt auf Rechenschwierigkeiten.
FRÜHERKENNUNG

TEDI-MATH

Kindergarten bis Anfang Klasse 3

Der Einzeltest untersucht grundlegende numerische und rechnerische Fertigkeiten.

Besonderheit: Mathematische Schwierigkeiten können bereits früh erfasst werden.
GRUPPENTEST

BASIS-MATH-G 1+

Ende Klasse 1 und Klasse 2

Das neuere Verfahren untersucht mathematische Basiskompetenzen und unterstützt die Einschätzung von Rechenschwäche und Förderbedarf.

Besonderheit: Kann mit mehreren Kindern als Gruppentest durchgeführt werden.
VORSCHULE

MARKO-D

Etwa 4 bis 6½ Jahre · Einzeltest

MARKO-D überprüft grundlegende mathematische Konzepte und frühe rechnerische Kompetenzen.

Besonderheit: Ermöglicht Einblicke in die mathematische Entwicklung vor der Einschulung.
ERGÄNZEND

BASIS-MATH-Familie

Verschiedene Klassenstufen

Diese Verfahren richten den Blick auf mathematische Basiskompetenzen und die Planung passender Fördermaßnahmen.

Besonderheit: Die Ergebnisse können helfen, konkrete Förderziele abzuleiten.

Rechentest oder vollständige Dyskalkulie-Diagnostik?

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Ein Mathematiktest

Zeigt, wie ein Kind bei bestimmten mathematischen Aufgaben abschneidet und in welchen Bereichen besondere Schwierigkeiten auftreten.

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Eine fachliche Diagnostik

Ordnet Testergebnisse zusammen mit weiteren Informationen zur Entwicklung, zur schulischen Situation und zur individuellen Fragestellung ein.

Für Eltern wichtig: Auch ein sehr schwaches Testergebnis allein ist keine ausreichende Grundlage für eine selbst gestellte Diagnose. Die Auswahl und Interpretation der Verfahren sollte durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte erfolgen.

Wie kommen Eltern zu einem Dyskalkulie-Test?

Du musst nicht selbst entscheiden, welches Testverfahren das richtige ist. Wichtig ist zunächst, die Schwierigkeiten deines Kindes möglichst konkret zu beschreiben.

Eine qualifizierte Fachkraft kann dann beurteilen, welche Untersuchung sinnvoll ist.

MATHE

Vier Schritte zur Abklärung

1 Beobachten Typische Schwierigkeiten und Rechenwege notieren
2 Schule einbeziehen Mit der Lehrkraft über Auffälligkeiten sprechen
3 Fachstelle finden Nach Diagnostik bei Rechenstörung fragen
4 Test auswählen Verfahren und weitere Schritte fachlich klären

Wo kann mein Kind auf Dyskalkulie getestet werden?

Welche Untersuchungen angeboten werden, unterscheidet sich je nach Einrichtung und Region. Frage am besten schon vor der Terminvereinbarung nach, ob eine Diagnostik bei Verdacht auf Rechenstörung möglich ist.

SP

Schulpsychologischer Dienst

Eine mögliche erste Anlaufstelle bei schulischen Lernproblemen. Das konkrete diagnostische Angebot ist regional unterschiedlich.

EB

Erziehungsberatungsstelle

Manche Beratungsstellen führen selbst Untersuchungen durch, andere können geeignete Fachstellen empfehlen.

Ψ

Psychologische Fachpraxis

Frage gezielt nach Erfahrung mit der Diagnostik von Rechenstörungen im Kindes- und Jugendalter.

KJ

Spezialisierte medizinische Praxis

Auch kinder- und jugendpsychiatrische sowie spezialisierte medizinische Einrichtungen können eine entsprechende Diagnostik anbieten.

Kann ich einen Dyskalkulie-Test selbst kaufen?

Viele Testverfahren werden von Fachverlagen angeboten. Sie sind jedoch für die professionelle Anwendung entwickelt worden. Ein Testheft allein reicht nicht aus, um eine Rechenstörung zuverlässig festzustellen.

Hogrefe / Testzentrale

Hier werden unter anderem DEMAT, RZD 2–8, CODY-M, TEDI-MATH, MARKO-D und BASIS-MATH-Verfahren angeboten.

Pearson Clinical

Hier gehört unter anderem ZAREKI-R zum Angebot professioneller Testverfahren.

Ein gekaufter Testbogen ist keine Selbstdiagnose. Standardisierte Verfahren müssen entsprechend den Vorgaben durchgeführt und mit den passenden Normwerten ausgewertet werden. Auch die Interpretation der Ergebnisse gehört in fachkundige Hände.

Was passiert nach dem Test?

Die Untersuchung sollte nicht nur eine Aussage über mögliche Rechenschwierigkeiten liefern. Für Eltern ist vor allem wichtig, welche mathematischen Grundlagen bereits sicher sind und wo das Kind gezielte Unterstützung benötigt.

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Stärken erkennen

Welche Aufgaben gelingen bereits? Welche Strategien helfen deinem Kind?

🔎

Schwierigkeiten verstehen

Wo bestehen Unsicherheiten, etwa beim Mengenverständnis oder beim Aufbau von Zahlen?

🌱

Förderung planen

Welche nächsten Lernschritte und Fördermaßnahmen sind für dein Kind sinnvoll?

💬

Schule informieren

Welche Ergebnisse und Empfehlungen sollten mit der Lehrkraft besprochen werden?

Diese vier Fragen kannst du vor dem Termin stellen

Mit diesen Fragen kannst du klären, ob die Einrichtung für dein Kind geeignet ist und was du von der Untersuchung erwarten kannst.

? Führen Sie Diagnostik bei Verdacht auf Dyskalkulie beziehungsweise Rechenstörung durch?
? Welche Testverfahren verwenden Sie für das Alter und die Klassenstufe meines Kindes?
? Bekomme ich anschließend einen schriftlichen Befund beziehungsweise eine verständliche Auswertung?
? Erhalte ich konkrete Empfehlungen für die weitere Förderung meines Kindes?
Zusätzlicher Tipp: Frage auch nach möglichen Kosten, Wartezeiten und danach, welche Unterlagen du zum Termin mitbringen solltest.

Weitere Informationen rund um Dyskalkulie

Ein Test ist der Anfang, nicht das Ende.

Wenn klarer wird, welche mathematischen Grundlagen deinem Kind schwerfallen, kann die Förderung gezielter ansetzen.

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