Die Aufsatzmaus hilft Kindern, eine Geschichte richtig aufzubauen. Sie zeigt mit ihrem Körper, wie viel Platz Einleitung, Hauptteil und Schluss ungefähr bekommen sollen.
Besonders in der 3. und 4. Klasse ist die Aufsatzmaus eine anschauliche Merkhilfe. Kinder erkennen damit schnell, warum eine Geschichte einen kurzen Anfang, einen ausführlichen Hauptteil und einen passenden Schluss braucht.
Was ist die Aufsatzmaus?
Die Aufsatzmaus ist ein einfaches Bild, mit dem Kinder den Aufbau einer Erzählung verstehen können. Manchmal wird eine ähnliche Lernhilfe auch Erzählmaus genannt.
Die drei Körperteile der Maus stehen für die drei wichtigsten Abschnitte einer Geschichte:
Die Aufsatzmaus zeigt: Einleitung und Schluss sind kurz, der Hauptteil ist am längsten.
Der Kopf erinnert an den Anfang deiner Geschichte. Hier erfährt der Leser, wer mitspielt, wo und wann etwas passiert.
Der große Körper steht für die Handlung. Hier passiert am meisten. Die Spannung steigt bis zum Höhepunkt.
Der Schwanz erinnert an das Ende. Die Geschichte wird abgeschlossen und der Leser erfährt, wie alles ausgeht.
Aufsatzmaus Grundschule: So benutzt du sie
Stell dir vor, du möchtest eine Geschichte über einen verlorenen Schlüssel schreiben. Die Aufsatzmaus hilft dir, deine Ideen in die richtige Reihenfolge zu bringen.
Wer verliert den Schlüssel? Wo passiert das? Wann beginnt die Geschichte?
Wo wird gesucht? Welche Schwierigkeiten entstehen? Wann wird es besonders spannend?
Wird der Schlüssel wiedergefunden? Wie fühlt sich die Hauptfigur am Ende?
„Kleiner Kopf, großer Bauch, kleiner Schwanz – so schreibe ich meine Geschichte ganz!“
Warum ist der Hauptteil bei der Aufsatzmaus so groß?
Im Hauptteil wird die eigentliche Geschichte erzählt. Hier entstehen Probleme, Figuren handeln, und bei einer spannenden Erzählung entwickelt sich die Handlung bis zu ihrem Höhepunkt.
Wenn der Hauptteil nur aus zwei Sätzen besteht, wirkt die Geschichte häufig zu kurz und wenig spannend. Die Aufsatzmaus erinnert dein Kind daran, gerade diesen Abschnitt ausführlicher zu gestalten.
Eine ausführliche Schreibanleitung mit einem fertigen Musteraufsatz findest du auf unserer Seite Aufsatz schreiben: Vorlage, Muster und Beispiel.
Aufsatzmaus-Beispiel: Der verlorene Schlüssel
Mit dieser kurzen Beispielgeschichte kannst du sehen, wie die Aufsatzmaus funktioniert. Achte darauf, dass der Hauptteil deutlich länger ist als Einleitung und Schluss.
Der verlorene Schlüssel
Am Dienstagnachmittag kam ich nach der Schule nach Hause. Meine Eltern waren noch bei der Arbeit. Als ich meinen Haustürschlüssel aus der Tasche holen wollte, erschrak ich.
Der Schlüssel war verschwunden! Hastig durchsuchte ich meinen Ranzen. Ich öffnete jedes Fach und kippte sogar mein Mäppchen aus. Nichts.
Vielleicht hatte ich den Schlüssel auf dem Schulweg verloren? Mit klopfendem Herzen lief ich zurück zur Bushaltestelle. Unter der Bank lag nur ein zerknülltes Taschentuch.
Plötzlich fiel mir ein, dass ich in der Pause meine Jacke ausgezogen hatte. Schnell tastete ich die Taschen ab. Da spürte ich etwas Hartes.
Unglaublich! In der Innentasche steckte mein Schlüssel. Vor lauter Erleichterung musste ich lachen.
Wenige Minuten später schloss ich die Haustür auf. Seit diesem Tag bewahre ich meinen Schlüssel immer in derselben Tasche auf.
Übung 1: Ordne die Sätze der Aufsatzmaus zu
Welche Sätze gehören zur Einleitung, welche zum Hauptteil und welche zum Schluss?
Satz A: „Am Samstagmorgen besuchte ich mit meiner Schwester den Tierpark.“
Satz B: „Plötzlich öffnete sich das Gehegetor und eine Ziege rannte direkt auf uns zu.“
Satz C: „Am Abend erzählten wir unseren Eltern lachend von unserem aufregenden Erlebnis.“
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Übung 2: Was fehlt in dieser Geschichte?
„Ich ging in den Park. Dort spielte ich mit einem Ball. Plötzlich rollte er in einen Teich.“
Aufgabe: Die Geschichte hört genau an der spannenden Stelle auf. Überlege, was jetzt passieren könnte. Schreibe einen ausführlicheren Hauptteil und einen passenden Schluss.
Eine mögliche Fortsetzung anzeigen
Ich blieb erschrocken stehen. Der Ball trieb immer weiter vom Ufer weg. Gerade als ich nicht mehr wusste, was ich tun sollte, kam ein Mann mit einem langen Kescher vorbei. Vorsichtig holte er den Ball aus dem Wasser.
Erleichtert bedankte ich mich bei ihm. Von nun an wollte ich beim Spielen besser aufpassen.
Übung 3: Plane deine eigene Geschichte mit der Aufsatzmaus
Suche dir eines dieser Themen aus: Ein überraschender Fund, ein aufregender Ausflug oder ein ungewöhnlicher Schultag. Sammle dann für jeden Teil deiner Geschichte einige Stichwörter.
Aufsatzmaus-Checkliste: Ist deine Geschichte gut aufgebaut?
- Meine Geschichte hat eine passende Überschrift.
- Die Einleitung ist kurz und verständlich.
- Im Hauptteil passiert das Wichtigste.
- Meine Geschichte hat einen erkennbaren Höhepunkt.
- Der Hauptteil ist länger als Einleitung und Schluss.
- Mein Schluss rundet die Geschichte ab.
- Ich habe abwechslungsreiche Wörter verwendet.
- Ich habe den fertigen Aufsatz noch einmal gelesen.
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