Ein Reimgedicht macht Spaß, weil Wörter miteinander klingen. Haus – Maus, Sonne – Wonne oder Wind – Kind: Aus solchen Reimpaaren können nach und nach ganze Verse entstehen. Du brauchst dafür weder schwierige Wörter noch besonders lange Sätze.

Was ist ein Reim? Bei einem Reim klingen Wörter ab ihrer betonten Silbe gleich oder ähnlich. Besonders leicht erkennst du das am Ende einer Gedichtzeile: Haus – Maus oder sehen – gehen.

Reimwörter finden: So fängst du an

Bevor du ganze Verse schreibst, kannst du zunächst Reimpaare sammeln. Wähle ein Wort und überlege, welche anderen Wörter ähnlich enden.

Haus Maus · raus · Klaus
Kind Wind · geschwind · blind
sehen gehen · stehen · drehen
Nacht lacht · macht · wacht
klein fein · rein · allein
Tier hier · mir · dir
Achtung: Nicht jedes Wort, das gleich geschrieben wird, reimt sich automatisch. Entscheidend ist der Klang. Lies deine Reimwörter deshalb immer laut vor.

Paarreim und Kreuzreim einfach erklärt

Bei einem Reimgedicht können die Reime unterschiedlich angeordnet werden. Diese Anordnung nennt man Reimschema. Für den Einstieg reichen zwei besonders häufige Formen.

Paarreim: AABB

A A B B

Jeweils zwei aufeinanderfolgende Zeilen reimen sich.

Im Garten sitzt die kleine Maus, (A)
und schaut ganz neugierig heraus. (A)
Dann raschelt plötzlich leis der Wind, (B)
die Maus verschwindet ganz geschwind. (B)

Kreuzreim: ABAB

A B A B

Die erste und dritte sowie die zweite und vierte Zeile reimen sich.

Am Himmel leuchtet hell der Mond, (A)
ganz still liegt unten unser Haus. (B)
Ich frage mich, wer dort wohl wohnt, (A)
dann geht im Flur das Lichtlein aus. (B)

Reimgedicht schreiben in 5 Schritten

1
Wähle ein Thema.
Zum Beispiel Freundschaft, Schule, Hund, Fußball, Frühling oder Ferien.
2
Sammle passende Wörter.
Schreibe zunächst Wörter auf, die zu deinem Thema gehören.
3
Suche Reimwörter.
Finde zu einigen deiner Wörter passende Reimpartner.
4
Baue daraus Verse.
Beginne am besten mit einem Paarreim und schreibe zunächst vier Zeilen.
5
Lies dein Gedicht laut.
Prüfe, ob Reime und Sätze natürlich klingen und der Inhalt noch Sinn ergibt.

Vom Thema zum Reimgedicht

So entsteht dein Gedicht
🐕
Thema
Hund
→
✏️
Wörter
Hund · Ball · rennen · bellen
→
🎵
Reime
Hund–bunt
Ball–Fall
Merksatz: Suche nicht irgendeinen Satz, nur weil er sich reimt. Zuerst kommt die Aussage – dann der passende Reim.

Reimwerkstatt: Findest du den Partner?

Bevor du dein Gedicht schreibst, kannst du dein Reimgefühl testen. Welches Wort passt jeweils dazu?

Welche Wörter reimen sich?
Baum
→ Traum
Licht
→ Gesicht
Hand
→ Wand
Katze
→ Tatze
Meer
→ schwer
lachen
→ machen

Jetzt schreibst du dein eigenes Reimgedicht

Für dein erstes Gedicht ist ein Paarreim AABB besonders einfach. Schreibe zunächst nur vier Zeilen.

Deine Reimgedicht-Vorlage
A
Erste Gedichtzeile …
A
Diese Zeile reimt sich auf Zeile 1 …
B
Jetzt beginnt ein neuer Reim …
B
Diese Zeile reimt sich auf Zeile 3 …

Beispiel: Ein Reimgedicht über den Frühling

Die Sonne scheint, der Himmel lacht, (A)
der Frühling ist nun aufgewacht. (A)
Im Garten summt die erste Biene, (B)
sie landet mitten auf der Schiene. (B)

Beim Überarbeiten würden wir hier sogar noch einmal überlegen: Passt „Schiene“ wirklich gut zu unserem Frühlingsbild? Genau darum geht es beim Reimen. Ein Reim allein macht noch keinen guten Vers.

5 typische Fehler beim Reimgedicht

  • Reim erzwingen: Ein Wort passt zwar zum Reim, aber nicht zum Inhalt.
  • Nur auf die Endungen achten: Reime müssen auch gesprochen ähnlich klingen.
  • Zu kompliziert beginnen: Vier gute Zeilen sind besser als zwölf verwirrende.
  • Den Rhythmus vergessen: Lies deine Verse laut und höre, ob sie flüssig klingen.
  • Nur Reimwörter sammeln: Dein Gedicht sollte trotzdem etwas erzählen, zeigen oder ausdrücken.

Ist dein Reimgedicht fertig?

Deine Checkliste:
  • Hat mein Gedicht ein erkennbares Thema?
  • Passen meine Reimwörter wirklich zusammen?
  • Passt jedes Wort auch zum Inhalt?
  • Habe ich mein gewähltes Reimschema eingehalten?
  • Klingen die Verse beim lauten Lesen gut?
  • Kann ich einen erzwungenen Reim noch verbessern?

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Das Wichtigste beim Reimen: Ein guter Reim unterstützt dein Gedicht. Verändere nicht den ganzen Inhalt, nur damit am Ende irgendwie zwei Wörter zusammenpassen.

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