Was ist eine Bildergeschichte? Eine Bildergeschichte besteht aus mehreren Bildern, die zusammen eine Handlung erzählen. Dein Kind soll nicht einfach beschreiben, was auf jedem einzelnen Bild zu sehen ist. Es muss erkennen, was zwischen den Bildern passiert, daraus eine zusammenhängende Geschichte entwickeln und sie spannend erzählen.

Bildergeschichte schreiben: Erst schauen, dann schreiben

Der häufigste Fehler passiert schon ganz am Anfang: Dein Kind sieht das erste Bild und beginnt sofort zu schreiben. Besser ist es, zunächst alle Bilder gemeinsam anzusehen. Erst wenn die gesamte Handlung verstanden ist, beginnt die Planung.

Aus Bildern wird eine Geschichte

1 Schauen Was ist auf allen Bildern zu sehen?
2 Verstehen Was passiert zwischen den Bildern?
3 Planen Wo liegt der Höhepunkt?
4 Erzählen Jetzt entsteht die Geschichte.

So schreibt dein Kind eine gute Bildergeschichte

Mit diesem Ablauf kann dein Kind fast jede Bildergeschichte systematisch bearbeiten. Besonders in Klasse 3 und 4 hilft eine feste Reihenfolge, damit beim Schreiben nichts Wichtiges vergessen wird.

1 Alle Bilder ansehen Wer kommt vor? Wo spielt die Geschichte? Was verändert sich von Bild zu Bild?
2 Handlung mündlich erzählen Dein Kind erzählt zunächst mit eigenen Worten, was vermutlich passiert. So merkt es schnell, ob es die Bildfolge verstanden hat.
3 Stichwörter sammeln Zu jedem Bild werden wichtige Personen, Handlungen, Gefühle und Besonderheiten notiert.
4 Höhepunkt erkennen Wo wird es besonders spannend, lustig oder überraschend? Dieser Moment braucht beim Schreiben besonders viel Aufmerksamkeit.
5 Einleitung schreiben Wer? Wo? Wann? Die Einleitung führt kurz in die Situation ein, ohne schon die ganze Geschichte zu verraten.
6 Handlung lebendig erzählen Gedanken, Gefühle, treffende Verben und wörtliche Rede machen aus einer reinen Bildbeschreibung eine richtige Geschichte.
7 Passenden Schluss finden Der Schluss löst die Handlung auf. Manchmal muss dein Kind das Ende selbst erfinden, wenn kein Schlussbild vorhanden ist.
8 Kontrollieren Sind alle Bilder berücksichtigt? Bleibt die Zeitform gleich? Stimmen Satzanfänge, Rechtschreibung und Überschrift?
Ein wichtiger Unterschied:
„Auf dem Bild steht ein Mädchen mit einem Hund.“ ist zunächst nur eine Bildbeschreibung.

„Hanna hielt die Leine fest in der Hand. Endlich durfte sie mit Mops alleine über die Wiese gehen. Sie ahnte nicht, dass ihr kleiner Ausflug gleich ganz anders verlaufen würde.“ macht daraus den Anfang einer Geschichte.

Warum Bildergeschichten manchmal so schwierig sind

Beim Bildergeschichte schreiben muss dein Kind mehrere Dinge gleichzeitig leisten: genau hinsehen, Zusammenhänge erkennen, eigene Ideen entwickeln und diese anschließend sprachlich ausdrücken. Deshalb ist diese Aufsatzform anspruchsvoller, als sie auf den ersten Blick aussieht.

Die Bilder werden nur beschrieben Zwischen den Bildern fehlt die eigentliche Handlung.
Ein Bild wird vergessen Dadurch entsteht eine Lücke und die Geschichte ist nicht mehr logisch.
Der Höhepunkt fehlt Die Geschichte bleibt gleichförmig und wirkt wie eine Aufzählung.
Die Zeitform wechselt Präsens und Vergangenheit werden unabsichtlich miteinander vermischt.
Immer gleiche Satzanfänge „Dann … Dann … Dann …“ macht selbst eine gute Handlung langweilig.
Gedanken und Gefühle fehlen Gesichtsausdruck und Gestik der Figuren geben wichtige Hinweise darauf.

Mit Bildergeschichten und Aufsätzen weiterüben

Eine gute Bildergeschichte entsteht nicht beim ersten Versuch. Mit diesen Materialien kann dein Kind das genaue Beobachten, Planen und Schreiben Schritt für Schritt üben.

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Bildergeschichten schreiben

Bilder verstehen, die Handlung erkennen und daraus eine vollständige Geschichte entwickeln: Die Anleitung führt dein Kind Schritt für Schritt durch eine Bildergeschichte und enthält Übungen, Beispiele und eine praktische Checkliste.

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Was passiert zuerst? Wo liegt der Höhepunkt? Wie endet die Geschichte? Der Aufsatzplaner hilft deinem Kind, seine Ideen zu ordnen, bevor es mit dem eigentlichen Schreiben beginnt.

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Aus wenigen vorgegebenen Wörtern entsteht eine eigene Geschichte. Die Anleitung zeigt, wie dein Kind Einleitung, Handlung, Höhepunkt und Schluss sinnvoll miteinander verbindet.

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Wer? Was? Wann? Wo? Wie und warum? Mit dem Lernmaterial übt dein Kind, Informationen zu sammeln, richtig zu ordnen und daraus einen sachlichen Bericht zu schreiben.

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Tipp: Beim Üben einer Bildergeschichte sollte dein Kind zuerst nur die Bilder ansehen und die Handlung mündlich erzählen. Erst wenn die Reihenfolge und der Höhepunkt klar sind, beginnt das Schreiben.

Bildergeschichten üben: zwei konkrete Aufgaben

Am besten lernt dein Kind das Schreiben mit echten Bildfolgen. Auf Lernförderung findest du dafür unterschiedliche Aufgaben. Bei der ersten Geschichte ist die Handlung gut zu erkennen, bei der zweiten muss dein Kind zusätzlich ein passendes Ende entwickeln.

Bildergeschichte mit Beispiel

Die süße Versuchung

Vier Bilder erzählen von Noel, einer Packung Kekse und einer unangenehmen Überraschung. Dein Kind betrachtet zunächst die Bilder, sammelt Stichwörter und entwickelt daraus seine eigene Geschichte. Auf der Seite findet ihr anschließend auch einen Lösungsvorschlag.

Süße Versuchung üben
Schwieriger

Bildergeschichte Hund

Hier wird es anspruchsvoller: Dein Kind muss die Handlung verstehen, Gedanken und Gefühle ergänzen und selbst überlegen, wie die Geschichte enden könnte. Das trainiert besonders Fantasie und logisches Erzählen.

Bildergeschichte Hund üben

Von leicht bis schwierig

Bildergeschichten können sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Je älter und sicherer dein Kind wird, desto mehr muss es selbst ergänzen und gestalten.

1. Einfach Die Bilder sind bereits in der richtigen Reihenfolge und zeigen deutlich, was passiert. Dein Kind muss die Handlung vor allem erkennen und erzählen.
2. Fortgeschritten Zwischen den Bildern fehlen Informationen. Gedanken, Gefühle, Gespräche und Übergänge müssen selbst ergänzt werden.
3. Anspruchsvoll Anfang, Ende oder einzelne Bilder fehlen. Dein Kind muss Teile der Handlung selbst entwickeln, ohne dass die Geschichte unlogisch wird.

So könnt ihr Bildergeschichten abwechslungsreich üben

Nicht jedes Training muss gleich aus einem vollständigen Aufsatz bestehen. Kleine Übungen trainieren einzelne Fähigkeiten und sind oft motivierender.

Bilder sortieren:
Eine Bildfolge ausschneiden, durcheinanderbringen und dein Kind die richtige Reihenfolge finden lassen.
Ein Bild verstecken:
Was könnte auf dem fehlenden Bild passiert sein? Dein Kind entwickelt eine passende Szene.
Perspektive wechseln:
Die Geschichte einmal aus Sicht einer anderen Person oder sogar eines Tieres erzählen.
Nur den Höhepunkt schreiben:
Statt eines ganzen Aufsatzes wird nur die spannendste Szene ausführlich formuliert.
Dialoge erfinden:
Was könnten die Figuren sagen? So lässt sich die wörtliche Rede gezielt trainieren.
Geschichte rückwärts:
Eine kurze Geschichte lesen und anschließend selbst passende Bilder dazu zeichnen.

Checkliste: Ist die Bildergeschichte fertig?

Vor der Abgabe lohnt sich ein letzter Kontrollgang. Dein Kind kann die Punkte nacheinander abhaken.

Ich habe alle Bilder berücksichtigt.
Meine Geschichte ist logisch und verständlich.
Ich habe eine kurze Einleitung geschrieben.
Mein Hauptteil enthält einen Höhepunkt.
Der Schluss passt zur Geschichte.
Ich beschreibe Gedanken und Gefühle.
Ich benutze unterschiedliche Satzanfänge.
Ich verwende treffende Verben und Adjektive.
Ich bleibe in derselben Zeitform.
Meine Überschrift passt und macht neugierig.
Ich habe die Rechtschreibung kontrolliert.
Ich habe meine Geschichte noch einmal gelesen.
Übungstipp für Eltern:
Wenn dein Kind beim Schreiben noch unsicher ist, lasst die Bildergeschichte zuerst nur mündlich entstehen. Frage: „Was passiert jetzt? Was denkt die Person? Was könnte sie sagen? Was passiert zwischen diesen beiden Bildern?“ Erst wenn die Geschichte im Kopf funktioniert, wird sie aufgeschrieben.