Lauttreue Leseübungen: So gelingt der Einstieg ins Lesen

Lesenlernen ist anstrengend. Am Anfang muss dein Kind Buchstaben erkennen, die passenden Laute abrufen und diese anschließend zu einem Wort verbinden.

Lauttreue Leseübungen erleichtern diesen Einstieg. Sie beginnen mit möglichst einfach zu erlesenden Wörtern und steigern die Schwierigkeit Schritt für Schritt. So kann dein Kind früh erleben: Ich kann das lesen!

Was bedeutet „lauttreu“ beim Lesen?

Für erste Leseübungen eignen sich Wörter besonders gut, wenn dein Kind die Buchstaben und Laute möglichst unmittelbar miteinander verbinden kann. Kompliziertere Schreibweisen und Lautverbindungen kommen später dazu.

L – U – P – E Laute erkennen Die einzelnen Laute lassen sich gut nacheinander erfassen.
→
LUPE Zum Wort verbinden Aus den einzelnen Lauten entsteht das ganze Wort.

Lesenlernen geschieht in kleinen Schritten

🔤 Buchstaben
👂 Laute
🗣️ Silben
📖 Wörter
💬 Sätze

Dein Kind muss also nicht sofort schwierige Texte bewältigen. Zunächst geht es darum, die grundlegenden Abläufe beim Lesen immer sicherer und automatischer auszuführen. Erst danach werden Wörter, Sätze und Texte schrittweise anspruchsvoller.

Warum einfache Leseübungen so hilfreich sind

✓ Schnelle Erfolgserlebnisse Dein Kind erlebt, dass es Wörter tatsächlich selbst lesen kann.
✓ Weniger Überforderung Die Aufmerksamkeit kann auf das eigentliche Erlesen gerichtet werden.
✓ Mehr Sicherheit Häufiges Üben hilft, Buchstaben und Lautverbindungen schneller abzurufen.
✓ Mehr Motivation Wer Fortschritte bemerkt, ist eher bereit, weiterzulesen und zu üben.
Wichtig: Lauttreue Übungen sind eine Einstiegshilfe und keine dauerhafte Vereinfachung. Dein Kind soll nach und nach auch häufige Lautverbindungen und schwierigere Wörter kennenlernen.
Material aus dem Lernförderung-Shop

Lesen üben – passend zum Lernstand

Vom ersten lauttreuen Lesen bis zum Textverständnis: Diese Materialien begleiten dein Kind auf unterschiedlichen Stufen seiner Leseentwicklung.

Für Leseanfänger besonders passend: „Leichter lesen lernen“ arbeitet mit einfachen lauttreuen Texten und spielerischen Übungen und knüpft damit direkt an diese Seite an.

So kannst du lauttreues Lesen üben

Eine kurze Übungszeit reicht vollkommen aus. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Wörter zu schaffen, sondern deinem Kind genügend Zeit zu geben, die Buchstaben wirklich selbst zu erlesen.

1

Wort ansehen

Buchstaben in Ruhe anschauen und bekannte Laute erkennen.
2

Laute verbinden

Nicht Buchstaben aufsagen, sondern die Laute zunehmend verbinden.
3

Wort lesen

Das vollständige Wort noch einmal flüssiger sprechen.
4

Wiederholen

Bekannte Wörter später erneut lesen und dadurch Sicherheit gewinnen.

Mit einfachen Wörtern beginnen

Wähle zunächst kurze, übersichtliche Wörter. Danach kannst du längere Wörter und weitere Lautverbindungen ergänzen.

Wörter für erste Übungen

Oma Opa Hase Dose Lupe Dino Foto Hut Wal Regal Kamel Lampe

Aus Wörtern werden kleine Sätze

Sobald einzelne Wörter sicherer gelesen werden, kannst du daraus sehr kurze Sätze bilden. Inhaltlich dürfen sie ruhig lustig sein.

Der Hase hat eine Lupe.
Oma malt einen Dino.

Drei Dinge, die das Lesen unnötig schwer machen

Zu schnell helfen Gib deinem Kind erst Zeit, das Wort selbst zu erlesen.
Zu lange üben Kurze konzentrierte Einheiten sind meist sinnvoller als ein Lesemarathon.
Zu schnell steigern Erst wenn einfache Wörter sicherer werden, kommen schwierigere hinzu.

Wie geht es beim Lesenlernen weiter?

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