Dein Kind hat die Wörter zu Hause geübt – und schreibt sie im Schuldiktat trotzdem falsch? Das ist gar nicht so ungewöhnlich. Beim Diktat muss dein Kind gleichzeitig zuhören, sich Wörter merken, richtig schreiben, das Tempo halten und mit Aufregung umgehen. Schon an einer dieser Stellen können Fehler entstehen.
Warum macht mein Kind im Diktat so viele Fehler?
Ein Diktat überprüft nicht ausschließlich die Rechtschreibung. Es verlangt mehrere Fähigkeiten gleichzeitig. Dein Kind muss den gesprochenen Satz verstehen, ihn kurzfristig im Gedächtnis behalten, die Wörter richtig schreiben und gleichzeitig darauf achten, den Anschluss nicht zu verlieren.
Deshalb kann ein Kind Rechtschreibregeln eigentlich kennen und trotzdem im Diktat deutlich mehr Fehler machen als bei einer entspannten Übung zu Hause.
Die häufigsten Fehlerquellen beim Diktat
Die Lehrkraft diktiert: „Der Hund läuft schnell über die Wiese.“ Dein Kind überlegt bei Hund: „Schreibt man hinten d oder t?“ Während es noch darüber nachdenkt, wird bereits läuft schnell diktiert. Jetzt fehlen Wörter – und aus einem Rechtschreibproblem werden plötzlich drei Fehler.
Schau dir jetzt das Video an. Achte besonders darauf, welche Faktoren neben der eigentlichen Rechtschreibung das Ergebnis eines Diktats beeinflussen können.
Welche Fehlerquelle hat dein Kind?
Bevor ihr noch mehr Diktate schreibt, lohnt sich eine kleine Ursachenforschung. Schaut euch nicht nur die falsch geschriebenen Wörter an, sondern auch die Situation, in der die Fehler entstanden sind.
Fehler im Diktat richtig auswerten
4 Schritte für weniger Diktatfehler
Beim Üben zu Hause: Druck herausnehmen
Wenn dein Kind beim Diktat ohnehin angespannt ist, hilft es wenig, die Prüfungssituation jeden Nachmittag zu Hause nachzustellen. Variiert das Training lieber.
Einmal können nur schwierige Wörter geübt werden, ein anderes Mal ein kurzer Abschnitt. Auch spielerische Diktatformen können helfen, Rechtschreibung zu trainieren, ohne dass jedes Üben wie eine Klassenarbeit wirkt.
Frage nach einem Diktat nicht zuerst:
„Wie viele Fehler hast du?“
Interessanter ist:
„Welche Fehler sind passiert – und weißt du schon, warum?“
Damit richtet sich der Blick weg von der reinen Fehlerzahl und hin zur nächsten sinnvollen Lernstrategie.
Auch die Rahmenbedingungen spielen eine Rolle
Ein Kind kann sich gut vorbereitet haben und trotzdem einen schlechten Tag erwischen. Müdigkeit, Aufregung, ein ungünstiger Sitzplatz, Ablenkung oder ein ungewohnt hohes Diktiertempo können das Ergebnis beeinflussen.
Ein einzelnes Diktat sollte deshalb nicht darüber entscheiden, ob ein Kind sich selbst als „gut“ oder „schlecht“ in Rechtschreibung wahrnimmt. Interessanter ist die Entwicklung über einen längeren Zeitraum.
Fehler beim Diktat können aus ganz unterschiedlichen Gründen entstehen: Rechtschreibunsicherheit, Zeitdruck, Zuhören, Merkfähigkeit, Ablenkung oder Aufregung.
Deshalb bringt es wenig, einfach immer mehr Diktate zu schreiben. Findet zuerst heraus, wo die Fehler entstehen, und wählt danach die passende Übung.
So wird aus jedem Fehler eine Information darüber, was dein Kind als Nächstes lernen kann.



