Was sind Verben?
Verben sind Wörter, die Tätigkeiten, Vorgänge oder Zustände ausdrücken. Sie gehören zu den wichtigsten Wortarten, denn ohne ein Verb lässt sich meistens kein vollständiger Satz bilden.
Beispiele sind laufen, schreiben, wachsen, schlafen, sein und bleiben.
Verben werden häufig Tunwörter oder Tätigkeitswörter genannt. Das hilft beim Einstieg – ganz genau ist diese Bezeichnung aber nicht, denn auch Zustände wie sein oder bleiben werden durch Verben ausgedrückt.
Verben drücken Tätigkeit, Vorgang oder Zustand aus
Wie erkennt dein Kind ein Verb?
Für Kinder ist das manchmal schwieriger, als es zunächst klingt. Im Satz Peter liest ein Buch gehört nur liest zur Wortart Verb. ein Buch gehört nicht dazu, obwohl Peter natürlich „ein Buch liest“.
liest = Verb · Buch = Nomen
Mit drei Proben kann dein Kind Verben zuverlässiger erkennen:
Bedeutung prüfen
Beschreibt das Wort eine Tätigkeit, einen Vorgang oder einen Zustand?
Grundform bilden
läuft → laufen
liest → lesen
ist → sein
Person verändern
ich lese
du liest
wir lesen
Grundform und Infinitiv
Die unveränderte Grundform eines Verbs heißt Infinitiv. So steht das Verb normalerweise auch im Wörterbuch.
Infinitiv
Verbform
Viele Infinitive enden auf -en: spielen, lernen, schreiben, laufen. Manche enden nur auf -n, zum Beispiel wandern oder sammeln.
Mini-Übung: Verb und Grundform finden
1. Mia schreibt eine Nachricht.
2. Der Hund schläft unter dem Tisch.
3. Die Blumen wachsen schnell.
4. Paul ist heute müde.
Lösung anzeigen
schreibt → schreiben
schläft → schlafen
wachsen → wachsen
ist → sein
Grammatik nicht nur lernen – ausprobieren
Wortarten werden leichter verständlich, wenn Kinder Wörter selbst sortieren, zuordnen und mit ihnen arbeiten. Dafür eignet sich spielerisches Grammatikmaterial besonders gut.
Grammatik spielerisch üben und Wortarten aktiv zuordnen. Das Material findest du zusammen mit meinen weiteren Download-Materialien zum Schreiben und zur Grammatik.
Grammatik-Material ansehen →Verben konjugieren: Das Verb passt sich an
Verben können ihre Form verändern. Sie passen sich unter anderem daran an, wer etwas tut. Diese Veränderung nennt man Konjugation.
Die sechs Formen gehören zum selben Verb. Die Person verändert sich – und damit verändert sich die Verbform.
Wortstamm und Endung erkennen
Bei regelmäßigen Verben lässt sich gut erkennen, aus welchen Teilen die Verbform besteht.
spiel- = Wortstamm -st = Personalendung
Typische Endungen im Präsens sind:
ich -e · du -st · er/sie/es -t · wir -en · ihr -t · sie -en
Bei spielen bleibt der Stamm spiel- gut sichtbar: spiele, spielst, spielt, spielen.
Regelmäßige und unregelmäßige – starke und schwache Verben
Nicht alle Verben verändern sich gleich. Für die Schule begegnen deinem Kind dabei häufig die Begriffe regelmäßig/unregelmäßig sowie schwach/stark.
Schwaches Verb: spielen
| Grundform | spielen |
|---|---|
| Präsens | ich spiele |
| Präteritum | ich spielte |
| Partizip II | gespielt |
Der Wortstamm bleibt weitgehend gleich.
Starkes Verb: singen
| Grundform | singen |
|---|---|
| Präsens | ich singe |
| Präteritum | ich sang |
| Partizip II | gesungen |
Der Stammvokal kann sich verändern.
Vollverben, Hilfsverben und Modalverben
Verben lassen sich außerdem danach unterscheiden, welche Aufgabe sie im Satz übernehmen.
Partizip I und Partizip II
Auch Partizipien werden aus Verben gebildet. Sie sind Verbformen und keine eigene Wortart. Besonders wichtig ist das Partizip II, weil es unter anderem für Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II gebraucht wird.
lachen → lachend
singen → gesungen
Das Partizip I wird typischerweise aus dem Infinitiv plus -d gebildet. Beim Partizip II unterscheiden sich die Formen stärker.
Wenn dein Kind dieses Thema gerade in der Schule behandelt, findet ihr auf der Seite Partizip I und Partizip II einfach erklärt die ausführliche Erklärung mit Bildung, Verwendung und Beispielen.
Verben zeigen auch die Zeit
Mit Verben können wir ausdrücken, wann etwas geschieht. Dafür verändert sich die Verbform oder sie wird mit einem Hilfsverb kombiniert.
Ich habe gespielt.
Im Deutschen unterscheidet dein Kind sechs wichtige Zeitformen: Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II.
Diese sechs Formen behandeln wir bewusst nicht vollständig auf dieser Seite. Dafür gibt es die ausführliche Übersicht Die sechs Zeitformen im Deutschen. Dort findet dein Kind auch Beispiele und Hinweise zur Verwendung der Zeiten.
So hängt alles zusammen
spielt
spielen
du spielst
du spieltest
Verben üben
Übung 1: Verb und Grundform
1. Lena fährt mit dem Fahrrad.
2. Tim hilft seinem Freund.
3. Die Kinder sehen einen Vogel.
4. Das Eis schmilzt.
Lösung anzeigen
fährt → fahren
hilft → helfen
sehen → sehen
schmilzt → schmelzen
Übung 2: Richtig konjugieren
Setze spielen in die richtige Form:
Ich ______ Fußball.
Du ______ Fußball.
Wir ______ Fußball.
Lösung anzeigen
Ich spiele Fußball.
Du spielst Fußball.
Wir spielen Fußball.
Übung 3: Stark oder schwach?
Vergleiche Grundform, Präteritum und Partizip II:
lachen – lachte – gelacht
singen – sang – gesungen
spielen – spielte – gespielt
fahren – fuhr – gefahren
Lösung anzeigen
schwach: lachen, spielen
stark: singen, fahren



