Halloween in der Schule: Gruseln, schreiben und dabei lernen
Kürbisse, Geister und Hexen haben auf den ersten Blick wenig mit Deutschunterricht zu tun. Aber gerade Halloween bietet viele Möglichkeiten, Kinder zum Lesen, Schreiben und Erzählen zu motivieren.
Manche Kinder können sich für einen normalen Schreibauftrag nur schwer begeistern. Bei einem verlassenen Haus, einem geheimnisvollen Geräusch oder einer Gestalt im Nebel sieht das plötzlich ganz anders aus. Genau darin steckt für Schule und Lernen eine Chance.
Warum Halloween für die Schule spannend ist
Halloween wird am 31. Oktober gefeiert. Für Kinder sind aber meist weder Geschichte noch Herkunft das Spannendste. Sie mögen Kostüme, Kürbisse, geheimnisvolle Geschichten und natürlich das Gruseln. Und genau diese Begeisterung lässt sich auch fürs Lernen nutzen.
Ein ungewöhnliches Thema kann plötzlich Kinder zum Schreiben bringen, die bei einem gewöhnlichen Aufsatz nur schwer einen Anfang finden. Halloween liefert dafür jede Menge Bilder im Kopf: dunkle Wälder, knarrende Türen, geheimnisvolle Geräusche und Figuren, bei denen man nicht genau weiß, ob man ihnen trauen kann.
1. Eine eigene Gruselgeschichte schreiben
Bevor dein Kind losschreibt, kann es seine Geschichte mit vier einfachen Fragen planen. So entsteht aus einer ersten Halloween-Idee Schritt für Schritt eine richtige Geschichte.
Gerade Kinder, die bei einem normalen Aufsatz erst einmal ratlos vor dem leeren Blatt sitzen, bekommen durch Halloween viele konkrete Bilder und Ideen geliefert.
In meiner ausführlichen Anleitung Gruselgeschichte oder Horrorgeschichte schreiben zeige ich Schritt für Schritt, wie aus Ort, Figuren, Handlung und passenden Gruselwörtern ein vollständiger Aufsatz wird.
2. Mit Gruselwörtern den Wortschatz erweitern
Halloween ist auch eine schöne Gelegenheit, mit Sprache zu spielen. Wie viele Wörter fallen deinem Kind ein, mit denen eine Situation unheimlich beschrieben werden kann?
Jetzt wird daraus eine kleine Schreibübung: Dein Kind sucht sich drei Wörter aus und bildet damit einen Satz. Aus drei solchen Sätzen kann schon der Anfang einer kleinen Gruselgeschichte entstehen.
3. Vorlesen mit Gänsehaut
Nicht jedes Kind schreibt gerne. Vielleicht liest es aber gerne vor oder hört anderen zu. Eine kurze Gruselgeschichte eignet sich dafür hervorragend. Licht etwas dimmen, gemütlich hinsetzen und loslesen.
Dabei wird ganz nebenbei geübt, betont zu lesen, Pausen zu machen und mit der Stimme Spannung zu erzeugen. Plötzlich bekommt Vorlesen einen ganz anderen Reiz.
4. Reizwörter werden zu einer Geschichte
Eine weitere schöne Schulidee sind Reizwörter. Schreibe beispielsweise Nebel – Schlüssel – Keller – Schritte auf vier Karten. Daraus soll eine kleine Geschichte entstehen.
Wer mehr Unterstützung beim Schreiben braucht, kann zunächst nur erzählen. Anschließend wird die Geschichte gemeinsam in Stichpunkten festgehalten und erst danach aufgeschrieben.
Was Kinder mit Halloween tatsächlich üben können
Natürlich muss nicht aus jedem Fest eine Unterrichtsstunde werden. Aber wenn ein Kind sowieso gerade begeistert von Halloween ist, kann man diese Motivation wunderbar aufgreifen.
5. Die 100-Wörter-Halloween-Challenge
Diese Idee gefällt mir besonders gut, weil sie überschaubar ist: Schreibe eine Gruselgeschichte mit höchstens 100 Wörtern. Damit wird aus dem großen Auftrag „Schreib eine Geschichte“ eine kleine Herausforderung.
Alle vier Wörter müssen vorkommen. Die Geschichte braucht eine Hauptfigur und etwas Unerwartetes muss passieren. Mehr Regeln gibt es zunächst nicht.
6. Halloween-Ideen an das Alter anpassen
Auf meiner Seite Gruselgeschichten mit Reizwörtern schreiben geht es ausführlicher darum, wie eine atmosphärische Geschichte entsteht und wie Reizwörter beim Entwickeln der Handlung helfen.
7. Und danach? Gemeinsam vorlesen!
Die fertige Geschichte sollte nicht einfach im Schulheft verschwinden. Viel schöner ist es, wenn Kinder ihre Texte gegenseitig vorlesen. Vielleicht wird sogar abgestimmt: Welche Geschichte war besonders spannend? Welche hatte die überraschendste Idee? Wo konnte man sich den Ort besonders gut vorstellen?
Dabei sollte es nicht darum gehen, die „beste“ Geschichte zu küren. Viel interessanter ist die Frage, was an einem Text gut funktioniert. So bekommen Kinder ein Gefühl dafür, wie Sprache auf andere Menschen wirkt.
Gruselgeschichten passend weiterüben
Genau das ist für mich das Schöne daran. Ein Kind, das freiwillig nach einem gruseligen Wort sucht, eine Geschichte erfindet oder sie anderen vorlesen möchte, übt ganz nebenbei wichtige Fähigkeiten. Manchmal braucht Lernen eben nur einen Kürbis, ein bisschen Fantasie und eine richtig gute Geschichte.



