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Dyskalkulie >> Ein Erfahrungsbericht

Sehr geehrte Frau Uta Reimann-Höhn,

mein Anliegen entspringt einem hohen Leidensdruck der sich über meine gesamte schulische, sowie nun auch Uni-"Karriere", tief verwurzelt in mir aufgestaut hat. Schon früh in der Grundschule war ich sehr schlecht in Mathe, in allen anderen Fächern dafür aber gut. Meine Mutter hat mir eingeredet ich wäre ein "Mathe-Idiot", sie dachte (wohl) man könne die Intelligenz eines Menschen am besten davon ableiten, wie gut das mathematische Verständnis ist. Ich hatte schon immer auch Komplexe deswegen und musste deswegen schliesslich auch nach der 6. Klasse das Gymnasium verlassen.

Auf der Realschule fühlte ich mich hingegen furchtbar unterfordert. Es wurde damals von Seiten meiner Eltern und einiger Lehrer,
sogar mit dem Gedanken gespielt mich auf die Hauptschule zu schicken! Auf dem zweiten Bildungsweg machte ich mein Fachabitur für Sozialwesen und studierte Soziale Arbeit bis zum Vordiplom. Ich habe es mit einem guten Durchschnitt absolviert und mich für meinen früheren Traum entschieden, den ich seit meinem 15.Lebensjahr habe. Mir war schon immer klar, dass ich nicht Sozial Arbeiterin werden wollte. Mein Ziel war es an der Universität München (LMU) Soziologie zu studieren, Philosophie und Psychologie. Mit Hilfe meines Vordiploms war nun ein fachspezifischer Wechsel zur Uni endlich möglich geworden.

Meine Matheschwäche rächt sich jedoch weiterhin, in meinem Grundstudium der Soziologie gibt es zwei Pflichtscheine in Statistik, an
denen ich schier verzweifle, bzw. verzweifelte. Mein Studium hat sehr unter diesen Hürden gelitten, meine Motivation auch, jetzt bin ich deppressiv geworden und gehe in eine Psycho-Therapie. Das hat natürlich noch dazu einige andere Ursachen. Wichtig wären jedoch ein paar Informationen über einen Dyskalkulie Test für Erwachsene, falls es so etwas überhaupt geben sollte. Mein Psychologe hat mir vorgeschlagen bei ihm einen Dyskalkulie Test zu machen. Er hat leider nicht soviel Zeit und überliess mir die dafür notwendige Recherche. Bis jetzt habe ich im Internet viel über Dyskalkulie Tests für Kinder entdecken können, jedoch nicht für Fälle wie mich.

Früher war Dyskalkulie ja noch weniger im Bewusstsein der Eltern, als es vielleicht die Legasthenie war. Meine Eltern sind nie auf die Idee gekommen, das meine Matheschwäche vielleicht eine Art "Erkrankung" darstellen könnte. Ich will es ihnen auch nicht verübeln, nur habe ich jetzt nur noch eine Chance, mein Studium wieder aufnehmen zu können. Diese wäre ein qualifizierter Test, der auch bei den Universitätsbehörden auf Gehör stoßen würde, damit ich weiter studieren kann, ohne Statist belegen zu müssen oder mir Alternativen aufzeigt.
Vielen lieben Dank für Ihre Mühe!