MATHE · GRUNDSCHULE · SACHAUFGABEN
Textaufgaben verstehen: So findet dein Kind den Rechenweg
Viele Kinder können eigentlich rechnen – und scheitern trotzdem
an Textaufgaben. Denn bevor gerechnet werden kann, muss dein Kind
erst herausfinden, welche Informationen wichtig sind, was gefragt
ist und wie sich der Text in eine Rechenaufgabe übersetzen lässt.
Bei Textaufgaben beginnt Mathematik mit Lesen.
Das eigentliche Rechnen ist oft gar nicht das größte Problem.
Die Herausforderung besteht darin, einen beschriebenen Sachverhalt
zu verstehen und daraus die passende mathematische Aufgabe zu entwickeln.
Warum sind Textaufgaben so schwierig?
Textaufgaben verlangen mehrere Fähigkeiten gleichzeitig. Dein Kind
muss lesen und verstehen, Informationen auswählen, mathematisch
denken und anschließend noch richtig rechnen.
Aa
Sprachverständnis
Was bedeutet die Aufgabenstellung genau?
W
Wortschatz
Unbekannte Wörter können das Verständnis erschweren.
?
Informationen
Welche Angaben sind wichtig – und welche nicht?
→
Ausdauer
Manchmal muss ein Lösungsweg erst ausprobiert werden.
✓
Sorgfalt
Zahlen, Einheiten und Details dürfen nicht übersehen werden.
!
Konzentration
Mehrere Informationen müssen zusammengeführt werden.
Vier Schritte führen durch die Textaufgabe
Ein fester Ablauf kann deinem Kind helfen, nicht sofort planlos
mit irgendwelchen Zahlen zu rechnen. Erst wird verstanden –
dann gerechnet.
Der Weg durch eine Textaufgabe
Lesen → Ordnen → Rechnen → Antworten
Was muss ich herausfinden?
1
Lesen & Frage klären
Aufgabe sorgfältig lesen. Was soll am Ende
herausgefunden werden?
2
Informationen ordnen
Wichtige Zahlen und Angaben notieren.
Eine Skizze kann zusätzlich helfen.
3
Rechenweg finden
Überlegen, welche Rechnung zur Frage passt.
Auch unterschiedliche Lösungswege sind möglich.
4
Antwort formulieren
Ergebnis prüfen und die ursprüngliche Frage
in einem passenden Antwortsatz beantworten.
Erst verstehen – dann rechnen.
Wer sofort alle Zahlen aus einer Textaufgabe miteinander
verrechnet, landet leicht beim falschen Ergebnis. Dein Kind sollte
zunächst erklären können, worum es in der Aufgabe geht und was
überhaupt gesucht wird.
Diese Probleme treten bei Textaufgaben häufig auf
!
Dein Kind liest die Aufgabe zu schnell oder nicht vollständig.
?
Einzelne Wörter oder Formulierungen werden nicht verstanden.
1
Wichtige und unwichtige Informationen werden nicht unterschieden.
×
Die passende Rechenoperation wird nicht erkannt.
→
Das Kind weiß nicht, wo es anfangen soll, und probiert planlos.
Aa
Der Sachverhalt wird auch nach mehrmaligem Lesen nicht klar.
1. Die Textaufgabe sorgfältig lesen
1
Was passiert – und was wird gefragt?
Dein Kind sollte die Aufgabe ruhig lesen und anschließend
mit eigenen Worten wiedergeben. Besonders wichtig ist die
Frage: Was soll ich am Ende eigentlich herausfinden?
Was weiß ich?
Was suche ich?
Welche Angaben brauche ich?
2. Wichtige Informationen herausfiltern
2
Zahlen und Angaben ordnen
Wichtige Informationen können markiert oder auf einem
Schmierblatt notiert werden. Wenn der Sachverhalt kompliziert
ist, kann zusätzlich eine kleine Skizze helfen.
Lina hat 24 Murmeln.
Sie verschenkt 7 Murmeln.
Wie viele Murmeln bleiben übrig?
3. Den passenden Rechenweg finden
3
Nicht sofort losrechnen
Jetzt überlegt dein Kind, welche mathematische Handlung
zur Situation passt. Manchmal gibt es dabei mehr als einen
sinnvollen Lösungsweg.
Signalwörter können Hinweise geben
Bestimmte Formulierungen helfen dabei, die Situation einer
Textaufgabe zu verstehen. Sie sind aber keine automatische
Rechenregel.
„insgesamt“, „zusammen“
kann auf das Zusammenführen von Mengen hinweisen
„übrig“, „weniger“
kann auf eine Verringerung hinweisen
„je“, „jeweils“
kann bei gleich großen Gruppen wichtig sein
„verteilen“, „aufteilen“
kann auf eine Teilungssituation hinweisen
Wichtig: Immer den ganzen Satz und den Sachverhalt betrachten.
Ein einzelnes Wort entscheidet nicht automatisch über die Rechenart.
4. Ergebnis prüfen und Antwort schreiben
4
Passt mein Ergebnis zur Frage?
Zum Schluss wird das Ergebnis noch einmal mit der ursprünglichen
Frage verglichen. Danach formuliert dein Kind einen vollständigen
Antwortsatz.
Ein einfaches Beispiel
Textaufgabe: Murmeln verschenken
Lina hat 24 Murmeln. Sie verschenkt 7 Murmeln an ihre Freundin.
Wie viele Murmeln hat Lina danach noch?
1
Frage
Wie viele bleiben?
2
Angaben
24 Murmeln, 7 weg
3
Rechnung
24 − 7 = 17
4
Antwort
Lina hat noch 17 Murmeln.
Eltern-Tipp: Nicht sofort die Rechenart verraten.
Frage lieber: „Was passiert in der Geschichte?“ oder
„Was möchtest du herausfinden?“ Damit hilfst du deinem Kind,
selbst einen Lösungsweg zu entwickeln, statt nur eine fertige
Rechnung nachzumachen.
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Textaufgaben Schritt für Schritt lösen
Deine Textaufgabenschablone führt Kinder systematisch durch
den Lösungsweg und kann dabei helfen, die einzelnen Schritte
beim Bearbeiten von Sach- und Textaufgaben einzuüben.
Textaufgabenhilfe ansehen →
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