Hochsensibilität und Schule: Nicht immer leicht

Hochsensibilität und Schule

Während es im Kindergarten viele Möglichkeiten des Rückzuges gibt, ist das in der Schule schwer umzusetzen. Es ist also ganz normal, dass die Situation für ein hochsensibles Kind direkt nach der Einschulung schwierig ist. Schon vom ersten Tag an wird der Ablauf durch die Lehrer bestimmt.

Dabei können sich die Kinder keine Gruppen aussuchen, sondern müssen alles zusammen machen. Es gibt keine Spiel-oder Leseecke, in die sich ein Kind Überforderung zurückziehen kann. Jetzt gilt das Leistungsprinzip, nicht mehr das Spielprinzip.

 

 

“Ich habe Angst vor der Schule!”

Hochsensible Kinder, sowohl Jungen als auch Mädchen, reagieren auf die Einschulung oft extrem. In den ersten Tagen weinen sie viel, sogar im Unterricht. Sie lehnen die Schule recht schnell ab, wenn sie von anderen Kindern gehänselt werden oder merken, dass sie nicht mehr in ihrem eigenen Tempo vorgehen können.

Natürlich haben sie den Schulbesuch schon bis ins Kleinste im Vorfeld durchdacht. Im Prinzip freuen sie sich auf die neue Erfahrung, das Lernen, die schönen Sachen im Schulranzen und den Imagegewinn. Als Schulkind fühlen sie sich reifer und erwachsener als als Kindergartenkind.

Doch Hochsensibilität und Schule passt nicht immer zusammen.

 

Hochsensibilität und Schule

 

Hochsensible Kinder scheitern häufig an der Schulrealität

Die Realität ist dann jedoch härter, als erwartet. Je weniger ein Kind auf die Schule vorbereitet ist, desto schwerer wird es. Oft zeigt sich die schwierige Situation in der ersten Pause.

Alle Kinder stürmen laut rufen und lachend auf den Schulhof, um dort miteinander zu spielen. Wenn das hochsensible Kind, meistens als Nachzügler, auch aus der Schule tritt, sind die Spiele schon in vollem Gange. Es steht dann abwartend an der Seite und hofft, dass es jemand zum Mitspielen auffordert.

Doch das geschieht meistens nicht. Im Gegenteil. Wenn das Kind aus Überforderung oder Angst im Unterricht geweint hat, wird es meistens von den anderen ausgelacht und nicht akzeptiert. Schon vom ersten Tag an kann sich so eine Außenseiterposition manifestieren, die sehr schwer aufzulösen ist.

 

 

Bleiben Sie positiv und optimistisch

Hochsensibilität und Schule

Es ist verständlich, dass Sie sich Gedanken und Sorgen über den Schulbesuch ihres hochsensiblen Kindes machen. Hochsensibilität und Schule können sich stark im Weg stehen. Das muss aber nicht sein.

Falls es doch passiert: Bemühen Sie sich, Ihrem Kind gegenüber keine negativen Kommentare zu Schulalltag oder zu Schulsystem generell abzugeben. Mit Sicherheit wird es die ein oder andere problematische Situation in der Schullaufbahn geben, aber sie müssen die Probleme nicht vorwegnehmen.

Das führt nur zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen, weil Ihr Kind dadurch negativ eingestellt wird. Besonders hochsensible Kinder lassen sich von den Ängsten und Befürchtungen ihrer Eltern anstecken. Im Alltag hilft Ihnen das nicht weiter, sondern erschwert die Situation noch zusätzlich.

Behalten Sie Ihre Sorgen also für sich und bereiten Sie den Schulalltag so gut wie möglich vor. Möglicherweise kommt Ihr Kind besser zurecht als sie glauben.

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So bereiten Sie den Schulbesuch optimal vor

1.Nutzen Sie die Sommerferien, um das Schulgelände zu erkunden. In der Regel befinden sich zahlreiche Spielgeräte auf dem Schulhof, die zu bestimmten Uhrzeiten der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

2. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind mit einem Freund aus dem Kindergarten gemeinsam in eine Klasse kommt.

3. Informieren Sie die Lehrerinnen über die besonderen Wahrnehmungsfähigkeiten Ihres Kindes. Dabei ist es gut, wenn sie eine entsprechende Beurteilung vom Kindergarten vorlegen können.

4. Fragen Sie nach, ob es eine Möglichkeit gibt, Ihrem Kind zumindest anfangs kleine Auszeiten zuzugestehen. Das kann ein einzelner Tisch am Rande des Klassengeschehens sein, eine Bücherecke oder sogar ein separater Klassenraum.

5. Bitten Sie darum, bei Problemen direkt informiert zu werden.

6. Fragen Sie nach, wie die Aufsicht in der Pause aussieht und ob es Strategien gegen Mobbing gibt.

7. Bleiben Sie in regelmäßigen Kontakt mit der Lehrerin, und versuchen Sie stets herauszubekommen, wie es Ihrem Kind im Unterricht geht.

 

aus: Hochsensible Jungen von Uta Reimann-Höhn

 

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Hochsensibilität und Schule: Der Lärmfaktor

Uta Reimann-HöhnObwohl hochsensible Kinder selber sehr laut sein können, leiden sie trotzdem häufig unter Lärm. Besonders in der Schule, wo viele verschiedene Charaktere aufeinandertreffen, geht es selten ruhig zu.

Ist ein Kind ausgeschlafen und guter Dinge, kann es Lärm länger aushalten, als wenn es sowieso schon einen schlechten Tag hat.

 

 
 
Hochsensibilität und Schule: Misten Sie den Alltag gründlich aus

Bei Schulkindern steigen die Anforderungen in vielen Bereichen schnell an, das müssen Sie bei Hochsensibilität und Schule unbedingt bedenken. Ihr Kind muss sich an einen strikten Tagesablauf halten und kann nicht spontan Pausen einlegen, wenn ihm danach ist.

Hochsensible Kinder und Schule

Außerdem werden jetzt Leistungsanforderungen an sie gestellt, deren Erfüllung von den Eltern und den Lehrern erwartet wird. Hinzu kommen eine Vielzahl von neuen Kontakten zu Klassenkameraden und Lehrern. Für hochsensible Kinder ist das eine große Herausforderung, die schnell zu einer Überforderung führen kann.

Sie sollten sich zumindest anfangs ganz auf die Schule konzentrieren und nicht noch anstrengende und fordernde Hobbys ausüben.

 

 

Mein Tipp: Freizeit aufs Wochenende verlegen

Freizeitaktivitäten, Ausflüge und Verabredungen können auf die Wochenenden und in die Schulferien verlegt werden. Regelmäßige Termine im Sportverein sollten nun noch einmal überdacht werden.

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