Saskias Legasthenietherapie zahlt das Jugendamt

Saskia bekommt eine Legasthenietherapie

„Wir haben erst in der dritten Klasse einen Test machen lassen, weil wir die hohen Kosten für eine Legasthenietherapie gefürchtet haben. Wir dachten, das bekommen wir auch so hin. Aber weder unsere eigene Hilfe noch die Nachhilfe haben Saskia geholfen. Dann haben wir den Rat der Lehrerin befolgt und sind zum Legasthenietest gegangen. Bingo! Nachdem wir uns informiert hatten, haben wir die Kostenübernahme für die Therapie beim Jugendamt beantragt. Das haben wir so gemacht.“

Saskia hat wieder mehr Spaß.

Saskia macht seit 5 Monaten eine Lerntherapie

„Wirklich flatterte uns bald eine Kostenübernahme Erklärung ins Haus. Wir durften uns einen (vom Jugendamt anerkannten) Lerntherapeuten aussuchen. Eine Liste lag dem Schreiben bei. Ich telefonierte gleich rum und fand einen freien Platz. Schon in der nächsten Woche hatten wir ein Erstgespräch. Saskia war erst skeptisch, aber dann fand sie die Lerntherapeutin und auch die Legasthenietherapie sehr nett. Die beiden verstehen sich und Saskia geht gerne hin. Sie wird Tag für Tag etwas umgänglicher und entspannter, denn der schulische Druck war wohl ganz enorm geworden. Die Kosten für die Legasthenietherapie werden zu 100 Prozent vom Jugendamt übernommen. Wir zahlen gar nichts, sondern die Lerntherapeutin rechnet direkt mit dem Jugendamt die Legasthenie Kosten ab.“

Die Noten werden langsam besser

Schnell geht es nicht, aber das wussten wir ja. Und Saskia hat 80 Stunden Förderung, in denen sie sich langsam verbessern kann. Im Prinzip fängt sie fast noch einmal von vorne an. Aber jetzt liest sie und schreibt auch schon mal kleine Zettelchen für mich. Ich bin dann immer ganz gerührt, denn es ging uns wirklich sehr schlecht mit der Situation. Man hört immer was über Legasthenie, aber wenn es einen selber betrifft, ist das ganz anders. Unsere Familie ist jetzt entspannter. Saskia muss keine Einsen in Deutsch schreiben, Hauptsache sie geht wieder gerne zur Schule.“

Bei Leon lief es leider anders

Die Eltern von Leon haben ganz andere Erfahrungen gemacht. Als die Lehrerin sie auf die vielen Rechtschreibfehler ihres Sohnes ansprach, suchten sie verzweifelt einen Therapieplatz. Fündig wurden sie bei einem privaten Anbieter, der für die Diagnose bereits 800,- € verlangte und bei dem die Stunde mit 90,- € zu Buche schlug. Immense Kosten für die junge Familie, die sie über einen Nebenjob abzudecken versucht. Leon wurde „Opfer“ des Lerntherapie-Notstandes, der in Deutschland längst Realität ist. Private Anbieter verlangen Fantasie-Preise, weil es immer weniger seriöse Praxen gibt. Grund dafür: In den wenigen Stunden am Nachmittag, die neben Schule und Hobby frei sind, kann einfach nicht genug Geld verdient werden.

Rechenbeispiel

Wenn die Lerntherapiestunde ca. 40 € kostet, und pro Tag 4 Kinder zwischen 15 und 20 Uhr gefördert werden können, ergeben das in einem vollen Monat 3200,- €. ABER

  • abgesagte Stunden können nicht berechnet werden
  • in den Schulferien (fast 3 Monate) findet keine Förderung statt, die Ferien dürfen auch nicht abgerechnet werden
  • Lehrergespräche, Elternberatungen und Jugendamtskontakte werden nicht zusätzlich bezahlt
  • Raummiete, Kommunikationsgebühren, Fortbildungen und aktuelles Material müssen bezahlt werden

Letztlich bleiben im Jahresdurchschnitt kaum mehr als 1000,- € im Monat als Gewinn übrig.