„Halt die Fresse, Alte, und wasch meine Wäsche!“

Beleidigungen? Oft ist es gar nicht so böse gemeint.

In der Pubertät fliegen die Fetzen, und das in so ziemlich jeder Familie. Respektloses Verhalten, Beschimpfungen, Abgrenzung, Verweigerung und Wutausbrüche sind sowohl bei der Pubertät Jungen als auch bei der Pubertät Mädchen an der Tagesordnung. Viele Eltern sind verzweifelt und wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Das geliebte Kind wird plötzlich zum kleinen Monster, lehnt die Fürsorge und Zuneigung ab und verletzt durch respektlose Äußerungen.

Pubertät kann weh tun

„Halt die Fresse, Alte!“, „Wasch meine Wäsche, aber flott!“, „Sei doch nicht so mega peinlich“ oder „Wie doof kann man sein?“ Klar, solche Sätze tun richtig weh und treffen meistens die Mütter. Während sie sich um die Kinder sorgen, sich um den Haushalt kümmern und den Lernerfolg unterstützen, wollen die Pubertierenden die Hilfe offensichtlich immer weniger. Ob es die Jungen oder die Mädchen in der Pubertät heftiger treiben, ist unklar. Je persönlicher Eltern so ein Verhalten nehmen, je unklarer und inkonsequenter sie damit umgehen, desto heftiger werden die Verletzungen sein.

Pubertät ist keine Krankheit

Lassen Sie uns doch mal klarstellen: Rüpelhaftes Verhalten ist in der Pubertät völlig normal! Mädchen und Jungen zeigen dabei ein wenig unterschiedliche Vorgehensweisen, aber im Prinzip geht es immer um das Gleiche. Die Abgrenzung von den Eltern und der Aufbau eines eigenen Selbstbildes (keine Krankheit), einer Persönlichkeit. Und mal ganz ehrlich – welche Eltern lassen ihr Kind schon gerne los? Freiheiten müssen erkämpft werden, manchmal eben auch mit respektlosem Verhalten und verletzenden Beleidigungen. Entscheiden ist, wie Eltern darauf reagieren.

Erste Anzeichen der Pubertät – Machtspiele

Pubertät Jungen und Pubertät Mädchen

Pubertät Jungen: Den Jungen geht es häufig um eine Machtdemonstration in Form von Rückzug und Aggression. Typisch ist, sich im dunklen Zimmer einzuigeln, nur zum Essen herauszukommen und sich der Kommunikation zu verweigern. Die Körperpflege leidet (für eine Zeit), männliche Freunde dienen als Vorbilder, die Eltern haben erst mal ausgedient.

Pubertät Mädchen: Hier geht es viel um Attraktivität und Abgrenzung von der eigenen Mutter. Das Rollenbild in der Familie wird erst einmal mit Füßen getreten. Wechselnde Freunde, Beleidigungen, auffallende Kleidung und das ständige Überschreiten der Familiengrenzen sind an der Tagesordnung.

Beide, Jungen und Mädchen, konzentrieren sich nicht mehr auf die Schule, sondern setzen andere Schwerpunkte. Wie können Eltern damit umgehen?

Pubertät Jungen und Pubertät Mädchen: Haltung zeigen

Machen Sie sich klar, dass hier ein normaler Prozess abläuft, den Sie als Eltern jetzt ein wenig steuern müssen. Ihr Kind braucht die Pubertät, um sich zu einem Erwachsenen zu entwickeln. Natürlich müssen Sie auf Beschimpfungen, Beleidigungen und Verletzungen eindeutig reagieren. Aber was ist das richtige Verhalten? Regen Sie sich bitte nicht zu sehr auf!!!

  1. Schauen Sie Ihrem Kind in die Augen und sagen Sie: „Stopp!“ Ich erlaube nicht, dass du so mit mir redest. Wir sind eine Familie und gehen alle respektvoll miteinander um. Wenn du etwas von mir möchtest, formuliere anständig. Auf Beleidigungen werde ich nicht reagieren.
  2. Wiederholt Ihr Kind das Verhalten, können Sie logische Konsequenzen androhen. „Du möchtest, dass ich deine Wäsche wasche, dann verhalte dich freundlich und respektvoll. Wenn du mich noch einmal so ansprichst, musst du deine Wäsche selber waschen.“
  3. Setzen Sie die angedrohte Konsequenz durch, am besten mit einer Ansage, wie lange sie gilt. „Ich werde jetzt eine Woche lang deine Wäsche liegen lassen. Wenn du dich entschuldigst und mich nicht mehr beschimpfst, ist die Sache geregelt. Wenn nicht, mache ich weiter so.“
Was Sie in der Pubertät nicht tun sollten
  • Einfach emotional reagieren und Ihr Kind beschimpfen.
  • Strafe androhen und nicht umsetzen.
  • Unsinnige Strafen androhen, die nichts mit dem Vergehen zu tun haben (Handyverbot bei Beschädigung der Tür durch einen Tritt)
  • Nachtragend sein, denn Ihr Kind benötigt immer wieder eine neue Chance. Es ist ein Kind, es lernt noch.