Ein Haiku ist eine sehr kurze Gedichtform aus Japan. Mit nur wenigen Worten hält es häufig einen Augenblick, eine Beobachtung oder eine Stimmung fest. Gerade deshalb ist ein Haiku eine spannende Übung: Jedes Wort muss gut gewählt sein.
Wie ist ein Haiku aufgebaut?
Im Japanischen wird ein traditionelles Haiku nach Lauteinheiten aufgebaut. Für den Deutschunterricht wird daraus häufig die einfache 5-7-5-Regel: fünf Silben in der ersten Zeile, sieben in der zweiten und wieder fünf in der dritten.
Was macht ein gutes Haiku aus?
Vom Augenblick zum Haiku
👁️ Die Beobachtung
Es ist Herbst. Ein Blatt löst sich vom Baum und fällt langsam auf den nassen Weg.
✍️ Daraus wird ein Gedicht
der Wind trägt es übern Weg
Herbst liegt auf der Stadt
Du siehst: Ein Haiku erzählt keine lange Geschichte. Es hält einen kleinen Moment fest und überlässt es dem Leser, diesen Moment weiterzudenken.
Haiku schreiben in 5 Schritten
beobachten
sammeln
formulieren
prüfen
und verbessern
Ideen für dein Haiku
Suche dir am besten einen konkreten Augenblick aus. Du musst keine große Geschichte erfinden.
Blüten · Vogel · warmer Wind
Sonne · See · Gewitter
Blätter · Wind · Nebel
Schnee · Eis · Kälte
Vogel · Katze · Käfer
Regen · Wolken · Sturm
Jetzt schreibst du dein eigenes Haiku
So prüfst du dein Haiku
- Besteht mein Gedicht aus drei Zeilen?
- Habe ich einen konkreten Augenblick oder ein Bild gewählt?
- Kann sich der Leser die Situation vorstellen?
- Habe ich unnötige Wörter gestrichen?
- Passt der Schluss zu meinem Bild oder setzt er einen neuen Gedanken?
- Wenn meine Schulaufgabe 5-7-5 verlangt: Stimmen die Silben?



