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Wie wird Ritalin bei ADS und ADHS eingesetzt?

ADHS & RitalinAD(H)S & Ritalin: Die Dosierung von Ritalin ist von Kind zu Kind unterschiedlich und muss in einer Anlaufphase mit Unterstützung eines Arztes individuell angepasst werden. Man geht heute verstärkt von der Annahme aus, dass Ritalin am besten wirkt, wenn es über den Tag verteilt in mehreren kleinen Dosen gegeben wird. Das bedeutet, dass auch während der Schulzeit eine Dosis Ritalin eingenommen werden muss, was wiederum nur mit Unterstützung und Hilfe der LehrerInnen realisiert werden kann.

Ritalin gibt es auch als Depotmedikament auf dem Markt, das bei guter Verträglichkeit und Wirksamkeit die Kontrolle der Einnahme wesentlich erleichtert. Bisher konnte nicht nachgewiesen werden, dass Ritalin süchtig macht. An Nebenwirkungen wurden vereinzelt Appetitunlust, Schlaflosigkeit, Magenschmerzen, Kopfschmerzen und Tics dokumentiert. Der behandelnde Arzt / die Ärztin wird die Eltern über die Wirkung und Nebenwirkung des Medikamentes aufklären.

AD(H)S & Ritalin: Es scheint, je älter ein ADS Patient ist, desto kleiner werden die Dosen des benötigten Medikamentes.

Eine Medikation wird in den meisten Fällen entweder mit

  • Stimulanzien wie Methylphenidat (Ritalin) oder mit
  • Atomoxetin (Noradrenalinwiederaufnahmehemmer wie Strattera)

durchgeführt, andere Bausteine der multimodalen Therapie werden bei Bedarf ergänzt.

Wikipedia: Für Patienten, die auf Methylphenidat nicht ausreichend positiv ansprechen oder gar depressive Verstimmungen entwickeln, kann eine Behandlung mit Amphetamin erfolgversprechend sein. Das zeigt sich bei komorbiden aggressiven Verhaltensstörungen in erhöhtem Maß. Des Weiteren ist Amphetamin günstig bei sozialen Störungen. Bei der Behandlung von ADHS-Patienten mit komorbider Borderline-Störung zeigt es häufig stimmungs­stabilisierende Wirkung; verglichen mit der Behandlung von ADHS sind dabei möglicherweise deutlich geringere Dosierungen angezeigt.

Abhängig vom Erscheinungsbild, dem Schweregrad der Erkrankung und Art der Begleitstörungen und dem Ausmaß der Beeinträchtigung kommen für die Therapie psychosoziale, pädagogische, psychotherapeutische und medikamentöse Maßnahmen in Frage, die sich als einzelne Bausteine im Rahmen eines Gesamtbehandlungskonzeptes ergänzen können.” Quelle: Internetseite

AD(H)S & Ritalin: Die Behandlung mit  Medikamenten muss begleitet werden

Wichtig ist, dass die Familien mit der Problematik nicht alleine gelassen werden und die Therapie regelmäßig auf ihre Wirksamkeit hin überprüft wird. Der Arzt kann so die einzelnen Bausteine anpassen, falls einzelne Parameter nicht mehr wirksam sind oder neue behandlungsbedürftige Bereiche im Alltag hinzukommen.

Neben den medizinischen Interventionen kann auch eine

  • pädagogische Begleitung, beispielsweise durch einen Familienhelfer oder einen Einzelfallhelfer

die Familie für eine Zeit sehr entlasten. Ausgebildete Pädagogen können den Kontakt zur Schule erleichtern, den Eltern einen Schonraum geben und mit ihnen Strategien einüben, die ihren Alltag leichter machen. In akuten Problemsituationen sind sie schnell erreichbar und können unmittelbar eingreifen. Pädagogische Unterstützung ist besonders bei Jugendlichen sinnvoll, die das Gespräch mit den Eltern zunehmend ablehnen und sich jeder Klärung entziehen. Sie kann auf dem zuständigen Jugendamt beantragt werden.

Wirksamkeit der Therapien bei AD(H)S

(Quelle: Ärzteblatt 2017 | https://www.aerzteblatt.de/archiv/186551/Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitaetsstoerung)

Die Forschung zum Thema ist noch lange nicht abgeschlossen, es gibt jedoch eine Reihe von Empfehlungen, wie bei AD(H)S vorgegangen werden kann. Das Ärzteblatt listet die folgenden Interventionen und ihre Wirksamkeit auf, die teilweise kontrovers diskutiert werden.

Intervention

Information

Kommentar

Eliminationsdiät

bestimmte Nahrungsmittel werden weggelassen

keine Wirksamkeit nachgewiesen

Ausschluss künstlicher Farbstoffe

künstliche Farbstoffe werden weggelassen

moderate Wirksamkeit nachgewiesen

Nahrungsergänzung

ungesättigte Fettsäuren werden zugeführt

keine bedeutsame Wirksamkeit nachgewiesen

kognitives Training

Übungen zur Konzentration und der Fähigkeit zu Schlussfolgerungen

geringer positiver Effekt auf das Arbeitsgedächtnis

Neurofeedback

Selbstregulation durch Rückmeldung des eigenen Hirnstrommusters

moderate Wirksamkeit nachgewiesen

Verhaltenstherapie

Übungen, um angemessenere Verhaltensmuster zu erlernen

Erziehungsverhalten verbessert sich, gestörtes Sozialverhalten nimmt ab

Medikamente, bei denen die Wirksamkeit hoch ist

Psychostimulanzien

Nebenwirkungen wie  bspw.Appetitlosigkeit, Erhöhung des Blutdrucks und Gewichtsabnahme oder Bauchschmerzen sind möglich

–        Methylphenidat

–        Dexamfetamin

–        Lisdexafetamin

Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

Nebenwirkungen wie bspw. Mundtrockenheit, Appetitminderung, Schwindel oder Kopfschmerzen sind möglich

–        Atomoxetin

zentraler a2-Agonist

Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Abnahme von Blutdruck und Pulsfrequenz sind möglich

–        Guanfacin

 

boy
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