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Ganz bestimmt musste oder muss Ihr Kind im Deutschunterricht auch ein Lesetagebuch schreiben. Unter dem Überbegriff können allerdings ganz unterschiedliche Aufgaben zusammengefasst werden. Manche Kinder sind sich sehr unsicher, was sie für so ein Schriftstück alles machen müssen. Lesetagebücher sind bei LehrerInnen beliebt, denn dabei kann jedes Kind in seinem eigenen Tempo arbeiten. Die vielfältigen Arbeitsaufträge machen eine Differenzierung leicht und das Erstellen für jeden einzelnen Schüler und jede Schülerin unterhaltsam und attraktiv.

Mit dem Lesetagebuch lernt Ihr Kind Bücher lieben

Kinder sollen lesen und Spaß an Büchern haben, das ist eines der Ziele des Deutschunterrichts. Gleichzeitig wird es für das Buch immer schwerer, sich gegen die Bildschirmmedien durchzusetzen. Mit einem Lesetagebuch versuchen Lehrerinnen und Lehrer auch, den persönlichen Zugang zu Büchern zu erleichtern. Warum übernehmen Sie die Idee nicht auch mal für zuhause?

In Lesetagebüchern halten Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassenstufen ihre Eindrücke, Erfahrungen und Bewertungen fest. Sie setzen sich mit dem Inhalt der ausgewählten Bücher kreativ auseinander. Eine gute Methode zum Differenzieren im Unterricht. Das Lesetagebuch bietet den Kindern viel Freiraum und fördert ihr Interesse an Büchern.

Lesetagebuch
Tagebücher sind sehr persönlich

Schon der Name Lesetagebuch suggeriert eine ganz persönliche Herangehensweise an Bücher. Und genau darum geht es. Die Schülerinnen und Schüler sollen bei der Lektüre eines Buches Tag für Tag festhalten, was sie interessiert, welche Fragen sich ihnen stellen, was ihnen besonders gut gefällt oder womit sie eher weniger anfangen können. Aber auch die grundlegenden Informationen zum Buch gehören in das Tagebuch. Je bunter und schönes es ist, desto besser.

Dabei darf in den meisten Klassen das Buch aus einem größeren Angebot selber ausgewählt werden. Das ist clever, denn wer befasst sich schon gerne mit einem Buch, das ihn nicht interessiert. Je nach Alter, Hobby, Lesefähigkeit und Motivation können die Kinder sich hier ihren Lesewunsch erfüllen. Es handelt sich um eine gute Methode zur Leseförderung.

Mit diesen Vorlagen sofort durchstarten

Vorteile eines Lesetagebuches

  • intensiver Umgang mit Büchern und Texten
  • Förderung der Kreativität (malen, skizzieren, Video drehen, Interview)
  • Förderung des selbstständigen Arbeitens
  • gut zur Differenzierung, altersunabhängig
  • eignet sich für den Wochenplan
  • oft wiederholbar mit unterschiedlichen Lektüren
  • sie fördern den Umgang mit literarischen und nicht-literarischen Texten
  • sehr motivierend
  • sie regen zur Diskussion an
  • Entwicklungen im Lernprozess werden deutlich

Das Buch muss zur Lesefähigkeit des Kindes passen

Wenn Ihr Kind sich selber ein Buch für dieses Projekt aussuchen darf, sollte es eines nehmen, das seiner Lesefähigkeit angemessen ist. Besonders in der Grundschule ist die nicht bei allen Kindern gleich, sondern variiert oft sehr stark. Da beim Lesetagebuch viel Zusatzarbeit verlangt wird, sollte das Buch Ihrem Kind gefallen und nicht zu anspruchsvoll sein. Lieber ein kurzes Buch mit vielen Grafiken als eine dicke „Schwarte“, auch wenn Ihr Kind ehrgeizig ist. Besonders beim ersten Tagebuch ist das Erfolgserlebnis wichtig.

Lesetagebuch

So kann Ihr Kind sein Lesetagebuch anlegen

Das Lesetagebuch ist meistens ein zusätzliches Schulheft, das ausschließlich der Lektüre gewidmet ist. Auf der ersten Seite soll Ihr Kind daher den

  • Titel,
  • Autor,
  • Verlag,
  • Umfang und
  • Preis festhalten. Auch eine
  • Zeichnung, ein Foto oder eine Kopie des Buchumschlages machen sich gut im Lesetagebuch.

Auf den folgenden Seiten werden dann die einzelnen Kapitel kurz vorgestellt, die Geschichte in wenigen Sätzen nach erzählt und spezielle Fragen zum Buch beantwortet.

Lesetagebuch

Mögliche Aufgaben für das Lesetagebuch

  • ein Verzeichnis aller Figuren erstellen
  • die Lieblingsfigur genauer schildern, auch zeichnen, Steckbrief
  • wichtige Textstellen markieren
  • Skizze zum Handlungsablauf anfertigen
  • stilistische Merkmale auflisten
  • Erzählform und Erzählzeit erkennen
  • Wendepunkte finden
  • Spannungsmomente entdecken
  • Aufsatzgliederung erkennen
  • alternatives Ende erfinden

Diese Fragen werden häufig gestellt

  • Wann hast du das Buch gelesen?
  • Welche Figuren kommen darin vor?
  • Wo sind die wichtigsten Passagen?
  • Wie ist deine persönliche Meinung zum Buch?
  • Welche Zitate gefallen dir und warum?

Auch Zeichnungen passen zur Hausaufgabe

Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Zu einem Lesetagebuch kann nicht nur geschrieben, sondern auch gezeichnet und gemalt werden. Es bietet Platz für Grafiken, Tabellen und Listen, für einen Zeitstrahl oder sogar für einen Comic oder ein Video. Kreativität ist gefragt und wird vom Lehrer oder der Lehrerin belohnt.

Lesetagebuch erstellen Vorlagen

Lesetagebuch Vorlage im Shop erhältlich

Vorschläge für Inhalte des Lesetagebuchs

Viele Lehrer strukturieren die Aufgaben, sodass alle Schüler genau wissen, was sie zu tun haben. Andere legen eine Kartei an, aus der sich die Schülerinnen und Schüler dann einzelne Aufgaben selbstständig heraussuchen können. Es gibt eine große Anzahl von Aufgaben, die Ihr Kind mit dem Lesetagebuch bearbeiten kann. Eine Auswahl davon stelle ich Ihnen hier vor.

Nicht vergessen: Die persönliche Meinung

Ihr Kind kann seine persönliche Meinung zu dem Buch aufschreiben, sich einen alternativen Schluss ausdenken oder sich mit einer der Hauptfiguren identifizieren und deren Handlung in den Alltag übertragen. Ein Lesetagebuch zu schreiben ist also gar nicht so schwer und kann ehrlich Spaß machen.

Lotta-Leben Lesetagebuch

Integrieren Sie das Lesetagebuch in den Alltag

Sie können die Arbeit mit dem Lesetagebuch zu Hause sehr gut unterstützen. Lesen Sie sich abwechselnd aus dem Buch vor, diskutieren Sie über die Handlung, überlegen Sie, wie es wohl weitergeht und stellen Sie kritische Fragen, die Ihr Kind beantworten soll. Vielleicht bekommt Ihr Kind sogar Lust auf die Fortsetzung des Buches, dann ist schon mal ein wichtiges Ziel des Lesetagebuchs erreicht. Wie wäre es denn mit diesen Büchern?

Und wenn Ihr Kind keine Lust auf ein Lesetagebuch hat?

Der Vorteil eines Lesetagebuches ist, dass die Anforderungen an die Lesefähigkeit individuell angepasst werden können. Auch kurze, groß geschriebene Bücher eignen sich für ein Tagebuch. Leseschwache Kinder können sich Aufgaben aussuchen, die ihren Fähigkeiten entsprechen und beispielsweise mehr zeichnerisch lösen.