Was sind Wortarten?

Wörter haben unterschiedliche Aufgaben und Eigenschaften. Hund bezeichnet etwas, rennen beschreibt eine Tätigkeit und schnell eine Eigenschaft.

In der Grammatik werden Wörter deshalb in Gruppen eingeteilt. Diese Gruppen heißen Wortarten.

Merke: Eine Wortart sagt dir, zu welcher grammatischen „Familie“ ein Wort gehört. Nomen, Verben und Adjektive sind besonders wichtige Wortarten.

Stell dir Wortarten wie Schubladen vor

Wenn dein Kind eine Wortart bestimmen soll, muss es herausfinden, in welche Schublade ein Wort gehört. Dabei helfen typische Merkmale und Proben.

Hund rennt schnell NOMEN Hund · Schule VERBEN rennen · lernen ADJEKTIVE schnell · mutig

Die drei Wortarten, die dein Kind zuerst kennen sollte

NOMEN

Namen für Dinge und Begriffe

Hund · Schule · Freude

Nomen werden großgeschrieben. Häufig kann ein Artikel davorstehen: der Hund, die Schule, die Freude.

VERBEN

Tätigkeiten, Vorgänge und Zustände

laufen · schlafen · sein

Verben lassen sich verändern: ich laufe, du läufst, er läuft. Diese Veränderung heißt Konjugation.

ADJEKTIVE

Eigenschaften und Merkmale

schnell · klein · mutig

Adjektive beschreiben genauer, wie jemand oder etwas ist: der schnelle Hund.

Wortarten in einem Satz erkennen

Am leichtesten lernt dein Kind Wortarten nicht als einzelne Wörter, sondern in einem Satz.

Der kleine Hund jagt den roten Ball.
Der / den = Artikel Hund / Ball = Nomen jagt = Verb kleine / roten = Adjektiv

Die wichtigsten Wortarten sind damit schon sichtbar. Im nächsten Schritt kommen Artikel, Pronomen, Präpositionen, Adverbien und Konjunktionen hinzu.

Wortarten im Video: Schau dir an, wie du Wörter Schritt für Schritt einer Wortart zuordnen kannst. Danach könnt ihr das Prinzip direkt an eigenen Sätzen ausprobieren.

Die wichtigsten Wortarten im Überblick

Je nach Grammatikmodell werden Wortarten etwas unterschiedlich eingeteilt. Für die Schule ist vor allem wichtig, dass dein Kind die häufigsten Wortarten sicher erkennt und ihre typischen Merkmale kennt.

Nomen Hund, Haus, Mut – Namen für Dinge, Lebewesen und Begriffe.
Verben laufen, denken, sein – Tätigkeiten, Vorgänge und Zustände.
Adjektive klein, mutig, schnell – beschreiben Eigenschaften.
Artikel der, die, das, ein, eine – begleiten Nomen.
Pronomen ich, du, er, mein – können Nomen begleiten oder ersetzen.
Präpositionen auf, unter, mit, wegen – drücken Beziehungen aus.
Adverbien heute, dort, deshalb – beschreiben Umstände genauer.
Konjunktionen und, aber, weil, obwohl – verbinden Wörter oder Sätze.
Numerale zwei, zehn, erste – geben Zahl oder Reihenfolge an.
Partikeln ja, doch, nur, sehr – verändern oder betonen Aussagen.

Wie bestimme ich eine Wortart?

Statt nur Wortlisten auswendig zu lernen, sollte dein Kind Fragen stellen und Merkmale prüfen.

Drei Schritte helfen beim Bestimmen

1 Wort ansehen
Was bedeutet es im Satz?
2 Probe machen
Kann ich einen Artikel davorsetzen, es verändern oder steigern?
3 Im Satz prüfen
Welche Eigenschaften zeigt das Wort hier?
Achtung: Wortart und Satzglied sind nicht dasselbe.

„Hund“ ist beispielsweise ein Nomen. Im Satz „Der Hund schläft“ gehört „Der Hund“ gleichzeitig zum Subjekt. Wortart und Satzglied beschreiben also unterschiedliche Dinge.

Wenn diese Unterscheidung noch Schwierigkeiten macht, hilft unsere Erklärung zu den Satzgliedern.

Verben: Hier beginnt ein eigener Grammatik-Zweig

Verben sind besonders wichtig, weil sich an ihnen mehrere weitere Grammatik-Themen anschließen. Deshalb bekommt diese Wortart bei uns einen eigenen Themenbereich.

Vom Verb zur Verbform

Verb spielen
Erkennen Was tut jemand?
Konjugieren ich spiele
du spielst
Zeitformen spielte
habe gespielt

Auf der nächsten Ebene erklären wir deshalb Verben als eigene Wortart. Von dort geht es weiter zum Erkennen, Konjugieren, zu Partizipien und Zeitformen.

Einzelne Wortarten genauer lernen

Wortarten üben: So klappt es leichter

Nehmt zunächst kurze Sätze und markiert nur zwei oder drei Wortarten. Zum Beispiel zuerst alle Nomen, danach die Verben und anschließend die Adjektive. Erst wenn diese sicher sitzen, kommen weitere Wortarten hinzu.

Der wichtigste Lernweg: Erst erkennen, zu welcher Wortart ein Wort gehört. Danach lernt dein Kind die besonderen Regeln dieser Wortart. Bei Verben sind das beispielsweise Konjugation und Zeitformen, bei Nomen unter anderem Genus, Numerus und Kasus.

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