Das kleine Einmaleins begleitet Kinder über viele Schuljahre.
Bis die Reihen schnell und sicher abrufbar sind, braucht es Zeit,
Wiederholungen und unterschiedliche Lernwege. Wichtig ist dabei:
Erst verstehen – dann auswendig lernen.
Einmaleins lernen darf dauern.
Gerade Grundschulkinder vergessen bereits gelernte Reihen auch
wieder. Das ist kein Grund zur Sorge. Die 7er-, 8er- oder 9er-Reihe
muss bei vielen Kindern immer wieder aufgefrischt werden.
Einmaleins lernen funktioniert in zwei Schritten
1Multiplikation verstehen
Dein Kind versteht, dass eine Malaufgabe aus mehreren
gleich großen Mengen besteht und mit wiederholter Addition
zusammenhängt.
→
2Einmaleins automatisieren
Erst danach werden die Reihen so oft geübt, dass die
Ergebnisse möglichst schnell und sicher abgerufen werden können.
So versteht dein Kind eine Malaufgabe
Statt einfach nur „4 mal 3 ist 12“ auswendig zu lernen, sollte
dein Kind zunächst sehen, was diese Rechnung eigentlich bedeutet.
Viermal drei – was bedeutet das?
Gleiche Gruppen machen Multiplikation sichtbar.
4 × 3?
3 Erdbeeren
3 Erdbeeren
3 Erdbeeren
3 Erdbeeren
4 × 3 = 12
4 gleich große Gruppen mit jeweils 3 Erdbeeren ergeben 12.
Aus Plus wird Mal
Das steckt hinter 4 × 3
3 + 3 + 3 + 3 = 12
→
4 × 3 = 12
Genau dieser Zusammenhang ist wichtig. Ein Kind sollte das
Prinzip der Multiplikation verstanden haben, bevor es sich nur
auf das schnelle Auswendiglernen der Reihen konzentriert.
Einmaleins steckt überall im Alltag
Multiplikation muss nicht nur am Schreibtisch stattfinden.
Gleiche Gruppen lassen sich überall entdecken.
3×Beim Essen
Vier Personen bekommen jeweils drei Erdbeeren.
Wie viele brauchst du insgesamt?
4×Beim Spielen
Vier Spielfiguren bekommen jeweils zwei Spielsteine.
Wie viele sind es zusammen?
5×Unterwegs
Fünf Fahrräder haben jeweils zwei Räder.
Wie viele Räder siehst du?
Schritt 2: Das Einmaleins automatisieren
Hat dein Kind das Prinzip verstanden, beginnt der zweite Teil:
Die Ergebnisse der Einmaleinsreihen sollen so oft wiederholt
werden, dass sie möglichst schnell aus dem Gedächtnis abgerufen
werden können.
Vom Verstehen zum sicheren Abrufen
1
VerstehenWas bedeutet 4 × 3?
2
ÜbenReihen regelmäßig wiederholen.
3
MischenAufgaben nicht nur der Reihe nach lösen.
✓
AbrufenErgebnisse schnell wiedererkennen.
So bleibt das Einmaleins interessanter
Viele Kinder brauchen lange, bis alle Reihen sitzen. Deshalb lohnt
es sich, die Lernmethode immer wieder zu wechseln und das Einmaleins
nicht nur durch monotones Abfragen zu üben.
1Im Alltag multiplizieren
Suche gemeinsam mit deinem Kind nach gleichen Gruppen:
Fahrradräder, Eierkartons, Stuhlreihen, Teller oder Spielsteine.
2Das Kind selbst entdecken lassen
Frage: „Hast du eine Idee, wie du das schneller herausfinden
kannst?“ Gib nicht sofort den fertigen Rechenweg vor.
3Unterschiedliche Wege zulassen
Kinder entwickeln eigene Strategien. Nimm diese Ideen ernst
und schaut anschließend gemeinsam, welcher Weg besonders
praktisch ist.
4Schwierige Reihen öfter wiederholen
Gerade die 7er-, 8er- und 9er-Reihe geraten leicht wieder
in Vergessenheit. Wiederholen gehört zum Lernprozess.
Weniger erklären – mehr entdecken lassen
Wenn dein Kind Dinge zählt, sortiert und in gleich große Gruppen
einteilt, kann es das Prinzip der Multiplikation selbst entdecken.
Erst wenn keine eigene Idee mehr kommt, kannst du mit einer
Erklärung weiterhelfen.
Lieber kurz und regelmäßig üben
5–10
Einmaleins in kleinen Portionen
Kurze Übungseinheiten lassen sich leichter in den Alltag
integrieren als lange Lernsitzungen. Wechselt dabei zwischen
bekannten Aufgaben und solchen, die noch nicht sicher sitzen.