Aufsatzformen einfach erklärt

Stellungnahme schreiben: So überzeugst du

Handys in der Schule – erlauben oder verbieten? Bei einer Stellungnahme vertrittst du deine eigene Meinung mit guten Gründen.

Hier lernst du, Argumente zu finden, zu ordnen und überzeugend aufzuschreiben.

Handyserlauben! Lieberverbieten!

💬 Meinung

Was denke ich?

💡 Begründung

Warum denke ich so?

🎯 Beispiel

Woran kann ich das zeigen?

Was ist eine Stellungnahme?

In einer Stellungnahme setzt du dich mit einer Frage oder einem Problem auseinander. Du erklärst deine Meinung und begründest sie mit nachvollziehbaren Argumenten.

Typische Themen sind: Sollten Hausaufgaben abgeschafft werden? Brauchen Schüler Schuluniformen? Sollten Smartphones in der Schule verboten sein?

Anders als bei einer Inhaltsangabe darfst du deine Meinung ausdrücklich einbringen. Du musst sie aber begründen.

Die Argumente-Waage: Pro oder Contra?

Bevor du schreibst, sammelst du Argumente für beide Seiten. So kannst du eine begründete Entscheidung treffen.

PROCONTRA

✓ Für Handys

  • Kontakt zu den Eltern
  • Hilfe bei Lernaufgaben
  • Medienkompetenz üben

✕ Gegen Handys

  • Ablenkung im Unterricht
  • Konflikte durch Chats
  • Weniger Konzentration

Wichtig: Eine gute Stellungnahme berücksichtigt auch Gegenargumente, wenn die Aufgabe eine Abwägung verlangt.

Die Argumentations-Treppe: Drei Stufen

Ein überzeugendes Argument besteht aus Behauptung, Begründung und Beispiel.

1. Behauptung 2. Begründung 3. Beispiel Was denke ich? Warum? Woran sieht man das?
1

Behauptung

„Handys sollten im Unterricht ausgeschaltet bleiben.“

2

Begründung

„Denn Nachrichten können vom Lernen ablenken.“

3

Beispiel

„Wenn ständig Nachrichten aufleuchten, fällt das Zuhören schwerer.“

So klingt das als vollständiges Argument:

Handys sollten im Unterricht ausgeschaltet bleiben, weil Nachrichten vom Lernen ablenken können. Wenn während einer Erklärung ständig Benachrichtigungen aufleuchten, fällt es schwerer, aufmerksam zuzuhören.

Mindmap: Argumente sammeln und ordnen

Mit einer Mindmap kannst du vor dem Schreiben deine Ideen sortieren. In der Mitte steht die Streitfrage, außen stehen mögliche Argumentationsbereiche.

📱 Handys in der Schule?
Unsere Streitfrage
📘 LernenHilfe oder Ablenkung?
☎ ErreichbarkeitKontakt zu den Eltern
⚽ PausenBewegung und Gespräche
⚖ RegelnKlare Zeiten oder Verbot?

Wähle aus deiner Sammlung die Argumente aus, die du am besten erklären kannst. Wie du selbst eine solche Übersicht erstellst, zeigen wir auf unserer Seite Mindmap erstellen – Schritt für Schritt.

Aufbau einer Stellungnahme

Wie die meisten Aufsätze besteht eine Stellungnahme aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.

🚪 1. Einleitung

Stelle das Thema und die Streitfrage vor.

🧩 2. Hauptteil

Erkläre deine Argumente mit Gründen und Beispielen. Gehe bei Bedarf auf Gegenargumente ein.

🏁 3. Schluss

Fasse deine Position zusammen und formuliere ein begründetes Fazit.

💡 Merke: Lies die Aufgabenstellung genau. Manchmal sollst du eine bestimmte Position vertreten, manchmal beide Seiten abwägen und anschließend entscheiden.

Formulierungshilfen für deine Stellungnahme

Passende Satzanfänge helfen dir, deine Gedanken klar miteinander zu verbinden.

💬 Meinung

„Ich bin der Ansicht, dass …“
„Meiner Meinung nach …“

💡 Begründung

„Ein wichtiger Grund ist …“
„Das liegt daran, dass …“

🔍 Beispiel

„Ein Beispiel dafür ist …“
„Das zeigt sich daran, dass …“

🎯 Schluss

„Aus diesen Gründen …“
„Deshalb komme ich zu dem Schluss, dass …“

Noch mehr Möglichkeiten findest du in unserem Beitrag Satzanfänge für Aufsätze: 40 Beispiele und Übungen.

Jetzt bist du dran!

Deine Denkaufgabe: Würdest du Handys in der Schule erlauben, verbieten oder nur zu bestimmten Zeiten zulassen?

Finde zwei gute Gründe für deine Entscheidung und formuliere zu einem davon ein konkretes Beispiel.

Im nächsten Lernabschnitt findest du eine vollständige Muster-Stellungnahme zum Smartphone-Thema, Übungen und eine Checkliste.

Weitere Schreibhilfen

← Zur Hauptseite: Alle Aufsatzformen
Jetzt wird geübt Kannst du mit Argumenten überzeugen?

Im ersten Teil hast du gelernt, wie eine Stellungnahme aufgebaut ist. Jetzt schauen wir uns ein vollständiges Beispiel an. Anschließend bist du selbst dran!

Mein bestes Argument!

Beispiel: Eine vollständige Stellungnahme

Unser Beispiel behandelt die Frage: „Sollten Smartphones während der Schulzeit verboten werden?“ Die einzelnen Teile sind farbig markiert, damit du den Aufbau sofort erkennst.

📝 Muster-Stellungnahme: Handys in der Schule
1. Einleitung

Smartphones gehören für viele Jugendliche zum Alltag. Auch in der Schule sind sie häufig dabei. Deshalb wird immer wieder darüber diskutiert, ob Handys während der Schulzeit verboten werden sollten.

2. Hauptteil – Argumente

Ein Argument für ein Handyverbot ist, dass Smartphones vom Unterricht ablenken können. Wenn während einer Erklärung Nachrichten eingehen, fällt es manchen Schülerinnen und Schülern schwer, aufmerksam zu bleiben.

Außerdem können Handys in den Pausen dazu führen, dass Kinder weniger miteinander sprechen. Wer ständig auf den Bildschirm schaut, nimmt möglicherweise seltener an gemeinsamen Spielen und Gesprächen teil.

Allerdings gibt es auch Argumente gegen ein vollständiges Verbot. Smartphones können beispielsweise bei bestimmten Lernaufgaben nützlich sein. Außerdem möchten manche Eltern ihre Kinder bei wichtigen Änderungen erreichen können.

Deshalb erscheint es sinnvoller, klare Regeln für die Handynutzung aufzustellen, statt Smartphones grundsätzlich zu verbieten.

3. Schluss – begründetes Fazit

Meiner Meinung nach sollten Handys während des Unterrichts ausgeschaltet bleiben. Für Lernaufgaben könnten Lehrkräfte ihre Nutzung gezielt erlauben. So lassen sich Ablenkungen verringern, ohne auf die Vorteile digitaler Geräte vollständig zu verzichten.

Das Beispiel zeigt eine abwägende Stellungnahme. Je nach Aufgabenstellung kann auch eine eindeutig vorgegebene Position verlangt werden.

Wie du andere Textformen aufbaust, erfährst du in unserem Überblick zu den Aufsatzformen.

Schwaches Argument oder starkes Argument?

Ein Argument ist nicht überzeugend, nur weil jemand seine Meinung besonders deutlich sagt. Es braucht eine nachvollziehbare Begründung.

✕ Schwaches Argument

„Handys sind schlecht. Deshalb müssen sie verboten werden.“

→
✓ Starkes Argument

„Handys sollten im Unterricht ausgeschaltet sein, weil eingehende Nachrichten die Konzentration stören können.“

Die Argumente-Lupe: Prüfe deine Begründung

Bevor du ein Argument in deinen Aufsatz übernimmst, schaue es dir mit der Argumente-Lupe genauer an.

Mein Argument Ist es klar? Ist es begründet? Gibt es ein Beispiel?

Auch gute Satzanfänge für Aufsätze helfen dir dabei, Argumente verständlich miteinander zu verbinden.

Mini-Test: Erkennst du gute Argumente?

Wähle bei jeder Frage die überzeugendere Formulierung aus. Anschließend kannst du die Lösung aufklappen.

Frage 1: Welches Argument ist besser?
Frage 2: Was ist ein passendes Beispiel?
Frage 3: Welcher Schluss überzeugt mehr?
Lösungen anzeigen

Frage 1: B. Die Aussage enthält eine nachvollziehbare Begründung.

Frage 2: B. Das Beispiel macht die möglichen Folgen anschaulich.

Frage 3: B. Der Schluss fasst die Position mit einer Begründung zusammen.

Diese Fehler solltest du vermeiden

✕ Nur Behauptungen

Eine Meinung wird ohne Begründung genannt.

✕ Keine Beispiele

Argumente bleiben unklar und abstrakt.

✕ Unklare Reihenfolge

Gedanken springen ohne erkennbaren Zusammenhang.

✕ Gegenargumente ignorieren

Bei einer abwägenden Stellungnahme fehlt die andere Sicht.

✕ Umgangssprache

Formulierungen wie „voll blöd“ wirken wenig sachlich.

✕ Kein klares Fazit

Am Schluss bleibt offen, welche Position vertreten wird.

Weitere typische Stolperfallen zeigen wir in unserem Beitrag 6 Fehler im Aufsatz vermeiden.

Checkliste: Ist deine Stellungnahme fertig?

Gehe vor der Abgabe diese Punkte durch und hake alles ab, was du überprüft hast.

Weitere Aufsatzformen und Schreibhilfen

Du möchtest noch andere Textarten kennenlernen? Diese Seiten helfen dir beim nächsten Aufsatz.

← Zur Hauptseite: Alle Aufsatzformen im Überblick
🎯

Merke: Eine gute Stellungnahme überzeugt nicht durch besonders viele Worte, sondern durch klare Argumente, verständliche Begründungen und passende Beispiele.