Du sollst eine Stellungnahme schreiben und weißt noch nicht, wie du anfangen sollst?
Ich zeige dir den Aufbau Schritt für Schritt. Als Beispiel nehmen wir die Frage: „Sollten Smartphones in der Schule grundsätzlich verboten sein?“ Daran kannst du sehen, wie aus einer Meinung eine nachvollziehbare Stellungnahme wird.
Meinung allein reicht noch nicht
Ein guter Gedanke wird überzeugend, wenn du erklärst, worauf er sich stützt.
Behauptung
Was ist dein Standpunkt?
„Ich finde ein pauschales Verbot nicht sinnvoll.“Begründung
Warum vertrittst du diese Meinung?
„Denn ein Smartphone kann beim Lernen helfen.“Beispiel
Woran kann man das erkennen?
„Zum Beispiel lassen sich damit Wörter nachschlagen.“In vier Schritten zu einem guten Plan
Mit Stichworten kannst du Argumente prüfen und ordnen, bevor du ganze Sätze formulierst.
Aufgabe lesen
Was genau ist die Frage? Sollst du dich auf einen Text beziehen?
Position finden
Was denkst du selbst? Formuliere deine Antwort in einem Satz.
Gründe sammeln
Notiere gute Argumente, passende Beispiele und wichtige Gegenargumente.
Reihenfolge wählen
Ordne deine Argumente so, dass der Gedankengang gut verständlich ist.

Einleitung, Hauptteil und Schluss
Jeder Teil hat eine Aufgabe. So behält dein Text einen roten Faden.
1. Einleitung
- Thema und Anlass nennen
- Die Frage verständlich vorstellen
- Deine Position deutlich machen
2. Hauptteil
- Argumente nacheinander erklären
- Für jedes einen Grund und ein Beispiel geben
- Ein wichtiges Gegenargument fair aufgreifen
3. Schluss
- Deine Position knapp zusammenfassen
- Aus den Argumenten eine Folgerung ziehen
- Gegebenenfalls eine Lösung vorschlagen
So können die drei Teile klingen
Diese Sätze sind Anregungen. Du kannst sie an dein Thema und deine eigene Meinung anpassen.

Stellungnahme schreiben: das Video
Im Video siehst du die Schritte noch einmal. Darunter findest du ein vollständiges Beispiel und Tipps zu den häufigsten Fehlern.
Beispiel: Stellungnahme zum Smartphone-Verbot
Die Frage lautet: „Sollten Smartphones in der Schule grundsätzlich verboten sein?“ Achte darauf, wie jeder Grund erklärt und mit einem Beispiel verbunden wird.
In unserer Klasse wird darüber diskutiert, ob Smartphones auf dem gesamten Schulgelände verboten werden sollten. Ich verstehe, warum viele Erwachsene sich weniger Ablenkung wünschen. Trotzdem halte ich ein pauschales Verbot nicht für die beste Lösung.
Hauptteil · erstes ArgumentEin Smartphone kann beim Lernen hilfreich sein, wenn die Lehrkraft seinen Einsatz erlaubt. Zum Beispiel können wir unbekannte Wörter nachschlagen oder Informationen für ein Referat suchen. Ein generelles Verbot würde solche Möglichkeiten ausschließen.
Hauptteil · zweites ArgumentAußerdem kann es wichtig sein, nach der Schule erreichbar zu sein. Wenn sich eine Verabredung oder die Abholung ändert, können Kinder und Eltern einander informieren. Dafür muss das Gerät im Unterricht allerdings nicht eingeschaltet sein.
Hauptteil · GegenargumentNatürlich können Smartphones ablenken, und über Chats können Streit oder verletzende Nachrichten entstehen. Diese Probleme sollten ernst genommen werden. Gerade deshalb braucht die Schule klare Regeln und Gespräche über einen verantwortungsvollen Umgang.
SchlussIch bin deshalb für verbindliche Nutzungszeiten und Regeln im Unterricht statt für ein vollständiges Verbot. So kann die Schule Ablenkungen begrenzen und zugleich zeigen, wie wir Smartphones sinnvoll nutzen.

Was macht ein Argument überzeugend?
Viele Ideen wirken zunächst ähnlich. Mit diesen Fragen findest du heraus, welche in deinen Text gehören.
Passt es zur Frage?
Ein interessanter Gedanke hilft nur, wenn er die gestellte Frage tatsächlich beantwortet.
Kann ich ihn erklären?
„Das ist eben so“ ist noch keine Begründung. Frage dich: Warum sollte jemand zustimmen?
Habe ich ein Beispiel?
Ein konkreter Fall zeigt, was du meinst. Fakten und Zahlen solltest du nur verwenden, wenn du sie prüfen kannst.
Was spricht dagegen?
Nimm ein wichtiges Gegenargument ernst und erkläre sachlich, warum du dennoch bei deiner Position bleibst.

Sechs häufige Fehler bei der Stellungnahme
Wenn du deinen Text noch einmal liest, achte besonders auf diese Stellen.
Frage verfehlt
Du schreibst über Smartphones allgemein, obwohl nach einem Verbot in der Schule gefragt wird.
Besser: Markiere die entscheidenden Wörter der Aufgabe.
Position unklar
Man erfährt nicht, welche Antwort du auf die Frage gibst.
Besser: Formuliere deine Position in einem klaren Satz.
Ideen ungeordnet
Die Gedanken springen hin und her.
Besser: Schreibe vorab Stichworte und ordne die Argumente.
Beispiel fehlt
Du behauptest etwas, ohne zu zeigen, woran man es erkennt.
Besser: Ergänze zu jedem wichtigen Grund ein konkretes Beispiel.
Ton unpassend
Spott oder ein Angriff auf andere ersetzt ein Argument.
Besser: Bleibe deutlich und respektvoll.
Gegenseite ignoriert
Ein ernstes Gegenargument kommt gar nicht vor.
Besser: Greife es fair auf und erläutere deine Antwort.
Deine kurze Checkliste
Diese sechs Fragen helfen beim letzten Durchlesen.
Deine Meinung zählt – und deine Gründe machen sie verständlich
Eine Stellungnahme muss nicht mit einem perfekten Satz beginnen. Sammle erst deine Gedanken, ordne die Gründe und schreibe dann Schritt für Schritt. So wird aus deiner Meinung ein Text, dem andere gut folgen können.



