Warum fällt meinem Kind Rechnen so schwer?
Dein Kind übt und trotzdem bleiben Zahlen, Mengen oder einfache Rechenwege schwierig? Mit dieser Dyskalkulie-Checkliste kannst du deine Beobachtungen festhalten und ein Gespräch mit der Lehrkraft vorbereiten.
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Erst verstehen, dann unterstützen
Die Checkliste hilft dir, genauer hinzuschauen: Was gelingt schon? Wo braucht dein Kind Hilfe?
Du musst die Ursache nicht selbst herausfinden. Deine Beispiele können Lehrkräften und Fachleuten helfen, die Schwierigkeiten besser einzuordnen.
Dieser Bogen ist kein standardisierter Dyskalkulie-Test. Einzelne Zahlendreher, Fingerrechnen oder eine schlechte Mathenote reichen nicht aus, um eine Rechenstörung festzustellen.
Darauf schaut die Checkliste
Mengen & Zahlen
Kann dein Kind eine Zahl einer Menge zuordnen und erkennen, welche Zahl größer ist?
Zählen & Zahlaufbau
Wie gelingen Weiterzählen, Rückwärtszählen und das Unterscheiden von Einern und Zehnern?
Rechenwege verstehen
Versteht dein Kind, was Plus und Minus bedeuten? Welche Hilfen machen einen Rechenweg verständlich?
Lernen & Wohlbefinden
Wie erlebt dein Kind Mathe? Notiere auch Anspannung, Vermeidung oder einen hohen Hilfebedarf.
Beobachte nur Inhalte, die dein Kind bereits kennengelernt hat. Lernstand und bisherige Lernmöglichkeiten gehören immer dazu.
So nutzt du den Beobachtungsbogen
Beobachtungen ankreuzen
Acht Aussagen zum Rechnen mit vier Antwortmöglichkeiten: häufig, gelegentlich, nicht beobachtet oder unklar.
Beispiele & nächste Schritte
Platz für deine Notizen, zusätzliche Beobachtungen aus dem Alltag und die Vorbereitung eines Gesprächs.
- Schau auf vertraute Situationen. Nutze deine Erfahrungen aus Hausaufgaben und Alltag. Du brauchst keine zusätzliche Prüfungssituation zu schaffen.
- Kreuze ohne Punktewertung an. „Unklar“ ist eine hilfreiche Antwort. Zähle die Kreuze nicht zu einem vermeintlichen Testergebnis zusammen.
- Notiere ein konkretes Beispiel. Welche Aufgabe war schwierig? Wie ist dein Kind vorgegangen? Womit ging es besser?
- Besprich deine Beobachtungen. Nimm den Bogen und passende Arbeitsproben zu einem Gespräch mit der Lehrkraft mit.
Genauer beobachten: ein Beispiel
Aufgabe: 8 + 5
Deine Notiz könnte lauten: „Mein Kind zählt beide Mengen einzeln ab und beginnt nach einer Unterbrechung erneut. Mit Plättchen kann es den Rechenweg besser zeigen.“
So hältst du fest, was passiert und was hilft. Das ist für ein Gespräch nützlicher als eine allgemeine Bewertung.
Was kannst du anschließend tun?
Mit der Schule abstimmen
Frage nach dem aktuellen Lernstand: Welche Grundlagen sind sicher? Wo zeigen sich Schwierigkeiten? Welche Förderung ist möglich?
Fachlich abklären lassen
Bei anhaltenden oder ausgeprägten Problemen kann deine Kinderarztpraxis zur geeigneten Diagnostik beraten. Warte damit nicht erst auf eine bestimmte Anzahl von Kreuzen.
Was du zu Hause schon verändern kannst
- Lass dir zeigen, wie dein Kind auf ein Ergebnis kommt.
- Nutze Plättchen, Würfel oder andere übersichtliche Materialien.
- Wähle kurze, überschaubare Übungsphasen mit Pausen.
- Würdige kleine Fortschritte und verständliche Rechenwege.
- Halte auch fest, was deinem Kind Freude macht und gut gelingt.
Häufige Fragen zur Dyskalkulie-Checkliste
Kann ich damit Dyskalkulie feststellen?
Nein. Der Bogen sammelt Beobachtungen. Eine fachliche Diagnostik berücksichtigt unter anderem die Entwicklung, den bisherigen Lernverlauf und Ergebnisse standardisierter Tests. Die Checkliste ersetzt diese Untersuchung nicht.
Wie viele Kreuze sprechen für eine Rechenstörung?
Für diesen Beobachtungsbogen gibt es keinen Grenzwert. Wichtig sind die konkreten Schwierigkeiten, ihre Dauer, der Lernstand und die Belastung deines Kindes.
Ist Fingerrechnen ein Warnzeichen?
Finger können eine sinnvolle Rechenhilfe sein. Wenn dein Kind bei bereits vertrauten Aufgaben dauerhaft nur einzeln zählt und kaum andere Strategien entwickelt, sprich darüber mit der Lehrkraft. Fingerrechnen allein ist keine Diagnose.
Für welche Klassen ist die Checkliste gedacht?
Sie richtet sich vor allem an Eltern von Grundschulkindern. Entscheidend ist, welche Inhalte dein Kind bereits gelernt hat. Bei älteren Kindern kann der Bogen ebenfalls helfen, Schwierigkeiten mit mathematischen Grundlagen zu beschreiben.
Muss mein Kind beim Ausfüllen dabei sein?
Nein. Du kannst den Bogen anhand deiner bisherigen Beobachtungen ausfüllen. Wenn du mit deinem Kind darüber sprichst, frage offen: „Was ist gerade schwierig, und was hilft dir?“
Checkliste ausdrucken und mitnehmen
Du erhältst zwei A4-Seiten: Beobachtungsfelder zum Ankreuzen und Platz für Beispiele sowie deinen nächsten Schritt.
↓ Dyskalkulie-Checkliste kostenlos öffnenDrucktipp: beide Seiten in A4 ausdrucken und die Felder von Hand ausfüllen.
Hier findest du weitere Orientierung
Dyskalkulie verstehen
Weitere Informationen zu Schwierigkeiten beim Rechnen und möglichen Anzeichen.
Zum Überblick Dyskalkulie →Diagnostik kennenlernen
Erfahre mehr darüber, wie Rechenfähigkeiten fachlich untersucht werden.
Zu den Testverfahren →Fachliche Grundlagen: Bundesverband Legasthenie & Dyskalkulie e. V.: Symptomatik und Diagnostik bei Dyskalkulie. Beobachtungsbogen und redaktionelle Aufbereitung: Uta Reimann-Höhn.



