Der Anfang steht schon – jetzt muss dein Kind übernehmen Bei einer Fortsetzungsgeschichte bekommt dein Kind den Anfang einer Geschichte vorgegeben. Seine Aufgabe ist es, diese Handlung logisch, spannend und im gleichen Stil weiterzuführen. Es darf kreativ sein – aber nicht so, als würde eine völlig neue Geschichte beginnen.

Was ist eine Fortsetzungsgeschichte?

Anders als bei einer Fantasie- oder Reizwortgeschichte beginnt dein Kind nicht mit einem leeren Blatt. Figuren, Situation, Erzählweise und häufig auch ein erstes Problem sind bereits vorgegeben.

Das macht die Aufgabe einerseits leichter: Es gibt schon eine Idee. Andererseits muss dein Kind sehr genau lesen, denn seine Fortsetzung muss zum vorhandenen Anfang passen.

Hier findet die Übergabe statt

Vorgegebener Anfang Figuren, Ort, Zeitform, Perspektive, Stimmung und erste Handlung stehen bereits fest.
→
Deine Fortsetzung Du übernimmst diese Vorgaben und entwickelst daraus Problem, Höhepunkt und Schluss.

Erst die „DNA“ des Anfangs entschlüsseln

Bevor dein Kind überlegt, wie die Geschichte weitergeht, sollte es den Anfang wie eine Detektivin oder ein Detektiv untersuchen. Einige Dinge darf es beim Weiterschreiben nämlich nicht einfach verändern.

Wer?
Welche Figuren kommen vor und was wissen wir bereits über sie?
Wo?
An welchem Ort spielt die Handlung?
Zeitform?
Steht der Anfang im Präteritum oder im Präsens?
Perspektive?
Erzählt eine Ich-Figur oder ein Erzähler von außen?
Stimmung?
Ist die Geschichte lustig, spannend, geheimnisvoll oder ernst?
Offene Frage?
Was wurde begonnen, aber noch nicht aufgelöst?
Der wichtigste Lesetrick Markiere im vorgegebenen Anfang Namen, Ort, Zeitform und Hinweise auf das kommende Problem. Danach kann dein Kind in einem Satz sagen: „Bis hierhin ist passiert, dass …“

Wie geht die Geschichte sinnvoll weiter?

Jetzt darf die Fantasie beginnen. Statt die erste Idee sofort aufzuschreiben, lohnt es sich, kurz zwei oder drei mögliche Fortsetzungen zu überlegen. Auch die bisherige Seite empfiehlt, mehrere Möglichkeiten in Stichworten zu sammeln und anschließend die passendste auszuwählen. :chatgpt-content-reference{index=“1″}

1 Anfang verstehen Was ist bereits passiert und welche Frage bleibt offen?
2 Problem weiterentwickeln Was könnte als Nächstes passieren, ohne dass die Geschichte plötzlich in eine völlig andere Richtung springt?
3 Spannung steigern Das Problem wird schwieriger oder etwas Unerwartetes passiert.
4 Höhepunkt Jetzt erreicht die Geschichte ihren spannendsten, lustigsten oder überraschendsten Moment.
5 Lösung Die Situation klärt sich und offene Fragen werden beantwortet.
6 Schluss Ein kurzer Abschluss beendet die Geschichte passend.
Achtung: Nicht neu anfangen.
Wenn im Anfang bereits zwei Kinder nachts ein geheimnisvolles Geräusch auf dem Dachboden hören, sollte die Fortsetzung nicht plötzlich am nächsten Morgen mit einer völlig unabhängigen Schulgeschichte beginnen. Die Fortsetzung nimmt den vorhandenen Faden auf.

Beispiel: Wie könnte die Geschichte weitergehen?

Ein guter Geschichtenanfang enthält bereits Hinweise, die dein Kind aufgreifen kann. Es muss nicht erraten, welches Ende sich jemand anderes vorgestellt hat. Entscheidend ist, dass seine eigene Fortsetzung zum Anfang passt.

Der vorgegebene Anfang Leon und Paul fahren mit ihren Longboards eine Straße hinunter. Beim Ausprobieren eines Sprungs stürzt Paul. Als er sich wieder aufrichtet, entdeckt er im Gully ein merkwürdiges Glitzern.
Stopp – noch nicht weiterschreiben.
Was wissen wir? Leon und Paul sind Freunde, sie fahren Longboard und Paul hat etwas Ungewöhnliches im Gully entdeckt. Genau dieses Glitzern ist der Faden, den die Fortsetzung aufnehmen sollte.

Es gibt nicht nur eine richtige Fortsetzung

Aus demselben Anfang können völlig unterschiedliche Geschichten entstehen. Entscheidend ist nicht, welche Idee dein Kind auswählt, sondern ob sie nachvollziehbar aus dem Anfang entsteht.

Paul entdeckt das geheimnisvolle Glitzern im Gully
Weg A: Abenteuer Die Freunde entdecken einen verlorenen Gegenstand und versuchen, ihn aus dem Gully zu holen.
Weg B: Geheimnis Das Glitzern führt zu einer Spur, die die beiden neugierig verfolgen.
Weg C: Überraschung Was zunächst wertvoll aussieht, entpuppt sich als etwas völlig anderes.

Die Fortsetzung braucht einen Höhepunkt

Die Geschichte sollte nicht einfach Ereignis an Ereignis hängen. Nach der Übernahme des vorgegebenen Anfangs steigt die Spannung, bis sie im selbst geschriebenen Hauptteil ihren Höhepunkt erreicht.

vorgegebener Anfang deine Fortsetzung Höhepunkt Schluss

Der Übergang darf nicht auffallen

Im Idealfall merkt man beim Lesen kaum, wo der vorgegebene Anfang endet und der Text deines Kindes beginnt. Dafür müssen Perspektive, Zeitform und Stil zusammenpassen. Diese Kriterien nennt auch die bestehende Fortsetzungsgeschichten-Seite ausdrücklich. :chatgpt-content-reference{index=“3″}

Bruch im Text „Leon bemerkte das Glitzern.“

Plötzlich weiter:
„Ich gehe hin und schaue hinein.“
→
Passender Anschluss „Leon bemerkte das Glitzern.“

Weiter:
„Vorsichtig kniete er sich neben Paul und blickte in den dunklen Gully.“

Kontrolle: Passt deine Fortsetzung wirklich?

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Meine Fortsetzung schließt direkt an den vorgegebenen Anfang an.
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Die Figuren verhalten sich passend zu dem, was bereits über sie bekannt ist.
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Ich habe die Erzählperspektive nicht gewechselt.
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Ich bleibe in derselben Zeitform.
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Meine Handlung führt zu einem deutlichen Höhepunkt.
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Gedanken, Gefühle und wörtliche Rede machen die Geschichte lebendig.
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Der Schluss löst die Handlung sinnvoll auf.
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Meine Überschrift passt zur gesamten Geschichte – nicht nur zu meinem Teil.
Noch eine andere Aufsatzform gesucht? Bildergeschichte, Fantasiegeschichte, Reizwortgeschichte, Inhaltsangabe, Bericht und weitere Aufsatzarten findest du auf unserer Übersichtsseite. Alle Aufsatzformen im Überblick

Mit Aufsätzen weiterüben

Gerade bei einer Fortsetzungsgeschichte lohnt es sich, die eigene Handlung vor dem Schreiben kurz zu planen. Diese Materialien helfen beim Strukturieren, Erzählen und Schreiben verschiedener Aufsatzformen.

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