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Leon hat ein Problem: Schon wieder soll er eine Inhaltsangabe schreiben. Das Lesen verschiedener Bücher und deren Wiedergabe als Inhaltsangabe schreiben ist Bestandteil des Deutschunterrichts, sowohl in der Grundschule als auch in den weiterführenden Schulen.

Inhaltsangabe schreiben – was darf rein?

Wer die wichtigsten Eckpunkte der Inhaltsangabe kennt, kann dabei leicht eine gute Note schreiben. Leon ist das bisher noch nicht gelungen. Das soll nun anders werden. Leon holt sich Hilfe. Er fragt seine Freunde, Eltern und schaut auch im Internet nach. Alle Informationen sammelt und vergleicht er. Dann beginnt er mit der Inhaltsangabe. Leon weiß jetzt, wie es geht.

So geht die Inhaltsangabe

Eine Inhaltsangabe muss sachlich sein

Leider vermischen viele Schüler*innen die Inhaltsangabe mit einer Erlebniserzählung oder mit einem Bericht. Egal ob Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, das fliegende Klassenzimmer oder Alice im Wunderland, am Bücherlesen und Inhaltsangabe schreiben, kommt in der Schule niemand vorbei.

Beim gemeinsamen Lesen und beim Inhaltsangabe schreiben werden viele Fähigkeiten geschult.

  • Die Kinder verbessern ihre Lesefähigkeit,
  • sie lernen Texte zu verstehen,
  • erweitern ihren Wortschatz,
  • hinterfragen gemeinsam Passagen der Bücher und
  • vergrößern ihr Allgemeinwissen.

Ein Aspekt des gemeinsamen Lesens ist immer auch das Verfassen einer Inhaltsangabe. Sie fasst den Inhalt der erzählten Geschichten geschickt und informativ zusammen, ohne künftigen Leser*innen den Spaß am selber Lesen zu nehmen.

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Die Inhaltsangabe schreiben hilft beim Verstehen der Handlung

Inhaltsangaben sind knappe und sachliche Schilderungen einer Lektüre, ohne eine eigene Meinung hinzuzufügen. Sie erfassen die gesamte Geschichte, indem sie sich auf die wichtigsten Handlungsstränge konzentriert. Das ist nicht schwer, wenn der Inhalt verstanden wurde und einige wenige Merkmale berücksichtigt werden.

Bestimmt hast du von deinem Kind schon einmal den Inhalt eines Filmes oder eines Buches schildern lassen. Je jünger die Kinder sind, desto schwieriger ist es für sie eine Inhaltsangabe zu schreiben. Erst wenn eine Handlung komplett verstanden wird, kann ein Kind eine sachliche Inhaltsangabe schreiben. Ist ein Kind allerdings noch gefangen oder stark beeindruckt von bestimmten Aspekten der Geschichte, wird es nicht nur damit beginnen, sondern kann sich davon auch kaum lösen.

Wie fange ich die Inhaltsangabe an?

Bei der Inhaltsangabe geht es um die Gesamtheit

Erst in der Schule lernen Kinder, eine Geschichte (Buch oder Film) als Gesamtheit zu erfassen und den Erzählstrang zu verstehen. Nun können sie lernen, eine Inhaltsangabe zu schreiben. Dabei wird großer Wert auf eine sachliche Schilderung gelegt. Was das einzelne Kind beim Lesen des Buches gedacht oder gefühlt hat, gehört nicht in die Inhaltsangabe. In verschiedenen Situationen, nicht nur bei der Wiedergabe eines Buches, sind sachliche Schilderungen wichtig, beispielsweise als Zeugenaussage bei der Polizei. Das trainiert das Schreiben der Inhaltsangabe schreiben.

Beim Inhaltsangabe schreiben sind 6 Punkte zu beachten

1. Die Inhaltsangabe wird immer in der Gegenwart (Präsens) geschrieben

Falsch: Jim Knopf war ein kleiner schwarzer Junge, der auf der Insel Lummerland lebte.

Richtig: Jim Knopf ist ein kleiner schwarzer Junge, der auf der Insel Lummerland lebt.

2. Rückblicke innerhalb der Inhaltsangabe werden im Perfekt geschrieben

Inhaltsangabe schreiben 6 Punkte
Inhaltsangabe

Falsch: Es war jetzt drei Jahre her, dass Jim Knopf auf der Insel landete.

Richtig: Es ist jetzt drei Jahre her, dass Jim Knopf auf der Insel gelandet ist.

3. Nur die relevanten Handlungsteile werden erwähnt

Falsch: Die Lokomotive Emma ist für den Lokomotivführer Lukas mindestens genau so wichtig wie seine stets dampfende Pfeife. Jeden Tag dreht er seine Runden mit der dampfenden Eisenbahn. Doch eines Tages erreicht Lukas eine furchtbare Botschaft seines Königs. Die Lokomotive soll aus Platzgründen abgeschafft werden. Das kann der Lokomotivführer nicht zulassen und schmiedet einen Plan.

Richtig: Als der König der Insel die Lokomotive aus Platzmangel abschaffen will, fasst Lukas einen Entschluss.

4. Eine direkte Rede wird zu einer indirekten Rede

Falsch: Der König Alfons der Viertelvorzwölfte sagt: „Liebe Untertanen, ich bin der Meinung, die liebe Frau Waas soll diesen jenen neuen Untertanen aufnehmen und Mutterstelle vertreten.“

Richtig: Der König Alfons der Viertelvorzwölfte entscheidet, dass Frau Waas das Baby aufziehen soll.

5. Der Stil bleibt nüchtern und sachlich

Falsch: Als Lukas der Lokomotivführer erfährt, dass Emma abgeschafft werden soll, stockt ihm der Atem und er greift sich an sein Herz. Diesen Verlust wird er nicht überleben, das weiß der Mann. Er kämpft mit den Tränen und grübelt, wie er das Unheil abwenden kann.

Richtig: Da Lukas ohne seine Lokomotive nicht leben möchte, sucht er nach einer Lösung.

6. Die Schluss-Pointe gehört zur Inhaltsangabe

Falsch: Lukas, Jim und Emma überstehen alle Abenteuer ohne einen Kratzer.

Richtig: Am Ende kann der kleine Jim nicht nur das Rätsel seiner Herkunft lösen, sondern auch die schöne Prinzessin Li Si befreien. Und selbst für die Rückkehr nach Lummerland findet sich noch eine Lösung.

Übe mit den W-Fragen und den Lieblingsgeschichten deines Kindes

Warte nicht ab, bis die Inhaltsangabe in der Schule Thema wird. Schon vorher kannst du mit deinem Kind immer wieder mal üben, die Handlungen der Lieblingsgeschichte zusammenzufassen. Hilfreich dabei sind die bekannten W-Fragen. Wer macht was, wann, warum?

Wie macht er es und wozu führt das? So lernt dein Kind nach und nach, die wichtigsten Elemente einer Geschichte zu erkennen und aus ihnen eine sachliche Inhaltsangabe zu bilden. Gemeinsam macht das übrigens noch viel mehr Spaß! Bildet eine kleine Lerngruppe und übe mit den Kindern, eine Inhaltsangabe zu schreiben.

Das gehört nicht zu Inhaltsangabe schreiben

Spannung, Humor oder langatmige Schilderungen sind in der Inhaltsangabe ebenso falsch wie intensive Gefühlsbeschreibungen oder ein offener Schluss. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, objektiv zu schreiben. Ihre eigenen Gefühle sind bei einer Inhaltsangabe nicht relevant. Auch eine Bewertung der Geschichte ist nicht erwünscht.  Je mehr Fehler dein Kind findet, desto besser. So prägen sich die 6 Punkte der Inhaltsangabe sehr gut ein!

Beim Schreiben einer Inhaltsangabe solltest du folgende Fehler vermeiden:
  1. Keine eigene Meinung: Eine Inhaltsangabe sollte objektiv sein und keine persönlichen Meinungen, Bewertungen oder Interpretationen enthalten. Bleibe bei den Fakten des Textes und vermeide subjektive Aussagen.
  2. Keine ausführliche Interpretation: Eine Inhaltsangabe soll den Inhalt des Textes zusammenfassen, aber keine ausführliche Analyse oder Interpretation bieten. Konzentriere dich auf die wichtigsten Ereignisse und Aspekte der Handlung, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
  3. Nicht zu viele unwichtige Details: Es ist wichtig, dass du dich auf die Hauptaspekte des Textes konzentrierst und unwichtige oder nebensächliche Details weglässt. Eine Inhaltsangabe sollte prägnant und auf das Wesentliche fokussiert sein.
  4. Keine direkte Zitate: Vermeide das direkte Zitieren aus dem Originaltext in einer Inhaltsangabe. Formuliere den Inhalt in eigenen Worten und vermeide es, ganze Sätze oder Passagen wörtlich zu übernehmen.
  5. Keine inhaltlichen Ergänzungen: Eine Inhaltsangabe sollte den Text nur zusammenfassen und keine zusätzlichen Informationen oder Ereignisse hinzufügen, die nicht im Originaltext enthalten sind. Halte dich an den Inhalt des Textes und ergänze keine eigenen Ideen oder Vermutungen.
  6. Keine Informationen aus anderen Quellen: Eine Inhaltsangabe sollte sich ausschließlich auf den Originaltext beziehen. Vermeide es, Informationen aus anderen Quellen oder Rezensionen in deine Zusammenfassung einzubeziehen.
  7. Keine Veränderung der Reihenfolge: Halte dich an die chronologische Reihenfolge der Ereignisse im Text und verändere sie nicht in der Inhaltsangabe. Achte darauf, dass die Zusammenfassung den Verlauf der Handlung korrekt wiedergibt.
  8. Keine Spoiler: Vermeide es, wichtige Wendungen oder das Ende des Textes vorwegzunehmen. Eine Inhaltsangabe soll das Interesse des Lesers wecken, ohne zu viel vorwegzunehmen oder zu verraten.

Indem du diese Fehler vermeidest, kannst du sicherstellen, dass deine Inhaltsangabe präzise, objektiv und den Anforderungen entsprechend ist.

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