Konzentration üben muss nicht bedeuten, dass dein Kind noch länger am Schreibtisch sitzt. Im Gegenteil: Viele gute Konzentrationsübungen fühlen sich eher wie ein Spiel an.
Genau darum geht es bei diesen zehn Ideen. Dein Kind hört genau hin, beobachtet, merkt sich etwas, bewegt sich oder bleibt für kurze Zeit bewusst bei einer Sache.
Du brauchst dafür weder ein kompliziertes Trainingsprogramm noch jeden Tag eine halbe Stunde zusätzliche Lernzeit. Probiert einzelne Übungen aus und schaut, was deinem Kind Spaß macht.
Welche Konzentrationsübung passt zu deinem Kind?
Nicht jedes Kind mag dieselbe Art von Aufgabe. Deshalb findest du hier ganz unterschiedliche Ideen.
Ruhige Kinder
Probiert Stille Minute, Atemübung, Puzzle oder Labyrinth aus. Hier geht es darum, die Aufmerksamkeit bewusst auf eine Sache zu richten.
Kinder mit Bewegungsdrang
Der Konzentrationslauf oder bewegte Aufmerksamkeitsspiele verbinden Fokus mit körperlicher Aktivität.
Kinder, die schnell gelangweilt sind
Memory, Klanggeschichte und Suchspiele wechseln schnell zwischen Beobachten, Erinnern und Handeln.
10 einfache Konzentrationsübungen für Kinder
Du kannst sofort anfangen. Für die meisten Übungen brauchst du kaum Material.
Die stille Minute
Du brauchst: nichts
Dein Kind setzt sich bequem hin und versucht eine Minute lang, möglichst genau auf die Geräusche in seiner Umgebung zu achten.
Memory mit Köpfchen
Du brauchst: Memorykarten
Spielt ein normales Memory. Dein Kind versucht aber zusätzlich, sich ganz bewusst zu merken, wo bereits aufgedeckte Karten liegen.
Der Konzentrationslauf
Du brauchst: einen kurzen Weg
Beim Gehen oder langsamen Laufen richtet dein Kind seine Aufmerksamkeit abwechselnd auf bestimmte Dinge: zuerst die eigenen Schritte, dann Geräusche, Farben oder Gegenstände.
Die Klanggeschichte
Du brauchst: Alltagsgegenstände oder kleine Instrumente
Erzähle eine kurze Geschichte und ordne bestimmten Begriffen ein Geräusch zu. Bei „Regen“ wird beispielsweise mit den Fingern getrommelt, bei „Tür“ zweimal geklopft.
Puzzle-Zeit
Du brauchst: ein passendes Puzzle
Ein Puzzle fordert genaues Hinsehen, Vergleichen und Dranbleiben. Wichtig ist, dass die Schwierigkeit zu deinem Kind passt.
Ruhig atmen
Du brauchst: nichts
Dein Kind setzt sich bequem hin und beobachtet einige Atemzüge lang, wie die Luft ein- und wieder ausströmt.
Ich sehe was ganz genau
Du brauchst: eure Umgebung
Eine Variante von „Ich sehe was, was du nicht siehst“: Beschreibt nicht nur eine Farbe, sondern mehrere Merkmale.
Eine Minute Schreibfokus
Du brauchst: Papier und Stift
Gib deinem Kind ein einfaches Thema wie „Sommer“, „Fußball“ oder „Hund“. Eine Minute lang schreibt es alle passenden Wörter auf, die ihm einfallen.
Suchbild-Challenge
Du brauchst: Suchbild, Wimmelbild oder Buchstabengitter
Dein Kind sucht gezielt nach bestimmten Details. Das trainiert vor allem, den Blick bewusst zu steuern und trotz vieler Reize bei einem Suchziel zu bleiben.
Labyrinth zeichnen
Du brauchst: Papier und Stift
Diesmal löst dein Kind nicht nur ein Labyrinth, sondern zeichnet selbst eines. Es plant Wege, Sackgassen und einen Ausgang.
Welche Übung hilft wobei?
Wähle nicht nach dem Motto „möglichst schwierig“, sondern nach dem, was dein Kind gerade üben möchte.
Genau hinschauen
Memory, Puzzle, Suchbild und Labyrinth verlangen visuelle Aufmerksamkeit.
Genau hinhören
Stille Minute und Klanggeschichte richten den Fokus bewusst auf Geräusche.
Zur Ruhe kommen
Ruhiges Atmen oder eine kurze stille Minute können vor dem Lernen einen Übergang schaffen.
Bewegung nutzen
Der Konzentrationslauf ist besonders interessant für Kinder, die nach langem Sitzen Bewegung brauchen.
Konzentration lässt sich auch im Alltag spielerisch fordern
Es muss nicht immer eine extra Übung sein. Aufmerksamkeit steckt in vielen normalen Alltagssituationen.
Beim Kochen
Drei Zutaten merken, einen Arbeitsschritt ausführen und danach prüfen, was als Nächstes kommt.
Unterwegs
Bestimmte Autofarben zählen, Straßennamen suchen oder sich drei Dinge auf einem Weg merken.
Beim Spielen
Brett- und Kartenspiele verlangen Zuhören, Regeln merken, abwarten und auf Veränderungen reagieren.
Beim Vorlesen
Nach einer kurzen Passage fragen: Was ist gerade passiert? Welche Person kam vor? Was könnte als Nächstes passieren?
Eine kleine Konzentrationswoche
Wenn ihr ausprobieren möchtet, was deinem Kind gefällt, könnt ihr fünf Tage lang jeweils nur wenige Minuten einplanen.
Stille Minute + genau hinhören
Memory oder Suchbild
Konzentrationslauf draußen
Puzzle oder Labyrinth
Lieblingsübung wiederholen
Der wichtigste Punkt: Es darf Spaß machen
Wenn dein Kind ohnehin jeden Nachmittag mit Schule und Hausaufgaben kämpft, sollten diese Übungen nicht zur nächsten Pflichtaufgabe werden.
Beobachte lieber, bei welchen Spielen dein Kind von selbst dabeibleibt. Genau dort kannst du ansetzen.
- Dein Kind darf eine Übung auswählen.
- Hört auf, solange es noch Spaß macht.
- Steigert die Schwierigkeit langsam.
- Vergleicht dein Kind nicht mit Geschwistern.
- Ein schlechter Tag ist kein Rückschritt.
Was Konzentrationsübungen nicht leisten können
Spielerisches Üben kann hilfreich sein – aber nicht jedes Konzentrationsproblem lässt sich damit lösen.
Keine Wunderwirkung
Ein Kind wird nicht automatisch bei Mathe konzentrierter, nur weil es regelmäßig Memory spielt. Entscheidend ist immer auch die konkrete Lernsituation.
Keine Diagnose
Ob eine ausgeprägte Aufmerksamkeitsproblematik oder ADHS vorliegt, lässt sich mit Konzentrationsspielen weder feststellen noch ausschließen.
Kein Ersatz für gute Bedingungen
Schlafmangel, Dauerstress, Überforderung oder ständige Ablenkungen lassen sich nicht einfach „wegtrainieren“.
Dein Kind hat beim Lernen trotzdem große Schwierigkeiten?
Dann würde ich nicht einfach immer mehr Konzentrationsübungen machen. Viel wichtiger ist herauszufinden, wann und unter welchen Bedingungen die Probleme auftreten.
Mit unserer Konzentrations-Checkliste kannst du dein Kind einige Tage beobachten und nach konkreten Mustern suchen.
Zur Checkliste KonzentrationKonzentration üben – ohne zusätzlichen Lernstress
Such dir für den Anfang einfach eine der zehn Übungen aus. Wenn dein Kind Spaß daran hat, wiederholt sie ein paar Tage später.
Konzentration entwickelt sich nicht durch Druck. Sie wächst durch Erfahrung, passende Herausforderungen und die Möglichkeit, Aufmerksamkeit immer wieder bewusst einzusetzen.
Mein Tipp:
Nicht alle zehn Übungen machen.
Eine auswählen, ausprobieren und schauen:
Passt sie zu meinem Kind?
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Wenn du genauer wissen möchtest, warum dein Kind Schwierigkeiten hat, kannst du hier gezielt weitermachen.
Konzentration verstehen
Der große Überblick zu Konzentration, Ursachen und Unterstützung.
Konzentration bei KindernEntwicklung der Konzentration
Wie sich Aufmerksamkeit vom Vorschulalter bis ins Jugendalter verändert.
Wie Konzentration sich entwickeltCheckliste Konzentration
Beobachte, wann dein Kind gut arbeiten kann und wann die Konzentration nachlässt.
Zur Beobachtungs-ChecklisteKonzentrationstest
Wenn du die Schwierigkeiten deines Kindes genauer einordnen möchtest.
Zum KonzentrationstestFlüchtigkeitsfehler
Wenn dein Kind den Stoff kann, aber durch ungenaues Arbeiten Punkte verliert.
Flüchtigkeitsfehler vermeidenLernpausen
Wenn dein Kind lange arbeitet und die Konzentration dabei immer weiter nachlässt.
Lernpausen richtig nutzen


