Fidget Spinner: Konzentrationshilfe oder Ablenkung?
Ein kleiner Kreisel dreht sich zwischen den Fingern – und plötzlich soll konzentriertes Lernen leichter fallen? Fidget Spinner werden immer wieder als Hilfe bei Unruhe, Konzentrationsproblemen oder ADHS genannt.
Ganz so einfach ist es nicht. Manche Kinder empfinden eine kleine Bewegung tatsächlich als angenehm. Andere beobachten den Spinner, probieren Tricks aus und sind anschließend weniger bei der eigentlichen Aufgabe als vorher.
Warum Bewegung manchmal beim Konzentrieren hilft
Konzentration bedeutet nicht automatisch, vollkommen stillzusitzen. Manche Kinder bewegen beim Denken einen Fuß, kritzeln auf einem Blatt oder spielen unbewusst mit einem Stift.
Eine kleine Bewegung kann deshalb für einzelne Kinder angenehm sein. Das gilt besonders dann, wenn sie nicht ständig bewusst beobachtet werden muss.
Mehr darüber, welche Faktoren Aufmerksamkeit beeinflussen, erfährst du auf unserer Übersichtsseite Konzentration bei Kindern verbessern.
Wann kann ein Fidget Spinner hilfreich sein?
- Die Bewegung läuft nebenbei.
- Dein Kind schaut nicht ständig auf den Spinner.
- Es kann der eigentlichen Aufgabe weiter folgen.
- Die Bewegung beruhigt, ohne andere zu stören.
- Dein Kind empfindet die Situation selbst als angenehmer.
- Dein Kind beobachtet ständig den Spinner.
- Es probiert während des Lernens Tricks aus.
- Die Aufgabe wird immer wieder unterbrochen.
- Andere Kinder werden ebenfalls aufmerksam.
- Das Spielzeug wird wichtiger als die Lernaufgabe.
Der einfachste Test: Beobachte dein Kind
Nehmt dafür zwei vergleichbare kurze Aufgaben. Beobachte nicht nur, ob dein Kind ruhig sitzt, sondern ob es tatsächlich bei der Aufgabe bleibt, Arbeitsaufträge versteht und sorgfältig arbeitet.
Noch genauer kannst du solche Situationen mit unserer Checkliste Konzentration beobachten.
Fidget Spinner bei ADHS – eine Konzentrationshilfe?
Bei ADHS oder starker motorischer Unruhe kann Bewegung eine besondere Rolle spielen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass ein Fidget Spinner die Konzentration verbessert.
Entscheidend ist auch hier das einzelne Kind und die konkrete Situation. Mehr über Aufmerksamkeit, Aktivität und Impulsivität findest du auf unserer Seite ADHS und ADS bei Kindern.
Fidget Spinner in der Schule?
Hier entsteht schnell ein Widerspruch: Was einem Kind möglicherweise hilft, kann die Kinder daneben ablenken. Ein rotierender, bunter Spinner zieht Blicke auf sich – besonders wenn damit Tricks ausprobiert werden.
Deshalb sollte dein Kind einen Spinner im Unterricht nicht einfach ungefragt benutzen. Entscheidend sind die Regeln der Schule und gegebenenfalls eine individuelle Absprache mit der Lehrkraft.
Aus dem Spinner wird ein Lernspiel
Der Fidget Spinner muss überhaupt keine „Konzentrationshilfe“ sein, um sinnvoll eingesetzt zu werden. Viel interessanter ist manchmal, ihn bewusst zum Bestandteil eines kurzen Lernspiels zu machen.
So findet ihr heraus, ob der Spinner hilft
Wenn dein Kind grundsätzlich häufig abschweift, solltest du nicht nur nach einem Hilfsmittel suchen. Viel hilfreicher ist es, die Bedingungen genauer anzusehen: Ist die Aufgabe zu schwer? Zu langweilig? Ist dein Kind müde? Wird es durch Handy, Geräusche oder Geschwister abgelenkt?
Genau dafür haben wir die 5 Konzentrationsfallen zusammengestellt.
Mehr Hilfe bei Konzentrationsproblemen
Wenn eine kleine Bewegung nebenbei hilft, bei einer Aufgabe zu bleiben, kann sie nützlich sein. Wird der Spinner dagegen selbst zum Mittelpunkt, erfüllt er genau das Gegenteil. Beobachten und ausprobieren ist deshalb sinnvoller als die pauschale Aussage „Fidget Spinner fördern die Konzentration“.



