ADHS · NEUROFEEDBACK · THERAPIE

Neurofeedback bei ADHS: Wie funktioniert das?

Beim Neurofeedback bekommt ein Kind eine direkte Rückmeldung über bestimmte gemessene Aktivitätsmuster seines Gehirns. Ziel des Trainings ist es, die eigene Aufmerksamkeit und Selbstregulation bewusster zu beeinflussen.

Ein Training mit Rückmeldung Neurofeedback ist eine Form des Biofeedbacks. Elektroden auf der Kopfhaut messen elektrische Hirnaktivität. Ein Computer verarbeitet diese Signale und gibt dem Kind unmittelbar eine Rückmeldung.

So kann Neurofeedback aussehen

Für Kinder wirkt eine Sitzung häufig weniger medizinisch, als der Begriff vermuten lässt. Sie sitzen vor einem Bildschirm und bekommen über ein Spiel, eine Animation oder einen Film eine Rückmeldung.

Neurofeedback einfach erklärt Vom Gehirnsignal zur sichtbaren Rückmeldung
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direkte Rückmeldung
1 Messen Elektroden erfassen elektrische Hirnaktivität.
2 Auswerten Der Computer verarbeitet bestimmte Signalmuster.
3 Rückmelden Das Kind sieht oder hört unmittelbar ein Feedback.
4 Üben Die gewünschte Selbstregulation wird wiederholt trainiert.

Was passiert beim Training?

Elektroden messen – sie stimulieren nicht

Die Elektroden dienen dazu, elektrische Aktivität an der Kopfhaut zu erfassen. Das Kind bekommt dadurch die Möglichkeit, Veränderungen über die Rückmeldung am Bildschirm wahrzunehmen.

Feedback erfolgt sofort

Je nach Trainingssystem verändert sich beispielsweise eine Animation, ein Spiel oder ein Film. Dadurch wird die gemessene Aktivität für das Kind unmittelbar sichtbar oder hörbar.

Selbstregulation wird geübt

Das Kind versucht im Laufe des Trainings herauszufinden, wie es den gewünschten Zustand häufiger erreichen und stabilisieren kann.

Übertragung in den Alltag

Entscheidend ist nicht nur die Situation vor dem Computer. Strategien und Erfahrungen aus dem Training sollen auch beim Lernen und im Alltag nutzbar werden.

Wie wirksam ist Neurofeedback bei ADHS?

Neurofeedback wird seit vielen Jahren bei ADHS untersucht. Forschungsergebnisse zeigen Hinweise auf positive Effekte, gleichzeitig ist die Studienlage nicht so eindeutig, dass Neurofeedback als allgemeiner Ersatz für andere etablierte Behandlungen betrachtet werden sollte.

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Die Erwartungen sollten realistisch bleiben

Neurofeedback kann im Rahmen eines Behandlungskonzeptes eine Möglichkeit sein. Ob es für ein bestimmtes Kind sinnvoll ist, sollte gemeinsam mit qualifizierten Fachleuten entschieden werden.

Worauf sollten Eltern achten?

Qualifizierte Anbieter Frage nach Ausbildung, Erfahrung mit ADHS und dem konkret eingesetzten Neurofeedback-Verfahren.
Klare Ziele Vor dem Training sollte feststehen, was sich im Alltag des Kindes verbessern soll und wie Fortschritte überprüft werden.
Transfer in den Alltag Das Training sollte nicht beim Bildschirm enden. Wichtig ist, die erlernte Selbstregulation auch beim Lernen und im Alltag einzusetzen.
Keine Wunder versprechen Skepsis ist angebracht, wenn schnelle Heilung oder ein sicherer Erfolg versprochen werden.

Wie läuft ein Neurofeedback-Training ab?

1 Ziele festlegen Welche Schwierigkeiten sollen sich im Alltag verändern?
2 Training kennenlernen Das Kind lernt Elektroden, Computer und Rückmeldung kennen.
3 Regelmäßig üben Selbstregulation entsteht nicht in einer einzelnen Sitzung, sondern wird wiederholt trainiert.
4 Fortschritte überprüfen Entscheidend ist, ob sich relevante Schwierigkeiten tatsächlich im Alltag, beim Lernen oder in der Schule verändern.
Neurofeedback ist ein Baustein – kein Wundermittel

Bei ADHS kommen je nach Situation verschiedene Maßnahmen infrage: beispielsweise Beratung und Psychoedukation, Unterstützung von Eltern und Schule, psychotherapeutische beziehungsweise verhaltenstherapeutische Maßnahmen und gegebenenfalls Medikamente. Neurofeedback kann eine ergänzende Möglichkeit sein, sollte aber eine wirksamere notwendige Behandlung nicht verzögern.

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