Coin Master
Coin Master greift um sich

Coin Master scheint harmlos zu sein

Je nachdem, wen man fragt, ist die App Coin Master aus dem Internet entweder ein harmloses Unterhaltungsspiel oder eine suchtmachende Einführung ins Glücksspiel. Natürlich sind Kinder und Jugendliche der Meinung, dieses unterhaltsame, bunte und von vielen Influenzern und Influenzerinnen empfohlene Spiel sei einfach nur eine witzige Beschäftigung. Doch ist das wirklich so?

Erwachsene, Pädagogen und Experten sind der Meinung, dass Coin Master Elemente verwende, die für Kinder verboten sein sollten. Die zentrale Slot-Maschine und die In-App Käufe in Kombination mit einem sehr kindlichen Design würden das Spiel verharmlosen. Ende 2019 kümmerte sich daher die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien um das kontrovers diskutierte Spielchen Coin Master. Sie startete ein Indizierungsverfahren mit der Folge, dass die App nun erst ab 16 Jahren zugelassen ist. Wie bei vielen anderen Spielen jedoch auch, ist es für Kinder und Jugendliche überhaupt kein Problem, an das Spiel heranzukommen.

Was ist das Problem von Coin Master?

Nicht nur das spielerische, bunte Outfit des Spiels, sondern auch die Slotmaschine ist bedenklich. Nur durch das Betätigen des Automaten kommen die Spieler weiter. Sind die am Anfang erhaltenen kostenlosen Spins verbraucht, darf Geld ausgegeben werden. Als Alternative wird Werbung gezeigt, wie in vielen anderen Apps auch. Wer also lange Wartezeiten vermeiden möchte, kauft sich neue Spins.

Ebenfalls bedenklich ist das Verhalten der App, die schon in den ersten Spielminuten Tracking-IDs an mehrere Marktanalysten und an Facebook versendet. Diese Daten dienen der personalisierten Werbung, die Kinder und Jugendlichen werden also in der folgenden Werbung (auch bei Facebook und Instagram) gezielt auf ihre Wünsche angesprochen. Das wiederum verleitet zum Kauf und ist für Kinder und Jugendliche nicht geeignet.

Coin Master
Einer fängt an – und die anderen folgen.

Wie können Sie auf den Wunsch Ihres Kindes reagieren, das Coin Master spielen möchte?

Attraktive Apps wie Coin Master (oder auch Fortnite) verbreiten sich oft in Windeseile. Nicht selten sind die Influenzer dafür verantwortlich, deren Videos Kinder und Jugendliche nahezu täglich anschauen. Und dann verbreitet sich die App wie ein Lauffeuer, jeder möchte sie haben und damit spielen. Viele Kinder und Jugendliche denken, wenn sie Coin Master nicht spielen können, werden sie ausgegrenzt und gehören nicht dazu. Und das Dazugehören ist schließlich in diesem Alter das wichtigste.

Doch bitte verharmlosen Sie nicht ihre Rolle als Vorbild und als Erziehungsberechtigte. Der Umgang mit solchen Apps, mit Glücksspielen und mit suchterzeugenden Inhalten überfordert viele Kinder und Jugendliche. Nur eine konsequente und kontinuierliche Heranführung an das Thema kann sicherstellen, dass kein Schaden entsteht.

Sie können wie folgt vorgehen:

  • Schauen Sie sich das Spiel gemeinsam mit Ihrem Kind an. Sehen Sie die Sicherheitseinstellungen durch und sensibilisieren Sie Ihren Nachwuchs dafür, welche Daten weitergeleitet werden.
  • Sprechen Sie über die Gewinnabsichten des Herstellers. Fragen Sie Ihr Kind, was es glaubt, wie diese App Umsatz macht.
  • Sprechen Sie auch unbedingt über die Werbeeinblendungen und über personalisierte Werbung.
  • Sie können die Coin Master auch einfach verbieten.

Säeen Sie Misstrauen

Versuchen Sie bei Ihrem Kind oder Jugendlichen ein Bewusstsein darüber zu erzeugen, dass es nur Konsument ist und vom Hersteller des Spieles „ausgenommen“ werden soll. Fragen Sie Ihr Kind, wie es selber mit einem Spiel versuchen würde, Geld zu verdienen. Besprechen Sie auch, welche Ausbildung der Spielerfinden vermutlich hat und ob er so ein Spiel erfunden hätte, wenn er jeden Tag am Smartphone gespielt hätte. Überlegen Sie sich gemeinsam Möglichkeiten, dieses Ziel der Hersteller auszutricksen.

Einmal reden reicht nicht – lassen Sie Ihr Kind nicht ertrinken

Der Umgang mit Angeboten aus dem Internet ist für alle Heranwachsenden nicht einfach. Sie müssen nach und nach mit den Regeln vertraut gemacht werden. Ebenso wie sie einen Fahrradführerschein machen, lernen ein Haustier zu versorgen oder im Schwimmbad nicht zu ertrinken, sollten Sie auch den Umgang mit dem Internet betrachten.

Viel zu viele Kinder und Jugendliche können ihren Umgang mit dem Internet nicht kontrollieren, sind suchtgefährdet oder abhängig. Wem das passiert, dem vergeht das Lachen. Es ist kein Spaß, wenn das eigene Kind sich nach und nach aus allen sozialen Belangen heraus zieht und über Jahre hinweg vom Smartphone oder vom Computer nicht mehr los kommt. Damit das nicht passiert, müssen Eltern sehr früh Verantwortung übernehmen, die sich auch auf den Umgang mit dem Internet bezieht.