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5 Konzentrationsfallen und Übungen, um diese zu überwinden

Konzentrationsfalle 1:

Ihr Kind wird mit einer Tätigkeit oder einem Thema konfrontiert, für das es sich überhaupt nicht interessiert.

KonzentrationsfallenBeispiel: Ihr Kind hat sich in der Schule einem Projekt angeschlossen, das „Die Straße in der ich wohne” heißt. Dabei hat Ihr Kind sich vorgestellt, dass die Gruppe irgendetwas in einer Wohnstraße macht, zum Beispiel die Eltern besucht oder Spielplätze ausprobiert. Stattdessen sollen nun alle Kinder eine Geschichte über ihre Straße schreiben. Ihr Kind schreibt nicht besonders gerne, ist enttäuscht und verliert sein Interesse. Es kann sich auf die Aufgabe nicht konzentrieren und liefert eine schlechte Geschichte ab.

 

Übung: Um die Konzentrationsfähigkeit Ihres Kindes in dieser besonderen Situation zu trainieren, müssen Sie zuhause ähnliche Situationen schaffen. Locken Sie Ihr Kind zum Beispiel mit einem gemeinsamen Spieleabend. Wählen Sie dann ein Spiel, das nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehört, z.B. Ratz Fatz ist Weihnachten, ein Memory oder ein klassisches Konzentrationsspiel wie „Ich packe meinen Koffer…“.  Versuchen Sie Ihr Kind dazu zu bringen, dieses Spiel trotz seiner Abneigung durchzuhalten. Ist es gelungen, sollten Sie mit Lob nicht sparen und Ihrem Kind signalisieren, wie toll Sie dieses Verhalten finden.

Konzentrationsfalle 2:

Ihr Kind fühlt sich unterfordert, es macht Flüchtigkeitsfehler

Beispiel: Ihr Kind schreibt eine Mathearbeit zu einem Thema, das ihm leicht fällt. Es ist zuversichtlich, dass die Aufgaben einfach zu lösen sein werden. Während der Arbeit überfliegt er die Aufgabenstellungen nur oberflächlich. Bei seinen Rechnungen verwechselt es dann häufig die Vorzeichen, überliest Fragestellungen und kommt so zu falschen Ergebnissen und einer schlechten Note.er, weil es die Aufgabe nicht ernst nimmt.

Übung: Um dieses oberflächliche, unkonzentrierte Arbeitsverhalten abzustellen, benötigt Ihr Kind Aufgaben, bei denen Fehler direkte, sofortige Auswirkungen haben. Lassen Sie Ihr Kind beispielsweise in der Vorweihnachtszeit den Plätzchenteig selber zusammenrühren. Geben Sie ihm eine Liste mit den notwendigen Zutaten und den genauen Maßeinheiten. Nur wenn Ihr Kind sich genau an die Anleitung hält, werden die Plätzchen genießbar sein. Aber Achtung: Kontrollieren Sie nicht jeden einzelnen Schritt, sondern lassen Sie Ihr Kind selber erfahren, welche Auswirkungen falsche Zutatenmengen haben können.

Doch insgesamt gibt es fünf Konzentrationsfallen – lesen Sie weiter!

Konzentrationsfalle 3:

Ihr Kind kann mit Konkurrenz nicht gut umgehen, es ist schnell frustriert und schaltet ab, wenn andere besser sind.

Beispiel: Beim Wettvorlesen in der Klasse ist Ihr Kind anfangs mit Feuereifer dabei. Sobald es jedoch bemerkt, dass andere Kinder genauso gut oder besser lesen, hört es auf sich zu konzentrieren. Es liest holprig, lässt einzelne Wörter aus und verrutscht in den Zeilen.

 

 Übung: Spornen Sie Ihr Kind zu weihnachtlichen Wettkämpfen an, zum Beispiel wer bemalt die schönste Christbaumkugel, wer bastelt die meisten Sterne oder wer verziert die schönste Kerze mit farbigem Wachs. Loben Sie dann immer wieder mal die Arbeiten der anderen Kinder, um die Frustrationstoleranz Ihres Kindes auf die Probe zu stellen. Lassen Sie jedoch nicht zu, dass es seine Bastelarbeit frühzeitig beendet oder nicht mehr sorgfältig arbeitet.

Konzentrationsfalle 4:

Ihr Kind fühlt sich überfordert. Es kann mit Kritik nicht gut umgehen und schaltet seine Aufmerksamkeit und Konzentration ab, sobald es erste Fehler macht.

KonzentrationBeispiel: Ihr Kind schreibt ein geübtes Diktat, für das es sich gut vorbereitet hat. Während des Diktates bemerkt es schnell, dass der Text vom Geübten etwas abweicht. Auf seine Nachfrage reagiert die Lehrerin nur kurz angebunden. Ihr Kind gerät aus dem Gleichgewicht und verliert das Vertrauen in seine Fähigkeiten. Es kann sich nicht mehr konzentrieren, sich an die geübten Wörter nicht erinnern und macht einen Fehler nach dem anderen.

 Übung: Grundsätzlich ist es wichtig, dass Kinder neben Lob auch immer wieder Kritik von ihren Eltern erfahren. Sie müssen lernen, bei Fehlern nicht aufzugeben und ihre Leistungsgrenzen immer wieder neu auszutesten. An Weihnachten können Sie beispielsweise mit Ihrem Kind üben, Geschenke zu verpacken. Das Papier in der richtigen Größe zu zuschneiden, es ordentlich um ein Geschenk zu falten und mit einem Band, Aufklebern und Anhängern zu verzieren, ist gar nicht so einfach. Früher oder später gelingt jedoch auch dem ungeschicktesten Kind eine vorzeigbare Geschenkverpackung.

 

Konzentrationsfalle 5:

Ihr Kind lässt sich von Nebenreizen schnell ablenken.

KonzentrationBeispiel: Ihr Kind hat mal wieder vergessen alle Hausaufgaben zu notieren, weil es gegen Ende des Unterrichts eine Freundin durchs Fenster auf dem Schulhof erblickt hat. Anstatt zuzuhören hat Ihr Kind versucht, die Aufmerksamkeit der Freundin zu bekommen. An den genauen Treffpunkt für den Wandertag kann es sich auch nicht erinnern, weil ein Freund am Nebentisch mit seinem Fidget Hand Spinner gespielt hat. Das ist typisch! Je mehr Reizen Ihr Kind ausgesetzt ist, desto schlechter kann es bei einer Sache bleiben. Schwierig, denn Ihr Kind lebt ja nicht in einem reizlosen Umfeld.

Übung: Generell müssen Sie bei solch einem Verhalten geduldig und konsequent darauf achten, dass Ihr Kind Angefangenes auch zu Ende bringt. Das gilt im Alltag genauso wie beim Spielen. Wählen Sie eine anspruchsvolle Beschäftigung aus, zum Beispiel Malen nach Zahlen, den Zusammenbau eines Modells oder ein gemeinsames Schachspiel. Lassen Sie nun kontrolliert Nebenreize “erscheinen”. Ein Telefonanruf, eine Musik CD, ein Hörspiel, ein tickender Wecker oder einen Teller mit leckeren Weihnachtsplätzchen. Stoppen Sie die Zeit, die sich Ihr Kind am Stück mit seiner Aufgabe beschäftigt, um sich ablenken zu lassen. Diese Zeit gilt es nach und nach zu verlängern. Erklären Sie Ihrem Kind, worum es geht und geben Sie ihm regelmäßig eine Rückmeldung, wie seine Konzentration spannender ist.

 

Nicht aufgeben und die Konzentration fördern

Ganz bestimmt wird Ihr Kind nicht gleich nach der ersten Übung zum Konzentrationsmeister. Doch es lohnt sich dran zu bleiben. Genauso wie andere Fähigkeiten, zum Beispiel das Spielen eines Instruments oder die Verbesserung der Laufleistung, trainiert werden können, kann auch die Konzentrationsfähigkeit trainiert werden. Dazu gehört natürlich Durchhaltevermögen, denn von nichts kommt nichts.

Laura gibt nicht auf und vermeidet die 5 Konzentrationsfallen

Laura weiß genau, dass ihre schlechte Konzentrationsfähigkeit dazu führt, dass sie viele Flüchtigkeitsfehler macht und häufig Aufgaben nicht beendet. Laura ist 13 Jahre alt und möchte unbedingt ihre Leistungen in der Schule verbessern. Deshalb lässt sie sich auf ein Konzentrationstraining ein, dass sie fast jeden Tag regelmäßig durchführt. Natürlich beachtet sie dabei die fünf Konzentrationsfallen und versucht sie zu vermeiden.

Laura profitiert von der Pomodoro – Methode5 Konzentrationsfallen

Die Schülerinnen hat im Internet recherchiert, welche Möglichkeiten zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit es gibt. Dabei ist sie auf die Pomodoro Methode gestoßen. Diese Methode wurde im letzten Jahrhundert entwickelt und hat schon vielen Schülern und Studenten dabei geholfen, sich besser zu konzentrieren und am Stück zu arbeiten. Laura benötigt nur eine altmodische Eieruhr, eine Armbanduhr oder ihr Smartphone. Darauf stellt sie die entsprechenden Zeiten ein. Natürlich beginnt sie nicht gleich mit 25 Minuten, denn sie möchte ja ihre Konzentrationsfähigkeit langsam steigern. In diesem Video wird gezeigt, wie die Methode funktioniert.

Die Pomodoro Methode als Lerntechnik zur Steigerung der Konzentration

Laura hat sich eine Eieruhr zugelegt und steigerten nun jede Woche ihre Arbeitszeiten. Sie beginnt mit 10 Minuten konzentriertem Arbeiten und nach einem Monat fällt es überhaupt nicht mehr schwer, 20 Minuten am Stück zu lernen. Ihre Lehrer und ihre Eltern sind begeistert, aber am meisten freut sich Laura selbst.

Hilfe zur Selbsthilfe kann gelingen

Für die Schülerin ist es ein tolles Gefühl, ihre Probleme selber gelöst zu haben. Sie fühlt sich nun ihrer Konzentrationsschwäche nicht mehr so ausgeliefert und hat wertvolle Hilfen gefunden, die sie konsequent anwendet. Lauras Noten verbessern sich schnell, denn nun gelingt es ihr auch in Klassenarbeiten zu arbeiten. Sie gibt nicht mehr so schnell ab und nutzt die gesamte Zeit der Arbeit aus.

Lob und Anerkennung wirken auch beim Steigern der Konzentrationsfähigkeit

Immer wenn Kinder wenig Erfolgserlebnisse haben und an ihren Defiziten arbeiten müssen, ist es sehr schwer sich zu motivieren. Kommt dann noch ein schwieriges Eltern-Kind-Verhältnis hinzu, ist es fast unmöglich Erfolge zu erzielen. Mit Kindern zu lernen klappt in den seltensten Fällen einfach so nebenbei. Eltern müssen sich klarmachen, dass sie hier eine pädagogische Aufgabe vor sich haben, für die sie nicht ausgebildet worden sind.

Suchen Sie sich Hilfe bei Fachleuten

Wenn das gemeinsame Lernen immer mit einer emotionalen Belastung verbunden ist oder ein Streit ausartet, bringt es nichts. Dann muss überlegt werden, ob Fachleute hinzugezogen werden. Wenn ihr Kind eine sehr schlechte Konzentrationsfähigkeit hat macht es auch Sinn, diese offiziell testen zu lassen. Um die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern sollten Sie herausbekommen, wo das Problem liegt. Dann können Sie wesentlich effektiver an der Wurzel des Übels ansetzen. Da sie selber emotional sehr eng mit Ihrem Kind verbunden sind und die Lernsituation nur aus ihrem eigenen Blickwinkel betrachten können, ist die Hilfe von Fachleuten meistens sehr wertvoll.

Qualifizierte Ansprechpartner finden Sie in Erziehungsberatungsstellen, in psychologischen Praxen oder beim schulpsychologischen Dienst. Natürlich können Sie auch einen Lerntherapeuten ansprechen, der sie über die weitere Vorgehensweise beraten wird. Achten Sie bei der Wahl der Fachleute auf die Wohnortnähe, denn schlechte Schulleistungen sind schon stressig genug. Sollte Ihr Kind eine Lerntherapie oder ein Konzentrationstraining starten, wäre es gut, den Aufwand für so gering wie möglich zu halten.

 

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