Neben schlechten Noten, schlechter Ernährung mit Fast-Food, Schulnoten, rüpelhaften Benehmen und einer Entfremdung vom eigenen Kind ist der Umgang mit dem Smartphone (oder dem PC) das Hauptthema in Familien mit Kindern und pubertierenden Jugendlichen. Viele Eltern haben die ständigen Diskussionen satt und wissen einfach nicht, wie sie die Mediennutzung stressfrei begrenzen können und den Handy-Terror beenden. Dabei wäre das gut, denn zu viel Smartphone-Nutzung hat erwiesenermaßen große Nachteile für Ihr Kind.

Negative Folgen von exzessiver Handy-Nutzung

Die Nutzung von Handys kann für Schulkinder einige negative Folgen haben:

  1. Ablenkung: Schulkinder können während des Unterrichts durch die Nutzung von Handys abgelenkt werden. Sie verpassen wichtige Informationen und können sich weniger gut konzentrieren.
  2. Soziale Isolierung: Wenn Schulkinder zu viel Zeit mit ihrem Handy verbringen, kann dies zu einer Beeinträchtigung der sozialen Interaktion führen. Sie haben weniger Zeit für persönliche Gespräche und können Schwierigkeiten haben, soziale Fähigkeiten zu entwickeln.
  3. Gesundheitsrisiken: Langes und intensives Nutzen von Handys kann zu gesundheitlichen Problemen führen, wie zum Beispiel Augenprobleme, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen.
  4. Cybermobbing: Schulkinder können Opfer von Cybermobbing werden, wenn sie durch soziale Medien und andere digitale Plattformen online angegriffen werden. Diese Gefahr nimmt ständig zu.
  5. Suchtgefahr: Die intensive Nutzung von Handys kann zu Suchtverhalten führen und die Schulkinder davon abhalten, sich auf ihre schulischen Aufgaben zu konzentrieren.

Es ist daher wichtig, dass Schulkinder eine gesunde Balance im Umgang mit ihren Handys finden und diese nur in angemessener Weise nutzen.

Wer surft, kann keinen Unsinn machen

Eigentlich könnten die Eltern doch beruhigt sein, denn die Beschäftigung mit dem Smartphone verhindert einige der typischen Gefahren, vor denen sie noch vor einigen Jahren so viel Angst hatten. Koma saufen, Drogenselbstversuche oder die Gefahren eines nächtlichen Heimweges nehmen längst nicht mehr so viel Raum ein wie früher. Doch die Ruhe ist trügerisch. Hinter der Handynutzung verbergen sich zahlreiche Gefahren, von denen Eltern oft gar nichts mitbekommen.

Handy-Terror schadet Ihrem Kind

Anstatt sich in der Phase des Heranwachsens körperlich auszutoben, durch die Gegend zu streifen und Grenzen zu testen, verlieren sich viele Jugendliche in Computerspielen, werden ein Serienjunkie oder verbringen unglaublich viel Lebenszeit in den sozialen Medien.

Dabei sind die digitalen Angebote so unterhaltsam, spannend und bindend, dass sie nicht selten ein Suchtverhalten auslösen. Und genau hier liegt das Problem, die Kids finden einfach kein Ende. Sie verlieren die Fähigkeit, sich der Attraktivität der digitalen Angebote zu entziehen.

Teufelskreis Nachrichten – Tipps gegen den Handy-Terror

Teufelskreis Handy
musica.ly ist jetzt TikTok

In vielen Fällen ist das wie ein Teufelskreis, bei dem ein Medium nach dem anderen abgefragt werden muss, um nichts zu verpassen. Ist der Jugendliche am Ende der Reihe angelangt, könnte schon wieder in einem anderen Kanal eine neue Nachricht warten.

Zusätzlich erinnern Töne und Signale (Push-Nachrichten) die Teenager daran, ihre Nachrichten abzurufen und darauf zu reagieren. Jede Nachricht, jede Mail muss schnell beantwortet werden, um nicht in den sozialen Gruppen durch Missachtung abgestraft zu werden. Das ist realer Handy-Terror.

Klare Regeln helfen bei der Handynutzung

Manche Eltern bauen darauf, dass ihre Kinder ohne Unterstützung oder Reglementierung selber verantwortungsbewusst mit dem Smartphone umzugehen lernen. Meiner Ansicht nach ist das der falsche Weg. Kinder müssen Medienkompetenz lernen, und zwar von ihren Eltern.

Ich bin überzeugt davon, dass auch die Jugendlichen beim Umgang mit ihrem Handy in der Pubertät noch die Unterstützung der Eltern brauchen, wenn auch nach und nach immer weniger. Hier helfen klare Regeln, auch wenn sie nicht auf die Zustimmung der Teenager stoßen.

Unbedingt dazu gehören Handy freie Zeiten. Anstatt mit Drohungen und Druck geht das Durchsetzen solcher Regeln auch auf charmante Art und Weise, wie das folgende Foto zeigt. Diese 4 Tipps gegen den Handy Terror helfen dabei, den Alltag zu entstressen.

Sinnvolle Nutzungszeiten für Smartphones

Die sinnvollen Nutzungszeiten für Handys für Schulkinder hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. dem Alter des Kindes, der Art der Tätigkeit und den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten des Kindes. Grundsätzlich ist es jedoch wichtig, dass Kinder ein gesundes Verhältnis zu ihrem Handy entwickeln und nicht zu viel Zeit damit verbringen.

Für jüngere Schulkinder bis zum Alter von etwa 10 Jahren wird empfohlen, die Handy-Nutzung auf maximal 30 bis 60 Minuten pro Tag zu begrenzen. Für ältere Schulkinder bis zum Alter von etwa 14 Jahren können sinnvolle Nutzungszeiten von 1 bis 2 Stunden pro Tag angestrebt werden. Es ist jedoch wichtig, dass Eltern und Erziehungsberechtigte darauf achten, dass die Nutzung des Handys nicht zu Lasten anderer Aktivitäten wie z.B. Hausaufgaben, sozialen Kontakten oder körperlicher Aktivität geht.

Eine sinnvolle Maßnahme ist es auch, gemeinsam mit dem Kind Regeln für die Handy-Nutzung aufzustellen und diese konsequent einzuhalten. Dabei sollten auch Zeiten für Pausen und Ruhephasen festgelegt werden, in denen das Handy komplett ausgeschaltet oder außer Reichweite ist. So können Schulkinder lernen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Handy-Nutzung und anderen Aktivitäten zu entwickeln und negative Folgen wie z.B. Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen oder sozialer Isolation zu vermeiden.

Tipp 1 gegen den Handy Terror: Das Handy-Hotel

 4 Tipps gegen den Handy Terror

Zu welcher Uhrzeit die Smartphones im „Hotel“ sein müssen, darf jede Familie selber aushandeln. Je jünger die Kinder sind, desto früher müssen die Handys abgegeben werden. Auch für ältere Jugendliche ist das Handyhotel eine tolle Lösung, denn immer wieder gibt es Probleme durch Überhitzung unter der Bettdecke.

Positiver Nebeneffekt: Am nächsten Morgen ist das Smartphone aufgeladen und bereit für einen neuen Arbeitstag.

Tipp 2 gegen den Handy Terror: Eigenes Nutzungsverhalten kontrollieren

Fragen Sie mal Ihren Teenager, wie oft er am Tag zum Smartphone greift und wie viel Zeit er online verbringt. Vermutlich liegt seine Schätzung deutlich unter dem realen Gebrauch. Um die Handynutzung zu kontrollieren, können Sie eine der zahlreichen Apps installieren, die jeden Zugriff genau protokolliert.

Am Ende des Tages oder am Ende der Woche können die Daten als Diskussionsgrundlage dienen, um das Nutzungsverhalten zu regulieren. Vielleicht ist Ihr Kind selber geschockt, wie viel Zeit es mit seinem Handy verbringt.

Apps zur Analyse der Telefonnutzung
  • Quality Time
  • Off-Time
  • App-Usage
  • Detox – Prokrastination Blocker/Fokus App
Tipp 3 gegen den Handy Terror: Die Forest-App belohnt Durchhaltevermögen

Jeder Jugendliche und jeder Erwachsene kennt es, die Dauerablenkung durch Geräusche aus dem Smartphone. Gerade erst hat Ihr Teenager mit den Hausaufgaben begonnen, liest vielleicht in einem Sachbuch oder beginnt einen Bericht zu schreiben, da wird er aus seiner Konzentration gerissen, weil das Handy brummt.

Nur den wenigsten gelingt es, die Geräusche auszublenden und nicht zu reagieren. Natürlich können Push Nachrichten einfach ausgestellt und die Lautstärke des Smartphones herunter geregelt werden. Die Forest-App als Tipp gegen den Handy Terror geht noch etwas weiter.

Sie arbeitet mit positiver Bestätigung für handyfreie Nutzungszeit. Je länger ihr Jugendlicher den Griff zum Smartphone hinausgezögert, desto besser gedeiht (s)ein Wald. Gibt er jedoch nach, stirbt (s)ein Baum.

Tipp 4 gegen den Handy Terror: Schutzsoftware installieren und Handy sperren

In vielen Familien ist Screentime die Schutzsoftware der Wahl. Die App gibt es als reduzierte Version kostenlos und mit vielen zusätzlichen Funktionen für rund 40 € im Jahr. Sie erlaubt zahlreiche Einstellungen, beispielsweise verschiedene Nutzungsphasen, einen Passwortschutz gegen die Deinstallation, das Blockieren bestimmter Apps, Spontansperrungen und tägliche Berichte per E-Mail an die Eltern.

Handynutzung: Die totale Kontrolle ist eine Illusion
4 Tipps gegen den Handy-Terror

Jede Vereinbarung, jede Schutzsoftware oder App ist ein Schritt näher zu sinnvollen Mediennutzung, absolute Sicherheit verspricht das aber nicht. Die meisten Jugendlichen sind sehr clever und finden früher oder später eine Möglichkeit, Verbote zu umgehen und Sperrungen aufzuheben.

Auf YouTube gibt es zahlreiche Tutorials, die erklären, wie Sperren umgangen werden können. Selbst wenn das WLAN nachts ausgestellt wird, können Eltern nicht sicher sein, ob ihr Ihr Teenager nicht möglicherweise über den Zugang des Nachbarn ins Internet geht. Und sogar wenn das Handy eingezogen wird, haben manche Jugendliche sich klammheimlich ein zweites für den Notfall angeschafft.

Passen Sie die Handy Regeln regelmäßig an

Je älter die Kinder werden, desto wichtiger ist es, miteinander zu sprechen und auf gegenseitiges Vertrauen zu bauen. Dazu gehört auch, die wachsende Medienkompetenz der Jugendlichen anzuerkennen. Und eins ist auch klar: Es gehört in der Pubertät einfach dazu, Grenzen auszutesten und Regeln zu ignorieren.

Nächtliches Surfen, der Besuch verbotener Internetseiten oder ein Spiel über der eigenen Altersgrenze zu testen, gehört bei vielen Jugendlichen einfach dazu, ebenso wie das Rauchen einer Zigarette oder ein heimliches Bier. Dann ist es Aufgabe der Eltern, mit liebevoller Konsequenz zu reagieren und unmissverständlich klarzumachen, dass sie dieses Verhalten nicht tolerieren. Eine klare Haltung der Erwachsenen ist für Heranwachsende sehr wichtig, auch wenn sie sich immer wieder über Grenzen hinweg setzen.

Fazit: Es gibt viel zu tun gegen den Handy-Terror

Regeln, Schutzsoftware und Apps können dabei helfen, die Handynutzung einzuschränken. Letztlich müssen Eltern mit ihren Teenagern aber immer wieder das Gespräch suchen, um den Umgang mit dem Smartphone zu begleiten. Nur dann sind die Kinder und Jugendlichen geschützt vor den 5 größten Gefahren im Internet.

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