Primär- und Sekundärfehler
Dyskalkulie wird immer mehr zum Thema bei Eltern und Lehrern. Die Diagnose einer Rechenschwäche oder Dyskalkulie ist aufgrund fehlender komplexer Tests jedoch nicht immer einfach. Neben den Testergebnissen sollten daher stets weitere Kriterien wie Lehrerurteile, Zeugnisnoten oder Probearbeiten hinzugezogen werden.
Die Auffälligkeiten einer Dyskalkulie lassen sich in Primär- und Sekundärsymptome untergliedern. Zu den Primärsymptomen zählen optische, akustische, zeitliche und sensorische Wahrnehmungsstörungen, Körper- und Raumorientierungsstörungen. Weiterhin kommt es zu typischen Fehlern wie z.B. dem falschen Schreiben und Lesen von Zahlen und der Verwechslung von Zeit, Maßen- und Längeneinheiten. Das Kind besitzt häufig kein Verständnis des dekadischen Positionssystems, es verzählt sich bei Addition und Subtraktion um 1, verwechselt die Operationssymbole und versteht den Zusammenhang der Operationen nicht. Komplexere Aufgaben oder Kopfrechnen kann ein Kind mit diesen Symptomen dementsprechend kaum bewältigen.
Unter Sekundärsymptomen lassen sich Störungen im Bewegungsablauf, also Hyper- und Hypoaktivität, Gleichgewichtsmangel, Hand-Auge-Koordinationsstörung und Störung der Schreib- oder Sprachmotorik, zusammenfassen. Außerdem kommen typische Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensauffälligkeiten des Kindes hinzu, die eine Rechenschwäche verstärken, wie Ängstlichkeit, Konzentrationsschwäche, Aggressivität, Clownerie, Schulangst oder psychosomatische Störungen.
Viele Eltern sind entsetzt, weil ihr Kind noch im 4. Schuljahr mit den Fingern zählt. Diese Kinder sind nicht dumm, sondern haben eine Rechenschwäche. Ihnen fehlt jedes mathematische Verständnis. "Mehr üben" bringt gar nichts, quält nur die Kinder. Dieses Buch beantwortet Eltern die wichtigsten Fragen zum Umgang mit einer Rechenschwäche. [weiter]
Dyskalkulie in den Naturwissenschaften
Auch in den Naturwissenschaften wirkt sich die Dyskalkulie natürlich auf die Leistungen aus, denn auch hier wird mathematisches Denken und Vorstellungsvermögen gefordert. In den weiterführenden Schulen bereiten rechenschwachen Kindern demnach die Fächer Chemie, Physik und Informatik Probleme. Kinder mit einer Dyskalkulie haben nicht nur Schwierigkeiten beim rechnerischen Lösen von Aufgaben, sondern es fehlt ihnen auch das Verständnis für die Aufgabenstellung. Gedankenkonstrukte und Modelle setzen die Fähigkeit voraus, sich nicht-alltägliche Dinge vorzustellen.[weiter]
Die Psychologin Angelika Schlotmann schildert in ihrem Buch eine neue Methode, mit der sie rechenschwachen Kindern die geheimnisvolle Welt der Mathematik nahebringt. Das interessante Konzept, erweitert durch das Projekt Mathe-Live, ist durch eine verständnisvolle Schilderung der Wahrnehmungswelt von rechenschwachen Kindern umgeben, so dass Eltern und Lehrer besser verstehen können, warum Rechnen so schwer sein kann. [bei amazon bestellen]







