Lernvorlieben entdecken

Manche Kinder merken sich etwas leichter, wenn sie es sehen. Andere müssen darüber sprechen, zuhören oder selbst etwas ausprobieren. Was hilft deinem Kind?

Der große Lerntyp-Test mit Lerntipps hilft dir und deinem Kind, das eigene Lernverhalten genauer zu beobachten und unterschiedliche Lernwege bewusst auszuprobieren.

Dabei geht es nicht darum, dein Kind in eine feste Schublade zu stecken. Der Test gibt euch vielmehr Hinweise darauf, welche Zugänge deinem Kind beim Lernen besonders leichtfallen.

2 verschiedene Testarten
25 Seiten Lernwissen
Auswertung und Lerntipps
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Großer Lerntyp-Test von Uta Reimann-Höhn

Großer Lerntyp-Test mit Auswertung und praktischen Lerntipps

Wichtig: Dein Kind ist nicht „ein Lerntyp“

Vielleicht kennst du die Begriffe visuell, auditiv, kommunikativ und praktisch oder motorisch. Früher wurden Kinder häufig einem dieser Lerntypen fest zugeordnet. So einfach funktioniert Lernen aber nicht.

Kinder können Vorlieben haben und bei bestimmten Aufgaben von einem Lernweg besonders profitieren. Das bedeutet aber nicht, dass dein Kind nur auf diese eine Art lernen sollte. Im Gegenteil: Häufig ist es sinnvoll, verschiedene Lernwege miteinander zu kombinieren.

Deshalb verstehe ich meinen Lerntyp-Test heute vor allem als Beobachtungs- und Orientierungshilfe: Was fällt deinem Kind leicht? Was macht ihm Spaß? Und welche Lernstrategien könnten einen Versuch wert sein?

Vier Lernwege, die dein Kind ausprobieren kann

Keiner dieser Wege ist grundsätzlich besser als ein anderer. Spannend wird es, wenn dein Kind herausfindet, welche Kombination bei einer konkreten Aufgabe funktioniert.

A

Anschauen

Bilder, Skizzen, Farben, Tabellen, Mindmaps oder selbst geschriebene Notizen können Informationen sichtbar machen.

H

Hören

Etwas laut vorlesen, erklären, anhören oder rhythmisch sprechen kann einen weiteren Zugang zum Lernstoff schaffen.

S

Sprechen

Wer anderen etwas erklärt, Fragen beantwortet oder über Lernstoff spricht, muss Wissen aktiv aus dem Gedächtnis holen.

T

Tun

Schreiben, legen, sortieren, experimentieren oder sich beim Lernen bewegen kann bei passenden Aufgaben hilfreich sein.

Was kann dir der Lerntyp-Test zeigen?

Der Test ist keine Diagnose und kein wissenschaftlicher Nachweis für einen unveränderlichen Lerntyp. Er kann aber etwas sehr Nützliches leisten: Er bringt dich mit deinem Kind ins Gespräch über das Lernen.

Statt immer wieder zu sagen „Du musst mehr lernen“, könnt ihr gemeinsam genauer hinschauen: Wie gehst du eigentlich vor? Was hilft dir? Was nervt dich? Und welche andere Methode könnten wir ausprobieren?

Damit wird aus einem Etikett wie „visueller Lerntyp“ eine viel sinnvollere Frage: Welche Strategie hilft meinem Kind bei dieser Aufgabe?

Beobachten Wie geht dein Kind spontan an Lernaufgaben heran?
Vergleichen Bei welchem Zugang fällt das Erinnern leichter?
Ausprobieren Welche anderen Lernwege könnten zusätzlich helfen?
Kombinieren Welche zwei oder drei Methoden funktionieren gemeinsam gut?

So nutzt ihr den Test sinnvoll

Das Ergebnis ist der Anfang des Ausprobierens – nicht das Ende.

1

Test durchführen

Nehmt euch etwas Zeit und führt die Aufgaben möglichst entspannt durch. Es geht nicht um richtig oder falsch.

2

Ergebnis anschauen

Schaut gemeinsam, bei welchen Aufgaben dein Kind besonders gut zurechtkam und welche Zugänge ihm angenehm waren.

3

Lerntipps testen

Wählt einige passende Tipps aus und probiert sie mit echtem Schulstoff aus. Erst dann zeigt sich, was im Alltag wirklich hilfreich ist.

Lernen ist viel individueller als ein Etikett

Im Video zeige ich dir noch einmal, wie unterschiedlich Kinder lernen können und warum es sinnvoll ist, verschiedene Lernwege auszuprobieren.

Was macht ihr nach dem Lerntyp-Test?

Jetzt wird es interessant: Aus den Beobachtungen werden konkrete Lernstrategien.

Wenn Bilder und Strukturen helfen

Probiert Mindmaps, kleine Skizzen, Tabellen oder selbst erstellte Übersichten. Wichtig ist, dass dein Kind sie möglichst selbst erstellt.

Wenn Hören hilfreich ist

Lernstoff kann laut erklärt, vorgelesen, in eigenen Worten aufgenommen oder mit Rhythmus und Sprache verbunden werden.

Wenn Sprechen gut funktioniert

Stelle Fragen oder lass dein Kind ein Thema erklären. Dabei merkt es schnell, welche Informationen schon sicher sitzen und wo noch Lücken sind.

Wenn Aktivität hilft

Karteikarten sortieren, Begriffe zuordnen, etwas aufschreiben, Modelle verwenden oder passende Lernspiele können sinnvoll sein.

Wenn Wiederholen schwerfällt

Dann hilft häufig nicht ein bestimmter Lernkanal, sondern eine gute Wiederholungsstrategie: kurz lernen, abrufen, Pause machen und später erneut prüfen.

Wenn gar nichts richtig funktioniert

Dann schaut nicht nur auf die Lernmethode. Müdigkeit, Stress, fehlendes Verständnis, Überforderung oder Ablenkung können Lernen ebenfalls erschweren.

Am stärksten ist oft die Kombination

Stell dir vor, dein Kind soll die Aufgaben des Waldes lernen. Es könnte zunächst einen Text lesen, anschließend eine kleine Mindmap zeichnen, die wichtigsten Punkte laut erklären und sich danach ohne Vorlage selbst abfragen.

Damit werden mehrere Wege miteinander verbunden – und vor allem muss dein Kind den Lernstoff aktiv verarbeiten und wieder aus dem Gedächtnis abrufen.

1. Lesen
2. Strukturieren
3. Erklären
4. Abrufen

Was der Test kann – und was nicht

So bleibt das Ergebnis hilfreich, ohne dein Kind auf einen bestimmten Lerntyp festzulegen.

Der Test kann …

  • Lernvorlieben sichtbar machen
  • zum Beobachten des Lernverhaltens anregen
  • Gespräche über das Lernen erleichtern
  • Ideen für neue Lernmethoden liefern
  • zum Ausprobieren verschiedener Strategien motivieren

Der Test kann nicht …

  • einen unveränderlichen Lerntyp diagnostizieren
  • garantieren, dass eine Methode immer funktioniert
  • automatisch bessere Noten erzeugen
  • fachliche Verständnisprobleme lösen
  • eine professionelle Diagnostik ersetzen

Aus meiner lerntherapeutischen Praxis

Ich habe den Lerntyp-Test aus meiner langjährigen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entwickelt. Dabei habe ich immer wieder erlebt, wie unterschiedlich Kinder an Lernaufgaben herangehen.

Heute würde ich dabei einen Punkt besonders betonen: Ein Testergebnis sollte niemals zur Schublade werden. Ein Kind, das sich Bilder besonders gut merkt, sollte deshalb nicht ausschließlich visuell lernen.

Viel hilfreicher ist es, die eigenen Stärken zu kennen, verschiedene Methoden auszuprobieren und für unterschiedliche Aufgaben unterschiedliche Werkzeuge zur Verfügung zu haben.

Uta Reimann-Höhn
Diplom-Pädagogin, Lerntherapeutin und Autorin

Großer Lerntyp-Test von Uta Reimann-Höhn

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Beobachten statt in Schubladen stecken

Es geht nicht darum, deinem Kind ein Etikett zu geben. Viel spannender ist die Frage: Was hilft ihm bei welcher Lernaufgabe?

Der Lerntyp-Test kann der Ausgangspunkt sein, um genau das gemeinsam herauszufinden.

Beobachten → ausprobieren → vergleichen → kombinieren → passende Lernstrategien behalten

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