Corona-Papa-Blog Tag 4: Waldspaziergang

Meine Emma – unser Waldspaziergang

Donnerstag, Tag 4, an dem in Deutschland die Kitas geschlossen waren. Meine Frau war zum Home-Office gezwungen und ich zum Betreuen meiner Tochter. Zumindest in der ersten Hälfte des Tages. Das Wetter war immer noch gradios und ich hatte am Abend zuvor die Idee, ich könnte mit Emma einen längeren Spaziergang in den Wald machen. Schlißelich hat sie den Wald als Stadtkind noch nie wirklich erlebt. Da ich immer noch das Thema hatte, morgens zügig aus den Augen meiner Frau sein zu müssen, damit sie in Ruhe arbeiten konnte, beschloss ich alles am Vorabend vorzubereiten. Ich habe Brote geschmiert, Gurken und Tomaten sowie Äpfel und Birnen geschnitten und Blaubeeren gewaschen. Dann habe ich noch einen „Frucht-Riegel“ für Emma eingepackt (Sie liebt diese Riegel, aber ich versuche weitegehend zu vermeiden, ihr diese zu geben, da der Zuckeranteil sehr groß ist – es ist eher für den Notfall gedacht).

Aufstehen, anziehen und ab in den Wald

Am Morgen musste ich nur noch Wasser abfüllen, Emma anziehen und wir sind direkt früh los marschiert. Zu Beginn war es etwas erschreckend zu sehen, dass jeder Spielplatz, jede Freiluft-Trainingsstätte, jeder Boltzplatz, Basketballplatz und der Skatepool mit Sperrband der Stadt Frankfurt abgesperrt war. Natürlich war das notwendig. Aber andererseits waren jetzt die drei Leute auf dem Bolzplatz, die zwei Leute auf dem anderen Boltzplatz, die wenigen Leute, die noch vortags auf den Trainingsflächen Sport betrieben haben und die vereinzelten Familien, die auf den Spielplätzen waren, alle in der Summe auf der Wiese zwischen diesen Stätten. Geballt und gruppiert. Irgendwie kontraproduktiv.

Das versteht Emma nicht.

Gemeinsam einsam – aber nicht alleine

Sobald wir etwas außerhalb der Stadt waren, haben wir fast keinen Menschen mehr gesehen. Und wenn, hielten wir selbstverständlich viel Abstand. Der Spaziergang, oder sollte ich besser sagen, die Wanderung, war toll. Die Sonne strahlte vom klaren, blauen Himmel und ich ging den schnellsten Weg Richtung Wald. Hätte nie gedacht, dass es trotz strammen Schritt eine Stunden dauern würde. Aber es hat sich gelohnt. Emma hatte im Kinderwagen Spaß und ich ausreichend Bewegung. Im Wald ließ ich sie dann alleine laufen und die Natur entdecken. Bäume, Äste, Blätter, Gras, Blumen: Sie war von allem fasziniert.

Sind die Menschen netter geworden?

Die Menschen waren so … entschleunigt. Achtsamer, lebten den Augenblick bewusster. Und ich dachte mir, muss denn erst eine Corona-Pandemie ausbrechen, damit man wieder Augen für das Wesentliche hat? Familie, Natur und im positiven Sinne „Zeit verschwenden“. Weg von der täglichen Hektik,  den Kommunikations-Zwängen und dem Auftragsdruck. Die Zeit im Wald war wundervoll. Emma war sehr interessiert. Schließlich suchten wir uns ein schönes Plätzchen und machten ein Picknick. Wir aßen die Brote und ich genoss einen Kaffee aus der Thermoflasche. Herrlich.
Den späteren Rückweg lief ich noch strammer durch die Sträßchen und Feldwege. Ich hatte einen Run-O-Meter-App auf dem Handy eingeschaltet und am Ende hatten wir mehr als 10 km zurückgelegt.

Es war ein wunderbarer Vormittag. Wieder hatte ich einen Corona-Tag, an dem die Kita geschlossen hatte, herumgekriegt.