Mentaltraining für Kinder: Erklärung und Übungen

Alle Kinder erleben Situationen, in denen ihnen etwas schwerfällt, sie frustriert und enttäuscht sind oder nicht den Mut finden, die Probleme anzupacken. Mit dem Mentaltraining gibt es eine bewährte Methode, die Kindern und Jugendlichen dabei hilft, Herausforderungen anzunehmen und Probleme aktiv zu lösen. Die Methode des Mentaltrainings verspricht, dass Kinder ruhiger und entspannter werden und generell besser im Leben klarkommen.

Mentaltraining für Kinder
Mentaltraining für Kinder

Beim Mentaltraining werden Probleme im Kopf gelöst

Bestimmt kennen Sie den Begriff der sich selbst erfüllenden Prophezeiung? Er bedeutet, wenn Sie sich etwas möglichst plastisch vorstellen und an einen bestimmten Ausgang einer Situation glauben, dann tritt dies auch mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ein. So funktioniert das Mentaltraining. Dabei wird nach Lösungen anstatt nach Problemen gesucht. Es geht darum, Stärken zu fördern, Potenziale zu finden, Lernblockaden aufzulösen und die Entwicklung von Eigenmotivation, Freude, Selbstvertrauen, Selbstkontrolle und Willensstärke zu unterstützen.

Sportler*innen wissen die Methode zu nutzen

Im Hochleistungssport gehört das Mentaltraining nicht umsonst zur Wettkampfvorbereitung. Doch diese Technik hilft nicht nur Sportlern, sondern auch Schüler*innen. Sie hilft dabei, vorhandene Stärken zu erkennen und einzusetzen. Wie funktioniert die Methode und was bewirkt sie wirklich?

Auswirkungen des Mentaltrainings auf Kinder und Jugendliche

  • Sie lernen an sich selbst zu glauben.
  • Sie entwickeln ein positives Selbstbild.
  • Sie werden selbstbewusster und selbstsicherer.
  • Probleme lassen sich leichter lösen.
  • Sie kommen besser mit schwierigen Situationen klar, beispielsweise in der Schule.
  • Es gelingt ihnen zunehmend, ihre Unsicherheit und ihre Ängste zu überwinden.
  • Sie können besser abschalten und sich entspannen.

Ohne Vorstellungsvermögen geht es nicht

Wenn es Ihrem Kind gelingt, seine Fantasie in Form von positiven Gedanken zu aktivieren, werden positive Botschaften in sei Unterbewusstsein gelangen und dort festgehalten. Beim Mentaltraining lernen Kinder und Jugendliche nämlich, sich gewünschte Resultate bildhaft vor ihrem geistigen Auge vorzustellen. Das kann der Erfolg in der nächsten Klassenarbeit sein, das Lösen einer kniffligen Aufgabe, Konflikte anzusprechen, eine neue Freundschaft anzugehen oder das Gesundwerden nach einer Krankheit. Je intensiver Ihr Kind sich eine Wunschsituation vorstellt, desto größer ist auch der Effekt.

Übung 1: So stärken Sie Ihr Kind nachhaltig

Mit diesem Mentaltraining können Sie Ihr Kind in vielen Situationen stärken. Warten Sie eine gute Gelegenheit ab, vielleicht einen regnerischen Nachmittag, an dem Sie etwas Zeit mit Ihrem Kind verbringen können. Setzen Sie sich mit Farbstiften und einem leckeren Getränk an den Wohnzimmertisch und fordern Sie Ihr Kind auf, die Antworten auf die folgenden Fragen an die Äste eines Baumes zu schreiben, z.B.

„Wann hast du dich das letzte Mal richtig gefreut?“

„Was, denkst du, hast du in letzter Zeit richtig gut gemacht?“

„An welche Erfolge aus der letzten Zeit kannst du dich erinnern?“

„Schreibe 3 deiner besten Eigenschaften auf.“ 

„Was kannst du besonders gut?“

„Welche 3 positiven Eigenschaften würde dein bester Freund oder deine beste Freundin über dich aufzählen?“

Mentaltraining gemeinsam gestalten

Vielleicht schreibt und malt Ihr Kind nicht so gerne, dann kann es auch passende Bilder aus Zeitschriften ausschneiden und in Form einer Collage zusammensetzen. Mit dieser Übung stärkt Ihr Kind sein Selbstwertgefühl, weil es sich seine positiven Fähigkeiten und Seiten klarmacht. Achtung: Negative Erlebnisse oder Eigenschaften gehören hier nicht hin.

Übung 2: Schritt für Schritt zur Lösung

Auch ganz konkrete Schwierigkeiten und Probleme können mit dem Mentaltraining verbessert, wenn nicht sogar gelöst werden. Dazu ist es wichtig, dass Ihr Kind ein konkretes, positives und realistisches Ziel formuliert und sich dieses immer wieder vor Augen führt. Setzen Sie sich gemeinsam hin und erarbeiten Sie erste Handlungsschritte, wie das erreicht werden kann. Dabei kann es auch wichtig sein, dass Ihr Kind für sein Ziel auf etwas verzichtet.

ZielSchritt 1Schritt 2Schritt 3
In den nächsten 3 Monaten will ich endlich flüssig lesen können.Ich suche mir ein Buch aus, das mir gefällt und nicht zu schwierig oder lang ist.Jeden Abend lese ich in diesem Buch mindestens eine Seite, egal wie lang es dauert.Jeden Samstag lese ich Mama und Papa aus dem Buch eine Seite vor.
Schritt für Schritt

Um diese Handlungsschritte auch wirklich umzusetzen, braucht Ihr Kind positive Visionen. Sprechen Sie mit ihm täglich darüber, dass Lesen vieles erleichtert, dass es nach und nach immer mehr Spaß am Lesen bekommen wird und dass seine Lehrerin sicherlich sehr positiv überrascht sein wird, wenn das Kind so gut geworden ist. Diese Vorstellung wird Ihr Kind motivieren und seine Ressourcen mobilisieren. Schließlich ist die Eigenmotivation immer der stärkste Motor, um ein Ziel zu erreichen.

Erkennen Sie, was Ihr Kind antreibt

Mit Druck erreichen Sie in der Regel sehr wenig, denn Ihr Kind wird sich innerlich dagegen wehren. Wenn es Ihnen jedoch gelingt, das Eigeninteresse Ihres Kindes herauszustellen, erreicht es seine Ziele sehr viel leichter. Dabei müssen Sie selbstverständlich darauf achten, dass es sich um die Ziele Ihres Kindes handelt und nicht um Ihre eigenen Interessen. Das funktioniert nämlich nicht.