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Eine große Last liegt auf den Jungen und Mädchen von heute, denn als Lebensziel gibt es in den meisten Familien kaum etwas anderes als Perfektionismus. Schon vor vielen Jahren hat sich die Akzeptanz der Durchschnittlichkeit verabschiedet. Ein Kind darf nicht mehr durchschnittlich sein und selbstverständlich schon gar nicht unterdurchschnittlich. Ein Säugling muss die perfekte Schwangerschaft hinter sich haben, bildschön der Gebärmutter entsteigen und mit seinem ersten Lächeln gleich seine Intelligenz zeigen.

Die Schul-Realität ist hart

Mein Kind ist nicht perfektSeine Entwicklung entspricht genau dem Standard, die ersten Zähne, das Laufen, das erste Wort und natürlich die ersten Scritte. Wer sein eher durchschnittliches Kind in den ersten sechs Jahren noch vor der gesellschaftlichen Messlatte schützen konnte, wird mit dem Schulbeginn eine harte Realität erleben. Wenn ein Kind jetzt nicht schnell genug, noch verspielt und verträumt oder unkonzentriert ist, bekommt es echte Probleme. Und spätestens mit den ersten Noten wird es dann ganz deutlich, es gibt Verlierer und Gewinner in einer Schulklasse. Mit all den Folgen von Mobbing, Ausgrenzung, Selbstzweifel, Angst und Rückzug.

Darunter leiden Eltern und Kinder

Resilienz bei KindernDas ist ganz besonders hart für die Kinder, aber selbstverständlich leiden auch die Eltern darunter. Und es trifft viele, man hat den Eindruck, es werden jeden Tag mehr. Die einen haben eine Rechenschwäche, die anderen können sich nicht konzentrieren, eine dritte Gruppe ist zu begabt um den Worten der Lehrerin zu folgen und wieder andere tun sich sehr schwer mit dem Lesen oder der Rechtschreibung.

Um diese Defizite aufzuarbeiten, werden die Kinder in zahlreiche Therapien gesteckt und besuchen im Anschluss an die Schule Förderungen. Es darf einfach nicht sein, dass das eigene Kind nur Durchschnitt ist und vielleicht weder Pilot, noch Architekt, Zahnarzt oder Nobelpreisträger wird. Aber warum ist das so? Warum freuen sich Eltern nicht einfach über das Kind, genau so wie es ist?

Warum soll der praktisch veranlagte Junge unbedingt studieren? Und was ist so schlimm daran, wenn die Tochter kein Jahr im Ausland studieren möchte, sondern lieber Erzieherin wird oder etwas mit Tieren macht?

Scheiß doch auf den Anspruch!

Die Antwort auf die Frage ist einfach, es ist der gesellschaftliche Anspruch. Eltern haben es verlernt das zu lieben, zu akzeptieren und anzunehmen, was sie bekommen. Stattdessen möchten sie etwas haben, was augenscheinlich der Norm entspricht. Der Fehler dabei? Die Norm ist bearbeitet, retuschiert und angepasst. Das perfekte Kind gibt es überhaupt nicht, obwohl alle Eltern danach streben. Wer das erkennt, lebt entspannter. Entspannte Eltern bedeutet auch entspannte Kinder. Und etwas Schöneres gibt es nicht!

Uta Reimann-Höhn Diplom Pädagogin

 

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